Schild, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schild(e)s · Nominativ Plural: Schilder
Aussprache
Wortbildung mit ›Schild‹ als Erstglied: ↗Schildchen · ↗Schilderbrücke · ↗Schildermaler · ↗Schilderwald
 ·  mit ›Schild‹ als Letztglied: ↗Anhängeschild · ↗Ausfahrtsschild · ↗Aushängeschild · ↗Blechschild · ↗Emailleschild · ↗Firmenschild · ↗Flaschenschild · ↗Gasthausschild · ↗Gebotsschild · ↗Geschwindigkeitsschild · ↗Hausschild · ↗Hinweisschild · ↗Holzschild1 · ↗Infoschild · ↗Kennzeichenschild · ↗Kofferschild · ↗Kontrollschild · ↗Ladenschild · ↗Leistungsschild · ↗Messingschild · ↗Namenschild · ↗Namensschild · ↗Nummernschild · ↗Ortsausgangsschild · ↗Ortseingangsschild · ↗Ortsschild · ↗Pappschild · ↗Parkverbotsschild · ↗Porzellanschild · ↗Preisschild · ↗Reklameschild · ↗Schlüsselschild · ↗Sperrschild · ↗Stoppschild · ↗Straßenschild · ↗Typenschild · ↗Typschild · ↗Türschild · ↗Umleitungsschild · ↗Verbotsschild · ↗Verkehrsschild · ↗Warenschild · ↗Warnschild · ↗Warnungsschild · ↗Wirtshausschild
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ein Zeichen oder eine Aufschrift tragende Tafel oder Platte aus Holz, Metall oder Pappe
Beispiele:
ein Schild anbringen, aushängen, befestigen, annageln, entfernen
Schilder, ein Schild beschriften, malen
die Schilder im Straßenverkehr
das Schild am Haus, Tor
das Schild (= Türschild) putzen
vor dem Wirtshaus hängt ein altes Schild (= Aushängeschild)
2.
Etikett
Beispiele:
Kisten, Dosen, Gläser mit Schildern bekleben
den Heftdeckel mit einem Schild versehen
ein Schild an den Koffer hängen
das Schild von der Flasche, dem Kleidungsstück entfernen
der Pförtner hat ein Schildchen an der Mütze, am Rock
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schild1 · Schild2 · Schildbürger · Schilddrüse · Schildkröte · Schildpatt · Schildwache · Schilderhaus
Schild1 m. gewölbte, plattenartige Schutzwaffe (zur Abwehr von Hieb, Stich und Schleudergeschossen) aus Holz (mit Lederüberzug) oder Metall (Plur. Schilde), ahd. skilt (8. Jh.), mhd. mnd. schilt, auch ‘Heerschild’ als Rangordnung lehnsrechtlicher und militärischer Art, ‘Wappen(schild)’, asächs. skild, mnl. scilt, nl. schild, afries. skeld, aengl. sc(i)eld, engl. shield, anord. skjǫldr, schwed. sköld, got. skildus (germ. *skeldu-) steht wie lit. skìltis ‘Scheibe’ als Dentalerweiterung zu der unter ↗Schale, ↗Schale genannten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ mit einer Ausgangsbedeutung ‘abgespaltenes, abgeschnittenes Holzstück, Brett’, da der Schild ursprünglich wohl aus durch einen Metallring zusammengehaltenen Holzteilen besteht. Redensartlich etw. im Schilde führen ‘eine bestimmte Absicht verfolgen’ (16. Jh.), eigentlich ‘ein auf den Schild gemaltes Wappen als Kennzeichen tragen’. Den Schutz- und Wappenschilden werden Abzeichen, Handwerks- und Gewerbesymbole, Hinweistafeln nachgebildet, für deren Bezeichnung das Substantiv allmählich neutrales Genus annimmt (zuerst im Mnd., 15. Jh., dann allgemein, obwohl von Adelung mißbilligt), so daß vom 18. Jh. an Schild2 n. ‘Platte, Tafel, Blatt mit einem Zeichen oder einer Aufschrift’ (Plur. Schilder) im Dt. üblich wird. Schildbürger m. eigentlich ‘mit einem Schild bewaffneter Stadtbewohner’ (16. Jh.; wohl als Spottname des Rittertums für die waffentragenden Stadtbewohner entstanden, vgl. auch ↗Spießbürger, s. d.), erhält durch Bezug auf die Bürger von Schilda(u), deren Streiche in einem Schwankbuch (1598) behandelt werden, die Bedeutung ‘wer so töricht oder unvernünftig handelt, daß der beabsichtigte Zweck verfehlt wird’. Daher Schildbürgerstreich (Wieland). Schilddrüse f. am Schildknorpel (aus zwei schildartigen Platten bestehend) des Kehlkopfes sitzende Drüse (18. Jh.). Schildkröte f. mit einem gewölbten Panzer versehenes Reptil, mhd. schiltkrote (s. ↗Kröte). Schildpatt n. Hornschale der Seeschildkröte (18. Jh.), mnd. schildepadde ‘Schildkröte’, nd. Schildpadde, auch ‘Schildkrötenschale, -panzer’ (zu mnd. mnl. padde ‘Kröte’, s. ↗Padde). Schildwache f. ‘das Wachestehen’, mhd. schiltwache, -waht(e) ‘die Wache mit dem Schilde’ (d. h. in voller Rüstung), im 17. Jh. auf die Wachmannschaft bzw. den Wachposten übertragen. Schilderhaus n. ‘Schutzhäuschen für den Wachposten’ (17. Jh.), zu schildern, auch (mit Assimilation) schillern, soldatensprachlich ‘Wache stehen’ (17. Jh.)

Thesaurus

Synonymgruppe
Schild · ↗Zeichen
Unterbegriffe
  • Stoppschild  ●  Stopptafel  österr.
  • Feuerwehranfahrtszone  ●  Feuerwehrauffahrtszone  österr.
Assoziationen
Geologie
Synonymgruppe
Plattform · Schild
Unterbegriffe
  • Baltischer Schild · Fennoskandischer Schild
  • Osteuropäische Plattform · Osteuropäische Tafel · Russische Plattform · Russische Tafel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Eingang Hals Helm Lanze Ortseingang Schaufenster Schlagstock Schwert Straßenrand Tür abmontieren anbringen angebracht aufhängen aufstellen befestigen blau gelb gemalt handgemalt handgeschrieben hangen heben hochhalten hängen kleben mahnen prangen warnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schild‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bereits 2003 hatte sie die Bewohner aufgerufen, überflüssige Schilder zu melden.
Die Welt, 16.02.2004
Den Kampf gegen die Schilder führt er als Hobby weiter.
Der Tagesspiegel, 01.07.2002
Wenn er sie also nicht beobachtete, führten sie, unbeobachtet, etwas gegen ihn im Schilde.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 198
Gegen sie bot das plumpe Denken des Vaters keinen Schild.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 338
In allen Läden vertraten die Schilder mit den bunten Bildern die Waren.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 54
Zitationshilfe
„Schild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schild#1>, abgerufen am 12.11.2019.

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Schild, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schild(e)s · Nominativ Plural: Schilde
Aussprache
Wortbildung mit ›Schild‹ als Erstglied: ↗Schildbogen · ↗Schildbuckel · ↗Schilddrüse · ↗Schilderhaus · ↗Schildfarn · ↗Schildfisch · ↗Schildhalter · ↗Schildknappe · ↗Schildknorpel · ↗Schildkröte · ↗Schildkäfer · ↗Schildlaus · ↗Schildmauer · ↗Schildpatt · ↗Schildwache · ↗Schildwacht · ↗schildförmig
 ·  mit ›Schild‹ als Letztglied: ↗Abwehrschild · ↗Heerschild · ↗Hitzeschild · ↗Holzschild2 · ↗Hornschild · ↗Mützenschild · ↗Planierschild · ↗Ritterschild · ↗Rundschild · ↗Rückenschild · ↗Schutzschild · ↗Wappenschild
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
eine Schutzwaffe darstellender, auf seiner Rückseite mit einer Handhabe versehener flächiger Gegenstand von verschiedener Form, der – vor den Körper gehalten – dem Kämpfenden zur Abwehr von Attacken mit Hieb- und Stichwaffen o. Ä. dient
2.
Wappenschild
3.
schildförmiger, länglicher Schirm an der Vorderseite von Mützen
4.
Jägersprache verdicktes und verfilztes Blatt eines Keilers
5.
a)
Technik, Waffentechnik Schutzplatte (an Geschützen)
b)
Kerntechnik Ummantelung des Reaktorkerns, die den Austritt von Strahlung verhindern soll
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schild1 · Schild2 · Schildbürger · Schilddrüse · Schildkröte · Schildpatt · Schildwache · Schilderhaus
Schild1 m. gewölbte, plattenartige Schutzwaffe (zur Abwehr von Hieb, Stich und Schleudergeschossen) aus Holz (mit Lederüberzug) oder Metall (Plur. Schilde), ahd. skilt (8. Jh.), mhd. mnd. schilt, auch ‘Heerschild’ als Rangordnung lehnsrechtlicher und militärischer Art, ‘Wappen(schild)’, asächs. skild, mnl. scilt, nl. schild, afries. skeld, aengl. sc(i)eld, engl. shield, anord. skjǫldr, schwed. sköld, got. skildus (germ. *skeldu-) steht wie lit. skìltis ‘Scheibe’ als Dentalerweiterung zu der unter ↗Schale, ↗Schale genannten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ mit einer Ausgangsbedeutung ‘abgespaltenes, abgeschnittenes Holzstück, Brett’, da der Schild ursprünglich wohl aus durch einen Metallring zusammengehaltenen Holzteilen besteht. Redensartlich etw. im Schilde führen ‘eine bestimmte Absicht verfolgen’ (16. Jh.), eigentlich ‘ein auf den Schild gemaltes Wappen als Kennzeichen tragen’. Den Schutz- und Wappenschilden werden Abzeichen, Handwerks- und Gewerbesymbole, Hinweistafeln nachgebildet, für deren Bezeichnung das Substantiv allmählich neutrales Genus annimmt (zuerst im Mnd., 15. Jh., dann allgemein, obwohl von Adelung mißbilligt), so daß vom 18. Jh. an Schild2 n. ‘Platte, Tafel, Blatt mit einem Zeichen oder einer Aufschrift’ (Plur. Schilder) im Dt. üblich wird. Schildbürger m. eigentlich ‘mit einem Schild bewaffneter Stadtbewohner’ (16. Jh.; wohl als Spottname des Rittertums für die waffentragenden Stadtbewohner entstanden, vgl. auch ↗Spießbürger, s. d.), erhält durch Bezug auf die Bürger von Schilda(u), deren Streiche in einem Schwankbuch (1598) behandelt werden, die Bedeutung ‘wer so töricht oder unvernünftig handelt, daß der beabsichtigte Zweck verfehlt wird’. Daher Schildbürgerstreich (Wieland). Schilddrüse f. am Schildknorpel (aus zwei schildartigen Platten bestehend) des Kehlkopfes sitzende Drüse (18. Jh.). Schildkröte f. mit einem gewölbten Panzer versehenes Reptil, mhd. schiltkrote (s. ↗Kröte). Schildpatt n. Hornschale der Seeschildkröte (18. Jh.), mnd. schildepadde ‘Schildkröte’, nd. Schildpadde, auch ‘Schildkrötenschale, -panzer’ (zu mnd. mnl. padde ‘Kröte’, s. ↗Padde). Schildwache f. ‘das Wachestehen’, mhd. schiltwache, -waht(e) ‘die Wache mit dem Schilde’ (d. h. in voller Rüstung), im 17. Jh. auf die Wachmannschaft bzw. den Wachposten übertragen. Schilderhaus n. ‘Schutzhäuschen für den Wachposten’ (17. Jh.), zu schildern, auch (mit Assimilation) schillern, soldatensprachlich ‘Wache stehen’ (17. Jh.)

Thesaurus

Synonymgruppe
Schild · ↗Zeichen
Unterbegriffe
  • Stoppschild  ●  Stopptafel  österr.
  • Feuerwehranfahrtszone  ●  Feuerwehrauffahrtszone  österr.
Assoziationen
Geologie
Synonymgruppe
Plattform · Schild
Unterbegriffe
  • Baltischer Schild · Fennoskandischer Schild
  • Osteuropäische Plattform · Osteuropäische Tafel · Russische Plattform · Russische Tafel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Eingang Hals Helm Lanze Ortseingang Schaufenster Schlagstock Schwert Straßenrand Tür abmontieren anbringen angebracht aufhängen aufstellen befestigen blau gelb gemalt handgemalt handgeschrieben hangen heben hochhalten hängen kleben mahnen prangen warnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schild‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bereits 2003 hatte sie die Bewohner aufgerufen, überflüssige Schilder zu melden.
Die Welt, 16.02.2004
Den Kampf gegen die Schilder führt er als Hobby weiter.
Der Tagesspiegel, 01.07.2002
Wenn er sie also nicht beobachtete, führten sie, unbeobachtet, etwas gegen ihn im Schilde.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 198
Gegen sie bot das plumpe Denken des Vaters keinen Schild.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 338
In allen Läden vertraten die Schilder mit den bunten Bildern die Waren.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 54
Zitationshilfe
„Schild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schild#2>, abgerufen am 12.11.2019.

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