Schiene, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schiene · Nominativ Plural: Schienen
Aussprache
WorttrennungSchie-ne
Wortbildung mit ›Schiene‹ als Erstglied: ↗Schienenbahn · ↗Schienenbett · ↗Schienenbremse · ↗Schienenbruch · ↗Schienenbus · ↗Schienenersatzverkehr · ↗Schienenfahrzeug · ↗Schienenkreuz · ↗Schienennetz · ↗Schienenomnibus · ↗Schienenräumer · ↗Schienenstoß · ↗Schienenstrang · ↗Schienenverkehr · ↗Schienenweg · ↗schienenfrei · ↗schienengebunden
 ·  mit ›Schiene‹ als Letztglied: ↗Beinschiene · ↗Eisenbahnschiene · ↗Eisenschiene · ↗Führungsschiene · ↗Gleitschiene · ↗Laufschiene · ↗Leitschiene · ↗Metallschiene · ↗Reißschiene · ↗Richtschiene · ↗Rillenschiene · ↗Sammelschiene · ↗Seitenschiene · ↗Sicherheitsschiene · ↗Stahlschiene · ↗Straßenbahnschiene · ↗Stromschiene · ↗Tragschiene · ↗Treppenschiene · ↗Verschiebeschiene
 ·  mit ›Schiene‹ als Binnenglied: ↗Einschienenbahn · ↗Einschienenhochbahn
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
aus einem Stahlblock gewalzter, langgestreckter, profilierter Stab, auf dem sich Schienenfahrzeuge vorwärtsbewegen
Beispiele:
der Zug, die Bahn, der Kran läuft, fährt auf Schienen
die Schienen erneuern, befestigen, (ver)schweißen, (ver)legen
das Gewirr der Schienen auf dem Güterbahnhof
der letzte Wagen des Zuges ist aus den Schienen gesprungen (= entgleist)
übertragen Eisenbahn
Beispiele:
per Schiene ins Ausland reisen
die Beförderung vieler Güter hat sich von der Schiene auf die Straße verlagert
2.
profilierter Stab oder Leiste aus Holz, Eisen oder Stahl
a)
Stab, der als Laufschiene oder Führungsschiene für bewegliche Teile dient
Beispiele:
der Aufzug gleitet, von einer Schiene gehalten, empor
die Schiebetür rollt auf einer in den Boden eingelassenen Schiene
der Balg der Kamera gleitet auf einer Schiene nach vorn, wenn man ihn herauszieht
das Werkstück wird von einer Schiene automatisch in Position gebracht
eine neue Schiene einziehen
b)
Stab, der zum Zusammenhalten oder Armieren von Teilen, zum Schutz oder zur Zierde dient
Beispiel:
das Mosaik wird mit einer Schiene zusammengehalten
c)
Stab, der als Lineal dient, Reißschiene
d)
Leiste, die als stromleitender Teil in elektrischen Kraftwerken, Schaltwerken und Umspannwerken dient
3.
Medizin aus biegsamem oder festem Material, besonders Holz, Blech, Draht, hergestellte Stütze, mit der man Gliedmaßen oder Gelenke, besonders bei Knochenbrüchen richtet, ruhigstellt
Beispiele:
den Arm in einer Schiene tragen
nach einer Woche wurde die Schiene wieder abgenommen
mit einer Schiene kann man eine Verschiebung der Knochenenden verhindern
4.
historisch Arm oder Bein bedeckender Teil der Ritterrüstung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schiene · Schienbein · schienen · Reißschiene
Schiene f. ‘langgestreckte Stahlleiste als Fahrspur für Eisen- und Straßenbahnen’ (zuerst im Bergbau, 18. Jh.), zuvor ‘Leiste aus Metall, Holz u. dgl.’ (auch als Verstärkungsunterlage bei Knochenbrüchen); seit dem 18. Jh. in vielen technischen Spezialbedeutungen. Ahd. skina ‘Schienbein’ (8. Jh.), mhd. schin(e) ‘Schienbein, Röhre, Streifen’, mnd. schēne, mnl. scēne, nl. scheen, aengl. scinu, engl. shin ‘Schienbein’ stehen als n-Ableitungen (germ. *skīnō) im Sinne von ‘schmales Stück Holz, Span, schmaler, spanähnlicher Knochen’ zu der unter ↗scheiden (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’; vgl. ohne n-Formans mhd. schīe ‘Zaunpfahl’, aengl. scīa ‘Schienbein’. Hierzu gehört die mit ↗Bein (s. d.) im Sinne von ‘Knochen’ zusammengesetzte Verdeutlichung Schienbein n. ahd. skinabein (Hs. 12. Jh.), mhd. schinebein, nl. scheenbeen, aengl. scinbān, engl. shin-bone. schienen Vb. ‘mit einer Schiene versehen’ (zur Verstärkung, Stütze, Ruhigstellung), als chirurgischer Fachausdruck bereits im 17. Jh. Reißschiene f. ‘Lineal mit Querleiste am Ende, Zeichenlineal’ (19. Jh.), zu ↗reißen ‘zeichnen’ (s. d.).

Thesaurus

Eisenbahn
Synonymgruppe
Bahn · ↗Fahrbahn · ↗Fahrweg · Schiene · ↗Schienenstrang · ↗Spur · ↗Trasse  ●  Trassee  schweiz.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • strategische Bahn · strategische Eisenbahn
  • Backenschiene  ●  Stockschiene  schweiz.
  • Koralmbahn · Koralpenbahn
Assoziationen
Synonymgruppe
Nebenlinie · ↗Nebenzweig · ↗Seitenast · ↗Zweig  ●  Schiene  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gut Gütertransport Güterverkehr Nahverkehr Personennahverkehr Personenverkehr Rad Schwelle Schwerverkehr Straße Straßenbahn Transport Verkehr Verkehrsträger Verlagerung Waggon Wasserstraße Wasserweg Weiche Wettbewerb abwickeln ketten rollen rostig springen transportieren verkehrsträge verladen verlagern verlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schiene‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann schoß sein Sohn (14) einen Ball auf die Schienen.
Bild, 30.07.2005
Die Schiene verleiht dem Möbel auf der ganzen Breite Stabilität.
Der Tagesspiegel, 29.11.2001
So hat er gelernt, genau hinzusehen, nicht nur bei den Schienen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 378
Sie suchte zweifellos eine Linie, einen Zwang in den Schienen, eine Leitung.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 130
Er kennt auf der eisernen Schiene nur die eiserne Pflicht.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8157
Zitationshilfe
„Schiene“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schiene>, abgerufen am 22.09.2019.

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