Schlauberger, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchlau-ber-ger (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft jmd., der schlau, pfiffig, gewitzt ist, Schlaumeier
Beispiele:
so ein Schlauberger!
er ist ein alter Schlauberger
umgangssprachlich, spöttisch dieser Schlauberger weiß alles besser
das sind verdammt pfiffige Kerle, lauter Schlauberger [FontanePoggenpuhlsI 4,44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlau · bauernschlau · Schlauheit · Schläue · Schlaukopf · Schlaumeier · Schlauberger
schlau Adj. ‘klug, gewitzt, listig’. Im 16. Jh. gelangt nd. slū in diphthongierter Form in die hd. Literatursprache und wird vom 17. Jh. an geläufig. Angesichts mnd. slūhȫrer ‘Lauscher’ (d. h. ‘heimlich Zuhörender’) kann von germ. *slūha- ‘schleichend’ ausgegangen werden, das mit nl. sluiken ‘schleichen, schlüpfen, schmuggeln’ an die unter ↗Schlauch (s. d.) angeführte Gutturalerweiterung ie. *(s)leug̑- (auch *(s)leuk̑-) der Wurzel ie. *(s)leu- ‘gleiten, schlüpfen’ anzuschließen ist. Intensiviert in der Komposition mit ↗Bauer (s. d.) bauernschlau Adj. ‘überschlau, pfiffig’ (19. Jh.). Schlauheit f. ‘Klugheit, Gewitztheit’ (17. Jh.); später auch Schläue f. (19. Jh.). Schlaukopf m. ‘kluger Mensch’ (18. Jh.). Vgl. auch scherzhaft-ironisches, nach dem Vorbild von Personen- bzw. Einwohnernamen gebildetes Schlaumeier m. Schlauberger m. ‘gewitzter Kerl’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) ganz Schlauer · ↗Schlaukopf · ↗Schlitzohr  ●  Ausgeschlafener  ugs., fig. · ↗Checker  ugs. · ↗Durchblicker  ugs. · ↗Fuchs  ugs., fig. · Schlauberger  ugs. · Schlauerle  ugs. · ↗Schlaufuchs  ugs. · ↗Schlaumeier  ugs. · schlauer Fuchs  ugs., fig.
Assoziationen
  • Besserwisser  ●  (jemand, der glaubt, er) hat die Weisheit mit dem Schöpflöffel gefressen  ugs., ironisch · ↗Besserwessi  ugs. · ↗Klugscheißer  derb · ↗Klugschnacker  ugs., norddeutsch · ↗Krümelkacker  derb, berlinerisch · Neunmalkluger  ugs. · Oberschlauberger  ugs. · Oberschlauer  ugs. · Oberschlaumeier  ugs. · ↗Rechthaber  ugs. · Schweinchen Schlau  ugs. · ↗Supergehirn  ugs., ironisch · ↗Superhirn  ugs., ironisch

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da werden die Schlauberger mit dir wohl noch was vorhaben.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 269
Das ist einer mit Ärmeln: das ist ein geriebener, abgefeimter Schlauberger.
Röhrich, Lutz: Armee. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 351
Eine Band, die alles sein könne, merkten einige Schlauberger an, sei doch nichts.
Die Zeit, 29.01.2007, Nr. 05
Und sie können sich nicht einmal entscheiden, ob sie mich nun für einen Übermenschen oder einen Schlauberger halten sollen.
Süddeutsche Zeitung, 08.08.1998
Aha, sagt die Künstlerin, dreht sich um und schaut sich den Schlauberger genauer an.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 47
Zitationshilfe
„Schlauberger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlauberger>, abgerufen am 21.05.2019.

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