Schlaraffe

WorttrennungSchla-raf-fe (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich, veraltet auf Genuss bedachter Müßiggänger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlaraffe · Schlaraffenland
Schlaraffe m. ‘Faulenzer, gut lebender Müßiggänger’, mhd. slūraffe zuerst Geschlechtername (1347), eigentlich ‘herumschlendernder Müßiggänger’, schlauraff (15. Jh.), schluraff (16. Jh.), Schlauraffe (17. Jh.), dann (nach Verlagerung der Betonung auf die zweite Silbe des etymologisch undurchsichtig gewordenen Wortes) Schlaraffe (seit 18. Jh.). Ursprünglich ein Scheltname, zusammengesetzt aus mhd. affe (s. ↗Affe) und mhd. slūr ‘das Schleudern, der Stoß, das Herumstreifen, Faulenzen, langsame, träge, faule oder leichtsinnige Person, Faulenzer’, das wie mhd. slier ‘Lehm, Schlamm’ (s. ↗Schliere) mit r-Suffix zu der unter ↗schlummern (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ gebildet ist. Daneben auch, mit Anlehnung an ↗schludern (s. d.), schluderaffe (15. Jh.), Schlauderaffe (17. Jh.). Schlaraffenland n. ‘Märchenland, in dem jeder ohne Arbeit in Wohlstand lebt, wo Milch und Honig fließen und einem gebratene Tauben in den Mund fliegen’; als Vorstellung bereits in der griechischen Antike ausgeprägt, z. B. in der ins Komische gesteigerten und übertriebenen Beschreibung von Elysion, dem am Westrand der Erde gedachten Land der Seligen (in der attischen Komödie des 5. Jhs. v. u. Z. oder in Lukians, geb. um 120, Beschreibung des Lebens der Frommen nach dem Tode). Schluraffen landt (Seb. Brant, 1494), Schlauraffen Landt (H. Sachs, 1530), Schlaraffenland (17. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es stimmte auch, denn die halbnackten Männer räkelten sich wie beurlaubte Schlaraffen, trifft wie abgehetzte, erschöpfte Kämpfer.
Die Zeit, 20.05.1948, Nr. 21
Doch seinen "profanen Namen" hat er, wie alle anderen Schlaraffen, mit dem Zivilmantel an der Garderobe abgegeben.
Süddeutsche Zeitung, 02.05.2003
Ludwig Bechstein ließ seinen Schlaraffen immerhin noch die Spezialitäten in den Mund wachsen.
Süddeutsche Zeitung, 17.07.2004
Zuvor hatte Helmut Kohl schon die Gewerkschaften beschimpft, dann die Bürger als Schlaraffen im kollektiven Freizeitpark.
Die Zeit, 29.11.1996, Nr. 49
Zitationshilfe
„Schlaraffe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlaraffe>, abgerufen am 24.05.2019.

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