Schlüsselblume, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSchlüs-sel-blu-me
WortzerlegungSchlüsselBlume
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
im Frühling blühende Pflanze mit rosettenförmig angeordneten Blättern und kleinen, leuchtend gelben Blüten, die in größerer Zahl am Ende eines blattlosen Stängels sitzen
2.
Primel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlüssel · verschlüsseln · entschlüsseln · aufschlüsseln · Schlüsselbein · Schlüsselblume
Schlüssel m. ‘zu einem Schloß gehöriges und dadurch zum Sperren oder Öffnen dienendes Gerät’, auch ‘schlüsselartiges Drehwerkzeug’ (z. B. Schraubenschlüssel). Mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- gebildetes und nur kontinentalwestgerm. bezeugtes ahd. sluʒʒil (9. Jh.), mhd. slüʒʒel, asächs. slutil, mnd. slȫtel, slöttel, mnl. slotel, nl. sleutel, afries. sletel (westgerm. *slutila-) steht ablautend neben dem unter ↗schließen (s. d.) behandelten Verb. Schlüssel gilt vielfach schon seit mhd. Zeit als Zeichen und Symbol von (amtlicher) Würde, Gewalt, Dienstbarkeit und steht danach sinnbildlich für Macht. Ferner wird das Substantiv übertragen auf Handlungen und Verhaltensweisen, die Geneigtheit und Sympathie erwecken, also Zugang zu Vertrauen und Liebe (vgl. mhd. der slüʒʒel sīner minne) ermöglichen, und auf die innere Bereitschaft und Fähigkeit, die Gedanken, Pläne, Wissen erschließt (vgl. Schlüssel des Erkentnis Luther, nach spätlat. clāvis scientiae der Bibel). In erweitertem Sinne tritt es für Auffassung und Verständnis erschließende Zeichen bzw. Zeichensysteme ein, z. B. ‘Notenschlüssel’ (13. Jh.), ‘Zeichenkodex zur Entzifferung einer Geheimschrift, Erklärung für ein Geheimnis’ (18. Jh.). verschlüsseln Vb. ‘chiffrieren, in Geheimzeichen umsetzen’, entschlüsseln Vb. ‘dechiffrieren’, aufschlüsseln Vb. ‘nach einem bestimmten, vorgegebenen System aufgliedern’ (alle 20. Jh.). Schlüsselbein n. Bezeichnung des paarigen, vom oberen Brustbein zum Schulterblatt führenden Knochens (17. Jh.), eine Übersetzung von medizin.-lat. clāvīcula (lat. ‘Schlüsselchen’, spätlat. auch ‘Fessel am Pferdefuß’) bzw. clāvis iugulī, wohl nach griech. klé͞is (κλείς) ‘Schlüssel’ und ‘Schlüsselbein’, da griechische Ärzte die Bezeichnung für einen S-förmigen Schlüssel zum Öffnen von Schlössern mit Fallriegeln auf die Form des Knochens übertragen. Älter Schlüssel der Brust (um 1600). Schlüsselblume f. in ihrer Blütenform Schlüsseln ähnliche Primelart (15. Jh.); s. ↗Himmelschlüssel.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Rasen blühen viele blaue Hyazinthen, und dazwischen rote und gelbe Schlüsselblumen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 11.05.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Am Rande des Trichters streckte eine Schlüsselblume ihre frischen Blüten ahnungslos aus der zerwühlten Erde.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 205
Aus einem großen Restaurant kam eine dicke Blumenfrau mit ihren Osternarzissen und Schlüsselblumen.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 264
Und Schlüsselblumen, Bärlauch und Veilchen sehen nicht nur wunderschön aus, sie sind auch gesund und lecker.
Bild, 06.03.2004
Unten im Tal ist schon Frühling, zwischen Schlüsselblumen und Krokussen werden die Ostereier versteckt.
Süddeutsche Zeitung, 25.03.1997
Zitationshilfe
„Schlüsselblume“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlüsselblume>, abgerufen am 25.06.2019.

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