Schattenriss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchat-ten-riss
WortzerlegungSchattenRiss2
Ungültige SchreibungSchattenriß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
eWDG, 1974

Bedeutung

schwarzes flächiges Bild, das nur den Umriss, das Profil des Dargestellten zeigt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatten · schatten · beschatten · überschatten · schattieren · schattig · Schattenbild · Schattenriß · Schattenspiel
Schatten m. ‘hinter einem beleuchteten Körper entstehende dunkle Fläche, deren Umriß dem des Körpers entspricht, Dunkel, Dämmerung, visionäre Erscheinung, Geist’, auch ‘Sorge, Kummer, Spur, Anzeichen’. Die teils auf einem maskulinen, teils auf einem femininen w-Stamm (germ. *skaþwa- m., *skaþwō f.) beruhenden germ. Formen ahd. scato, Genitiv scatawes (8. Jh.), mhd. schate, auch schatewe, schetewe, asächs. skado, mnd. schāde, aengl. sc(e)adu, mengl. sceadewe, shadewe, engl. shade, shadow, mnl. scāde, scāduwe, nl. schaduw, got. skadus lassen sich mit griech. skótos (σκότος) ‘Finsternis, Dunkel’ und dehnstufigem air. scāth ‘Schatten, Schutz, Spiegel’ verbinden. Weiteres ist nicht mit Sicherheit auszumachen. Bereits das Mhd. zeigt auch schwache Flexion, aus deren obliquen Kasus sich die moderne Form Schatten entwickelt. schatten Vb. ‘Schatten werfen, geben’, ahd. scatawen (8. Jh.), mhd. schatewen, schetewen ‘Schatten geben’, unpersönlich ‘schattig, dunkel werden’. Das bereits im Mhd. seltene Verb wird im 18. Jh. (durch Klopstock) wieder aufgenommen, bleibt aber nur in poetischer Sprache erhalten. beschatten Vb. ‘mit Schatten versehen’, ahd. biscatawen (9. Jh.), mhd. beschatewen, -schetewen. Nhd. jmdn. beschatten ‘(wie ein Schatten) unbemerkt (ver)folgen’ (1. Hälfte 20. Jh.) ist eine Wiedergabe von engl. to shadow und wird durch Kriminalromane verbreitet; danach auch in der Sportsprache seinen Gegner beschatten. überschatten Vb. (16. Jh.). schattieren Vb. ‘Schatten einzeichnen, eine Farbe durch Hell und Dunkel abtönen’, Ausdruck der Malerei (17. Jh.). schattig Adj. ‘voller Schatten, Schatten gebend’ (15. Jh.). Schattenbild n. ‘auf eine durchscheinende, beleuchtete Wand als Schatten geworfenes Bild’, auch ‘Trugbild’ (17. Jh.). Schattenriß m. ‘schwarz ausgefüllte Umrißzeichnung eines Körpers nach seinem Schatten’ (17. Jh.). Schattenspiel n. Art des Puppenspiels, bei dem Schatten von Figuren auf eine beleuchtete, lichtdurchlässige Wand geworfen werden (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schattenbild · Schattenriss · ↗Scherenschnitt · ↗Silhouette

Typische Verbindungen
computergeneriert

Figur Gestalt Profil Scherenschnitt Silhouette Wand abbilden abzeichnen bewegt dunkel erkennen erscheinen riesig scharf schwarz zeichnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schattenriß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst das funktioniert immer noch nur mit zweidimensionalen Schattenrissen einigermaßen befriedigend.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2001
Hinter den Schattenrissen der Kokospalmen geht die Sonne unter und färbt die Felder golden.
Die Zeit, 20.10.2012, Nr. 42
Aus kolorierten Kinoszenen werden Scherenschnitte, aus schwarzen Schattenrissen strahlende Glanzoblaten.
Die Zeit, 20.05.1996, Nr. 21
In einem "Space Clearing" mit Schattenrissen und Schauspiel-Aufführungen sollte die Wohnung von allem Schlechten befreit werden, mindestens vom schlechten Image.
Die Welt, 11.09.2003
Sie waren in farbenprächtige Gewänder voller Symbole gekleidet, in gestickte Stoffe, shoowas, die alle mit den Symbolen des Clans geschmückt waren, den Schattenrissen von Bierflaschen.
Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 146
Zitationshilfe
„Schattenriss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schattenriss>, abgerufen am 20.09.2019.

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