Schlepptau, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSchlepp-tau
WortzerlegungschleppenTau2
eWDG, 1976

Bedeutung

Tau zum Schleppen eines Fahrzeugs
Beispiele:
das Schlepptau spannt sich, reißt
ein Schlepptau an einem Boot befestigen
der Dampfer nahm die Kähne ins Schlepptau (= zog sie damit)
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
er erschien mit allen seinen Bekannten im Schlepptau (= in seinem Gefolge)
umgangssprachlich, abwertend
Beispiele:
in jmds. Schlepptau (= Abhängigkeit) geraten
Sie [die Bourgeoisie] wollte die Arbeiter einfach ins Schlepptau nehmen (= wollte die Arbeiter nach ihrem Willen lenken) [MehringDt. Geschichte221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleppen · schleppend · Schleppe · Schlepper · Schlepptau
schleppen Vb. ‘auf dem Boden nachziehen, mühsam forttragen, fortziehen’, reflexiv ‘sich mit Anstrengung bewegen’. Mnd. slēpen ‘schleppen, schleifen’, die nd. Form des unter ↗schleifen (s. d.) behandelten Verbs, wird im 13. Jh. in die Sprache der Deutschordensliteratur übernommen (vielleicht schon damals mit Kürzung des Stammvokals) und über das Md. weiter verbreitet. schleppend Part.adj. ‘langsam, ohne Schwung’ (vgl. mnd. slēpen in seinen Bedeutungen ‘langsamen Schrittes gehen’, übertragen ‘langsamen Fortgang haben’), z. B. schleppendes Geschäft (17. Jh.), schleppende Schreibart, Sprache (18. Jh.), schleppender Gang (19. Jh.). Schleppe f. ‘hinten lang auslaufender Teil eines Rockes, Kleides’ (17. Jh.), unter lautlicher Anlehnung an das Verb aus nd. Slēpe, Sleep (vgl. mnd. slēpehoyke ‘langer, schleppender Mantel’). Die Mode, eine Schleppe zu tragen, entsteht im 12. Jh., dafür mhd. swanz, swenzelīn, swenzel ‘Schleppe, Schleppkleid’. Schlepper m. ‘wer schleppt’ (17. Jh.), ‘Schlepptau’ (18. Jh.), ‘Schiff, das andere (stromaufwärts) zieht, Schleppdampfer’ (19. Jh.), ‘Traktor’ (20. Jh.), nd. Slepper. Schlepptau n. ‘Tau zum Ziehen von Schiffen, von Lasten’ (18. Jh.); jmdn. ins Schlepptau nehmen ‘sich jmds. annehmen, ihm helfen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(im) Schlepptau · ↗Anhang · ↗Begleitperson · ↗Begleitung · ↗Entourage · ↗Eskorte · ↗Gefolge (eines Prominenten) · ↗Gefolgschaft · ↗Gefolgsleute · ↗Tross  ●  ↗Hofstaat  veraltet, ironisch · ↗(jemandes) Leute  ugs. · ↗Hofschranze  geh., veraltet · ↗Höfling  geh., veraltet · ↗Schranze  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienmarkt Begleiter Boot Ehemann Fotograf Freundin Gattin Journalist Kamerateam Schiff Vorgabe agieren ansiedeln auftauchen befinden befreien begeben bewegen geraten hangen herziehen klettern marschieren reisen reisten rutschen schwimmen segeln zeihen zulegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlepptau‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die amerikanische Ökonomie zieht weiterhin alle anderen Ökonomien im Schlepptau hinter sich her.
Der Tagesspiegel, 26.03.2002
In seinem Schlepptau ziehen wir sicher durch die Spanischen Viertel.
Die Zeit, 08.03.1996, Nr. 11
Schließlich steigt er aus - in ein Boot, das ins Schlepptau genommen wird.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 11
Anfangs versuchte man, es im Schlepptau der Rettungsboote an Land zu ziehen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 383
Dann kommt er mit dem dicken Felix im Schlepptau wieder heraus.
Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999 [1999], S. 89
Zitationshilfe
„Schlepptau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlepptau>, abgerufen am 23.04.2019.

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