Scherflein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Scherfleins · Nominativ Plural: Scherflein · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungScherf-lein (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

kleiner Geldbetrag
Beispiele:
sein, ein Scherflein zu etw. beitragen, beisteuern, spenden
ein Scherflein entrichten, geben
ein Scherflein für die Notleidenden [BebelAus meinem Leben628]
übertragen Mitwirkung an etw., Beitrag
Beispiel:
sein Scherflein zum Gelingen des großen Werkes beitragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scherflein n. ‘Beitrag, Anteil’ (18. Jh.), zuvor ‘kleinste Münze’ (16. Jh.), Deminutivum von ahd. skerph, skerf (Hs. 12. Jh.), mhd. scherpf, scherf, mnd. scherf ‘kleine Münze’. Die Substantivbildung gehört semantisch eng zu den Verben ahd. scarbōn ‘zerschneiden, zerstückeln’ (10. Jh.), mhd. scharben, scherben ‘in kleine Stücke, blättchenweise schneiden, schaben’, mnd. scharven, scherven, aengl. (ge)scearfian ‘abkratzen’, (stark flektierend) (ge)sceorfan ‘abschneiden, kratzen, zerfetzen, nagen, ritzen’ und stellt sich mit ↗Scherbe (s. d.) zu der dort genannten Labialerweiterung ie. *(s)kerp-, *(s)krep- der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren).

Thesaurus

Synonymgruppe
Almosen · ↗Armengeld · ↗Gabe · ↗Gnadenbrot · Gnadengeschenk · ↗Obolus · ↗Spende · ↗Zuwendung · milde Gabe  ●  Scherflein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Sanierung Witwe beisteuern beitragen bescheiden entrichten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Scherflein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch der Bund wird, so hoffen viele, sein Scherflein beitragen.
Die Zeit, 20.02.1995, Nr. 08
Um wieder freizukommen, mußte man ein Scherflein fürs Erntefest entrichten.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 28
Angesichts seiner Lage mochte er auch sein Scherflein zur Wahl beisteuern.
konkret, 1984
Unser Scherflein zur Linderung der allgemeinen Not ist klein, aber es will gegeben sein.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 228
Sicher hat die durch den Verein betriebene Aufklärungsarbeit ihr Scherflein zu dem großen Wahlsieg der Arbeiterklasse beigetragen.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 23096
Zitationshilfe
„Scherflein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Scherflein>, abgerufen am 18.10.2019.

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