Schererei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schererei · Nominativ Plural: Scherereien
Aussprache
WorttrennungSche-re-rei (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich Unannehmlichkeit, Ärger
Beispiele:
Scherereien mit jmdm. bekommen, haben
jmdm. Scherereien bereiten, ersparen wollen, machen
da wird es Scherereien geben
sich [Dativ] wegen jmdm. Scherereien machen
Scherereien, Plackereien und Gewalttätigkeiten der Behörden gegen die sozialistischen Organisationen [BebelAus meinem Leben570]
und ich will Ihnen alle nötigen Papiere ohne viel Schererei verschaffen [FedererBerge291]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheren1 · ungeschoren · Schererei
scheren1 Vb. ‘(eine Oberfläche) kahlschneiden, rasieren, etw. kurz abschneiden’. Das starke Verbum ahd. skeran ‘schneiden, scheren’ (8. Jh.), mhd. schern ‘(ab)schneiden, scheren, durch Scheren der Tonsur zum Mönch bestimmen, abernten, belästigen, quälen, abteilen, ordnen’, mnd. schēren, mnl. scēren ‘schaben, kratzen, scheren’, nl. scheren, aengl. sceran, engl. to shear ‘scheren, abschneiden, mähen’, anord. skera ‘schneiden, schlachten’, schwed. skära hat neben sich ein (im Nhd. nicht erhaltenes) schwaches Verbum ahd. skerren ‘einordnen, einlassen, begrenzen’ (um 800), mhd. schern ‘(ab)teilen, wohin schaffen, absondern, ausschließen, zuteilen’, asächs. skerian ‘zu-, einteilen’, mnd. schēren, mnl. scēren ‘zuteilen’, aengl. scearian ‘zuteilen, bestimmen’. Das schwache Verb gehört semantisch eng zu den unter ↗Schar (s. d.) behandelten Substantivformen und ist wohl als Denominativum aufzufassen. Außergerm. sind verwandt aind. kṛṇā́ti ‘verletzt, tötet’, utkīrṇa ‘ausgeschnitten, eingeritzt’, griech. ké͞irein (κείρειν) ‘abschneiden, scheren’, lit. skìrti ‘trennen, teilen, scheiden, zuteilen’, lat. caro ‘Fleisch’, eigentlich ‘Stück (Fleisch)’ sowie air. scar(a)im ‘trenne’. Erschließbar ist eine verbreitete und vielfach erweiterte Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Hierher gehören Wendungen wie sich (nicht) um etw. scheren ‘sich (nicht) kümmern, sorgen um etw.’ (17. Jh.), heute meist schwach flektiert (unter dem Einfluß von ↗scheren?, s. d.), wohl auf die Bedeutung von mhd. schern ‘belästigen, quälen’ (s. oben) zurückgehend; (alles) über einen Kamm scheren ‘mit demselben Maß messen, auf gleiche Weise behandeln’ (16. Jh.); sein Schäfchen scheren ‘seinen Vorteil wahrnehmen’ (18. Jh.). ungeschoren Part.adj. (bleiben oder lassen) ‘unbelästigt, unbehelligt’, ahd. ungiscoran (10. Jh.), mhd. ungeschorn. Schererei f. ‘Unannehmlichkeit’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Plage · ↗Ärgernis  ●  Schererei  ugs.
Assoziationen
  • Konflikte · Probleme · Schererei(en) · ↗Streit · ↗Stress · ↗Unmut · ↗Ärger · Ärgerlichkeiten  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · ↗Krach  ugs. · Misshelligkeiten  geh. · ↗Theater  ugs. · ↗Trouble  ugs., engl. · Verdrießlichkeiten  geh., selten
Synonymgruppe
Auseinandersetzung · ↗Brüche · Differenzen · Dispute · Querelen · Reibereien · Streitigkeiten · Zerwürfnisse  ●  Schererei  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Konflikte · Probleme · Schererei(en) · ↗Streit · ↗Stress · ↗Unmut · ↗Ärger · Ärgerlichkeiten  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · ↗Krach  ugs. · Misshelligkeiten  geh. · ↗Theater  ugs. · ↗Trouble  ugs., engl. · Verdrießlichkeiten  geh., selten
  • Selbstdemontage · ↗Selbstzerfleischung · ↗Selbstzerstörung · erbitterte interne Auseinandersetzungen  ●  ↗Kannibalismus  geh.
Synonymgruppe
Umstand · ↗Unannehmlichkeit · ↗Ungemach · ↗Widrigkeit  ●  ↗Malesche  ugs., norddeutsch · Schererei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Konflikte · Probleme · Schererei(en) · ↗Streit · ↗Stress · ↗Unmut · ↗Ärger · Ärgerlichkeiten  ●  (der) Haussegen hängt schief  ugs., fig. · (die) Kacke ist am dampfen  derb, fig. · Huddel  ugs., saarländisch · ↗Krach  ugs. · Misshelligkeiten  geh. · ↗Theater  ugs. · ↗Trouble  ugs., engl. · Verdrießlichkeiten  geh., selten
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Briefwechsel bereiten einbringen ersparen juristisch kriegen unnötig vermeiden verursachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schererei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit dem Kauf im Jahr 1994 hatte das britische Unternehmen den Bayern nur Scherereien gemacht.
Die Welt, 13.04.2005
Es gab keinerlei Scherereien und ich kriegte ein hübsches Zimmer.
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2000
Sie ist auf nichts eingegangen, auch aufs Vergiften nicht und jetzt hat sie die Scherereien.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 103
Meine Briefe haben mir sehr geholfen: besonders einmal habe ich viele Scherereien vermieden.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 11.04.1924. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924], S. 16018
Jetzt würde ich auch noch Scherereien wegen einer Nachzahlung kriegen!
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 100
Zitationshilfe
„Schererei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schererei>, abgerufen am 15.10.2019.

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