Schilling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schillings · Nominativ Plural: Schillinge
Nebenform Schilling · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schillings · Nominativ Plural: Schilling (bei Wertangabe)
Aussprache
WorttrennungSchil-ling (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

historisch österreichische Währungseinheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schilling m. mittelalterliche Gold- oder Silbermünze, österreichische und britische Währungseinheit, ahd. skilling (8. Jh.), mhd. schillinc, asächs. skilling, mnd. schilli(n)c, mnl. scellinc, scillinc, scēlinc, nl. schelling, schilling, afries. skilling, aengl. scilling, engl. shilling, anord. skillingr, schwed. skilling, got. skilliggs. Die ursprüngliche Bezeichnung für den oströmischen Goldsolidus, dann für eine Gold- oder Silbermünze von unterschiedlichem Wert, auch eine Anzahl von 12 oder 30 Stück als Zahlenmaß, ist etymologisch nicht eindeutig geklärt. Man versucht, das mit dem Suffix germ. -(l)inga- (s. ↗-lings) gebildete Substantiv an die Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ anzuschließen (s. ↗Schale, ↗Schale), so daß Schilling als das von einem Gold- oder Silbermetallstab abgeschnittene Stück aufzufassen ist. Aber auch Herleitung aus germ. *skildulingaʒ ‘einem Schild Ähnliches’ (zu ↗Schild, s. d.) als Übersetzung von lat. clipeolum ‘kleiner Schild, Medaillon’ wird erwogen, da die Germanen einem Schild ähnliche Münzen verwendet und als Schmuck getragen haben. Eine Verbindung zu Schild wird gestützt durch Parallelen wie frz. écu, afrz. escu ‘Schild, Münze’, span. port. escudo ‘Schild, Wappen, Münze’, die auf lat. scūtum ‘Schild’ zurückgehen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schilling  ●  Alpendollar  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baronin D-Mark Drachme Escudo Franc Gegenwert Groschen Gulden Hauptsaison Höchsttaxe Kaufkraft Lira Lire Mindesttaxe Nennwert Nominalwert Penny Peseta Pesete Pfund Schilling Schätzpreis Taler Taxe Willi-Busch-Report ersteigern kenianisch somalisch umrechnen österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schilling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der erwachsene Gast zahlt einmalig den Preis von 265 Schilling (38 Mark).
Der Tagesspiegel, 25.05.1996
Mit Schilling sei man schon lange nicht mehr einverstanden gewesen.
Die Zeit, 26.03.1976, Nr. 14
Den halben Schilling, den die Alte enttäuscht zurückwies, legte sie sich beiseite.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 173
Mit den paar versoffenen Schillingen hatte sie ihn heute früh noch wachgerüttelt.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 270
Einen am Haar zu ergreifen, kostet nach altsächsischem Recht 120 Schillinge.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 35
Zitationshilfe
„Schilling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schilling>, abgerufen am 24.09.2019.

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