Schlacke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schlacke · Nominativ Plural: Schlacken
Aussprache
WorttrennungSchla-cke
Wortbildung mit ›Schlacke‹ als Erstglied: ↗Schlackenbeton · ↗Schlackenhalde · ↗Schlackenstein · ↗Schlackenstoff · ↗Schlackenwolle · ↗schlackenfrei · ↗schlackenreich
 ·  mit ›Schlacke‹ als Letztglied: ↗Eisenschlacke · ↗Hochofenschlacke · ↗Kohlenschlacke · ↗Stoffwechselschlacke
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Rückstand
a)
bei einer Verbrennung fester Brennstoffe
Beispiele:
den Ofen von der Schlacke reinigen
die Schlacke der Kohle
der Koks bildet Schlacke
der Weg war mit schwarzer Schlacke ausgebessert
b)
bei der Verhüttung von Erzen
Beispiele:
flüssige Schlacke
bei diesem Ofen kann die Schlacke dauernd abfließen
die Schlacke enthielt noch einen hohen Prozentsatz Metall
c)
des Stoffwechsels im Gewebe und im Verdauungskanal
Beispiele:
Stoffwechselprodukte und Schlacken werden in der Leber entgiftet
die kranken Nieren sind nicht in der Lage, die Schlacke des Stoffwechsels zu beseitigen
d)
übertragen Überrest
Beispiel:
[Marx, der] damit das Klassenbewußtsein des Proletariats von allen Schlacken der alten Form befreit [Neue Justiz1968]
2.
Lava
Beispiel:
als einziger, dauernd tätiger Vulkan [wirft er] mit lautem Gepolter seine glühenden Schlacken 80 und mehr Meter in die Höhe [Urania1958]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlacke f. ‘Verbrennungsrückstand, gesinterte, feste Bestandteile der Asche, nicht mehr verwertbarer Rückstand’. Mnd. slagge (14. Jh.), Ableitung von mnd. slān in der Bedeutung ‘schmieden’ (s. ↗schlagen), das einen ‘beim Schmieden abspringenden Metallsplitter’, dann ‘beim Schmelzen sich absetzende Unreinheit des Erzes’ bezeichnet, wird (16. Jh.) in die md. und südd. Bergmannssprache und von dort in die Literatursprache aufgenommen. Vgl. Hammerschlag m. ‘Metallabfall beim Hämmern’, frühnhd. hamer-, hamelslach, -slag m., auch hamerslag(g)e f. (15. Jh.). Es gilt schließlich auch für ‘unbrennbare Rückstände von Kohle und Koks’ und (in der dt. medizinischen Fachsprache) für Rückstände im Blut und für Ausscheidungen beim Stoffwechsel (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Asche · Brandrückstand · Schlacke · ↗Verbrennungsrückstand

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Asche Deponie Eisen Filterstaub Flugasche Lehm Müllverbrennung Müllverbrennungsanlage Roheisen Sand Schlacke Schlamm Schrott Staub Verwertung abfallen abstreifen anfallen anfallend befreien entsorgen flüssig giftig glühend ideologisch irdisch lagern reinigen verglast

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlacke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Entsorgung der Schlacke würde mehr als 100 Millionen Euro kosten.
Die Welt, 11.09.2004
Versinkt in der Schlacke, zu welcher der märkische Sand sich verfestigt hat.
Süddeutsche Zeitung, 07.10.1995
Die physikalische Forschung befreite sich von den letzten Schlacken scholastischen Denkens.
Fürstenberg, F.: Technik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 37560
Freilich sind durch diesen noch immer nicht die bereits im Blut angesammelten Schlacken beseitigt.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 16
Um ihn rein und möglichst frei von historischen Schlacken zu erhalten, wird es nötig sein, ihn auf verschiedenen Wegen zur Darstellung zu bringen.
Bühler, Karl: Die Krise der Psychologie, Jena: G. Fischer 1929 [1927], S. 13
Zitationshilfe
„Schlacke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlacke>, abgerufen am 13.11.2019.

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