Schelmenstreich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchel-men-streich
WortzerlegungSchelmStreich
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
lustiger, mutwilliger Streich, durch den jmd. übertölpelt, hereingelegt wird, Eulenspiegelei
2.
veraltet Betrug
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schelm · schelmisch · Schelmenstreich
Schelm m. ‘Spaßvogel, schalkhaftes Kind, Schlingel’. Ahd. scalmo (9. Jh.), scalm (11. Jh.), skelmo (Hs. 12. Jh.), mhd. schalm(e), schelm(e) ‘Pest, Seuche’ nimmt in mhd. Zeit auch die Bedeutung ‘toter Körper, Aas’ an, entwickelt sich von da aus zum Schimpfwort im Sinne von ‘Bösewicht, Schurke, Betrüger, Dieb, Verräter’ und zum Beinamen des als unehrbar geltenden Scharfrichters und Schinders; vgl. noch Ende 18. Jh.: dein Vater ist zum Schelm (‘Verräter’) an mir geworden (Schiller). Im 17. Jh. beginnt diese pejorative Bedeutung sich zu ‘armer Kerl, bemitleidenswerter Mensch’ und dann zu ‘loser, neckischer Mensch’ abzuschwächen, und Schelm kann sogar den Charakter eines Kosewortes erhalten (vgl. kleiner Schelm, 18. Jh.). Die Herkunft des nur im Dt. auftretenden Substantivs (anord. skelmir ‘Teufel’ und die entsprechenden nl. schwed. dän. norw. Formen sind Entlehnungen aus mnd. schelm) ist ungewiß; Anschluß (mit Nasalsuffix) an die Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. ↗Schale, ↗Schale, ↗Schild) stößt auf semantische Schwierigkeiten. schelmisch Adj. ‘fröhlich, neckisch, zu Schabernack bereit’ (18. Jh.), älter ‘abgestorben, tot, schurkisch, betrügerisch’ (16. Jh.), ‘ansteckend’ (15. Jh.); vgl. voraufgehendes mhd. schelmec, schelmic ‘pestisch, verpestet (von gefallenen Tieren), an einer Seuche leidend’, frühnhd. schelmig. Schelmenstreich m. ‘lustiger Streich, Schabernack’, zuvor ‘Diebes-, Schurkentat’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eskapade · ↗Kapriole · Schelmenstreich · ↗Streich · närrischer Einfall  ●  ↗Mätzchen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bubenstreich · ↗Bubenstück · ↗Eulenspiegelei · ↗Jungenstreich · ↗Lausbubenstreich · ↗Lausbüberei · ↗Schabernack · Schelmenstreich · ↗Schelmenstück · ↗Schildbürgerstreich  ●  ↗Dummejungenstreich  Hauptform · ↗Donquichotterie  geh. · ↗Hanswurstiade  geh., veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Verlag hat übrigens anscheinend hinter, den Schelmenstreichen seines Autors nicht zurückstehen wollen.
Die Zeit, 01.12.1978, Nr. 49
Doch auch Klarinette, Flöte und Oboe wissen die Schelmenstreiche mit köstlichem Humor anzureichern.
Der Tagesspiegel, 15.02.2005
Es besteht vor allem aus kleinen Geschichten, Schnurren und Anekdoten, aus Humoresken und Schelmenstreichen, aus Witzen, Späßen und Scherzen.
Die Zeit, 01.04.1966, Nr. 14
Mit der Geschichte des Till Eulenspiegels, einer literarischen Figur aus dem 16. Jahrhundert, und seinen Schelmenstreichen hat das fast nichts zu tun.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2003
Da er so schön "Don Quichote" und Molières Komödie "Scapins Schelmenstreiche" illustrierte, erinnert Harenbergs Literatur Tageskalender (16,90 Euro) an ihn.
Die Welt, 06.12.2003
Zitationshilfe
„Schelmenstreich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schelmenstreich>, abgerufen am 24.10.2019.

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