Schlachtenbummler, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchlach-ten-bumm-ler
WortzerlegungSchlachtBummler
eWDG, 1976

Bedeutung

scherzhaft Anhänger einer Sportmannschaft, der diese als Tourist zu einem auswärtigen Spiel begleitet hat
Beispiele:
nahezu eintausend Schlachtenbummler stärkten ihrer Mannschaft den Rücken
die holländischen Schlachtenbummler überfluteten nach dem Schlusspfiff das Spielfeld, um unter großem Jubel die siegreichen Spieler auf den Schultern vom Platz zu tragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bummeln · Bummel1 · Bommel · Bummel2 · Bummelzug · Bummler · Schlachtenbummler · Bummelant
bummeln Vb. ‘langsam schlendern, nichts tun’. Iterative Bildung in Anlehnung an bim-bam-bum des Glockenschlags, zuerst im Hinblick auf die schwingende Glocke ‘hin und her schwanken, baumeln’ (Anfang 17. Jh.), woraus sich im Nd. im 18. Jh. ‘schlendern, nichts tun’ entwickelt; in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein üblich. Zu bummeln ‘baumeln’ gehört Bummel1 f. auch (westd. nordd.) Bommel f. ‘Troddel, Quaste’ (Ende 17. Jh.); zu ↗bummeln ‘schlendern, nichts tun’, ↗baumeln ‘hin und her schaukeln’ (s. d.), Bummel2 m. ‘erholsamer Spaziergang’ (19. Jh., Stadt-, Schaufensterbummel). Bummelzug m. ‘Personenzug’ im Gegensatz zum Eil- oder Schnellzug (2. Hälfte 19. Jh.). Bummler m. ‘umherschlendernder Müßiggänger, wer langsam und träge ist’ (19. Jh.); auch (um 1848) ein leichtfertiges, vom äußeren Schein ausgehendes Schlagwort für den Arbeitslosen. Seit etwa 1870 Schlachtenbummler m. wer als Zuschauer (offiziell als Krankenpfleger oder Berichterstatter) in den Krieg geht, um ihn aus Neugier oder Abenteuerlust mitzuerleben, übertragen auf Sportbegeisterte, die ihre Mannschaft auf fremde Spielplätze begleiten (20. Jh.). Bummelant m. ‘Nichtstuer, Faulpelz’, scherzhaft latinisierende Bildung der Studentensprache (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

DDR Gesang Zuschauer britisch deutsch englisch holländisch hundert journalistisch mitbringen mitgereist reisen tausend türkisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlachtenbummler‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch nie zuvor waren so viele Schlachtenbummler aus zwei Ländern zu einem Match angereist.
Süddeutsche Zeitung, 28.05.1999
Dagegen hat er vorläufig die volle Unterstützung der ungarischen Schlachtenbummler.
Die Zeit, 03.05.1968, Nr. 18
Es sind also erfreulicherweise einmal nicht die dröhnenden Schlachtenbummler der Gruppe 47, die man bis zum Überdruß kennt und nennt.
Die Welt, 19.02.2005
Ob wohl ich eigentlich meine Feldwache nicht verlassen durfte, schloß ich mich ihnen als Schlachtenbummler an.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 141
Wenn die Mannschaft aus der Nachbarstadt gewann, sah das für ihre Schlachtenbummler nicht gut aus.
konkret, 1982
Zitationshilfe
„Schlachtenbummler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlachtenbummler>, abgerufen am 23.05.2019.

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