Schauspieler, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schauspielers · Nominativ Plural: Schauspieler
Aussprache
WorttrennungSchau-spie-ler
Wortbildung mit ›Schauspieler‹ als Erstglied: ↗Schauspielerbande · ↗Schauspielerberuf · ↗Schauspielerin · ↗schauspielerisch
 ·  mit ›Schauspieler‹ als Letztglied: ↗Amateurschauspieler · ↗Berufsschauspieler · ↗Filmschauspieler · ↗Laienschauspieler · ↗Nachwuchsschauspieler · ↗Provinzschauspieler · ↗Schmierenschauspieler · ↗Starschauspieler · ↗Volksschauspieler · ↗Vollblutschauspieler
 ·  mit ›Schauspieler‹ als Grundform: ↗Schauspielerei
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
jmd., der nach einer entsprechenden Ausbildung (an einer Hochschule) auf der Bühne, im Film bestimmte Rollen darstellt
Beispiele:
jmd. möchte Schauspieler werden, ist (von Beruf) Schauspieler
er ist ein routinierter, wandlungsfähiger, berühmter, genialer Schauspieler
das Publikum dankte den Schauspielern mit herzlichem Applaus
2.
abwertend, übertragen jmd., der sich verstellen kann, Heuchler
Beispiele:
er ist ein raffinierter Schauspieler
du kannst mir nichts vormachen, du bist ein schlechter Schauspieler!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schauen · Schau · Schauer1 · anschauen · anschaulich · veranschaulichen · Anschauung · beschauen · Beschauer · beschaulich · zuschauen · Zuschauer · Schaufenster · Schauplatz · Schauspiel · Schauspieler · schauspielern
schauen Vb. ‘den Blick auf etw. richten, betrachten, achtgeben, sich kümmern um, innerlich erblicken, erfassen, erkennen’, ahd. scouwōn (8. Jh.), mhd. schouwen, asächs. skauwon, mnd. schouwen, schau(w)en, mnl. scouwen, nl. schouwen, afries. skāwia, skōwia, aengl. scēawian, engl. to show (germ. *skauwōn). Verwandt sind weiter (unsicheres) got. unskaus (für *usskaus?) ‘nüchtern, vorsichtig’ (d. i. -skaus ‘schauend’), griech. thyoskóos (θυοσκόος, aus *-σκοϜός) ‘Opferschauer’ sowie das unter ↗schön (s. d.) behandelte Adjektiv, auch (ablautend) anord. skoða ‘schauen, untersuchen’, schwed. skåda und (mit nord. Entwicklung zum Guttural) anord. skygn ‘scharfsehend, klug’, skygna ‘schauen, spähen’. Alle Formen lassen sich auf eine mit s- anlautende Variante ie. *skeu- der Wurzel ie. *kē̌u- ‘worauf achten, beobachten, schauen’, auch ‘hören, fühlen, merken’ (wozu ↗hören, s. d. weitere Verwandte) zurückführen. Schau f. ‘(prüfendes) Ansehen, intuitives Erleben, Erfassen, Blickpunkt, Sichtweise’, mhd. schouwe, schowe, schou ‘suchendes, prüfendes Schauen’ (erhalten in Brautschau), ‘Blick, das Anschauen, Anblick, was angesehen wird, Gestalt’ (bis ins 17. Jh. auch m.); vgl. die Wendungen zur Schau stellen, zur Schau tragen ‘öffentlich zeigen, vorführen’ (18. Jh.). In neuerer Zeit (unter dem Einfluß von engl. show) häufig in Komposita für ‘Ausstellung’ (Blumen-, Leistungs-, Moden-, Tierschau) oder für eine ‘öffentliche, auf optische Wirkung ausgerichtete Veranstaltung’ (Bühnen-, Fernseh-, Superschau). In der Folge tritt das Simplex Schau oft für aus dem Engl. entlehntes ↗Show (s. d.) ein. Schauer1 m. ‘Betrachter, Besichtiger, Prüfer’, ahd. scouwāri (um 1000), mhd. schouwære, schower ‘Betrachter, Münzprüfer, Fleischbeschauer’, frühnhd. auch ‘Seher, Prophet’. anschauen Vb. ‘ansehen, prüfend betrachten’, ahd. anascouwōn (9. Jh.), mhd. aneschouwen; anschaulich Adj. ‘leicht, optisch gut vorstellbar, bildhaft’, mhd. anschouwelich ‘in religiöse Betrachtung versunken’; veranschaulichen Vb. ‘durch Bilder, Vergleiche u. dgl. vorstellbar, deutlich machen’ (um 1800); Anschauung f. ‘das Sehen, Anblick’ (15. Jh.), ‘Betrachtungsweise, Vorstellung, Gesichtspunkt, Meinung’ (18. Jh.), ahd. anascouwunga ‘das Ausschauhalten, geistige Betrachtung’ (8. Jh.), mhd. anschouwunge ‘geistige, kontemplative Betrachtung’. beschauen Vb. ‘(prüfend, eingehend) betrachten, besehen’, ahd. biscouwōn ‘schauen, (an)sehen, berücksichtigen’ (8. Jh.), mhd. beschouwen; Beschauer m. ‘Prüfer’, ahd. biscouwāri ‘Betrachter, Beobachter’ (10. Jh.), mhd. beschouwære ‘(obrigkeitlicher) Besichtiger, Prüfer’; beschaulich Adj. ‘betrachtend, kontemplativ’, spätmhd. beschouwelich; vgl. besonders beschawlich leben (1460). zuschauen Vb. ‘den Blick auf einen Punkt richten, hin-, zusehen’ (16. Jh.); Zuschauer m. ‘wer auf etw. hinsieht, einer Vorführung zusieht’ (16. Jh.). Schaufenster n. ‘Fenster, in dem etw. zur öffentlichen Ansicht ausgestellt wird’ (19. Jh.). Schauplatz m. ‘öffentlicher Platz, auf dem Schauspiele aufgeführt werden, Theater’ (16. Jh.), ‘Platz, auf dem sich etw. abspielt, wo etw. geschieht’ (17. Jh.), vgl. Kriegsschauplatz. Schauspiel n. ‘jedes vor Zuschauern öffentlich gezeigte Spiel’, besonders ‘dramatische Dichtung und deren szenische Aufführung’ (Ende 15. Jh.), neben häufigerem Komödie, Tragödie; vom 18. Jh. an geläufig und Lustspiel und Trauerspiel ausdrücklich zusammenfassend. Schauspieler m. ‘wer in szenischen Aufführungen auftritt’ (16. Jh.), danach ‘darstellende Person auf dem Theater’, neben ↗Komödiant (s. d.), dieses jedoch vom 18. Jh. an zurückdrängend. schauspielern Vb. ‘anderen etw. vormachen, vortäuschen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akteur · ↗Darsteller · ↗Mime · Schauspieler  ●  ↗Schmierenkomödiant  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Komparse · ↗Statist
  • Double · Ersatzdarsteller
  • Filmschauspieler
  • Mario Girotti (bürgerlich) · Terence Hill
  • Bud Spencer · Carlo Pedersoli (bürgerlich)
  • Greta Garbo · Greta Lovisa Gustafsson  ●  (die) Göttliche  ugs. · (die) Traumprinzessin der Ewigkeit  ugs. · (die) schwedische Sphinx  ugs.
  • Dick und Doof · Laurel und Hardy · Stan & Ollie · Stan Laurel und Oliver Hardy
  • (der) Mann, der niemals lachte · Buster Keaton
  • Elvis Presley  ●  Elvis  ugs. · der King  ugs.
  • Bühnenkünstler · ↗Theaterschauspieler
  • Curd Jürgens  ●  (der) normannische Kleiderschrank  ugs.
  • Laiendarsteller · ↗Laienschauspieler
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autor Bühne Dramaturg Drehbuchautor Ensemble Entertainer Kabarettist Komiker Moderator Musiker Produzent Regisseur Schauspielerin Schriftsteller Sänger Theater Tänzer agieren amerikanisch bekannt beliebt berühmt britisch großartig hervorragend jung professionell prominent verstorben wunderbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schauspieler‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus einer früheren Ehe hatte der Schauspieler außerdem einen Sohn.
Die Zeit, 20.06.2013 (online)
Aber mit den Schauspielern hat er so etwas nie gemacht.
Müller, Heiner: Ich wünsche mir Brecht in der Peep-Show. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1988], S. 64
Ein Schauspieler erzählt, was geschähe, würde sich die Geschichte ereignen.
konkret, 1987
Und das glaubte ich ihnen glatt, aber verschwieg meine heimliche Sehnsucht, selber Schauspieler zu werden.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 196
Er war eben Schauspieler, jeden Abend ging er ins Theater, und hinterher probten sie noch die halbe Nacht.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 149
Zitationshilfe
„Schauspieler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schauspieler>, abgerufen am 22.04.2019.

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