Schapp

Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Seemannssprache
a)
Schrank, Spind
b)
(Schub)fach
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaff · Schapp · Schäffler · Scheffel · scheffeln
Schaff n. ‘Schöpf-, Messgefäß, Hohlmaß für Flüssigkeiten und Getreide, Bottich, (Wand)schrank’, ahd. scaf (Hs. 12. Jh.), mhd. schaf ‘Gefäß für Flüssigkeiten, Getreidemaß’, asächs. skap ‘Gefäß, Weinfaß’, mnd. schap ‘Schrank, Faß’, nd. Schapp n. ‘Spind, Schrank, Schubfach’, mnl. scap, nl. schap ‘Brett (eines Wandschranks), Schrank’, afries. skep ‘Gefäß’ (westgerm. *skapa-). Herkunft unsicher. Denkbar ist ein Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- ‘schnitzend gestalten’ der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ (s. ↗schaffen). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘etw. Ausgehöhltes, Ausgeschabtes’, die sich zu ‘Gefäß’ und ‘Behältnis’ sowie (nd.-nl.) zu ‘Schrank’ weiterentwickelt. Schaff ist im heutigen Hd. auf obd. Gebiet begrenzt. Schäffler m. obd. ‘Böttcher, Faßbinder’, spätmhd. scheffelære, scheffeler. Scheffel m. ‘hölzernes Gefäß, Hohlmaß für Getreide, Schöpfgefäß’, ahd. skeffil (8. Jh.), mhd. scheffel, schepfel, asächs. skepil, mnd. schēpel, mnl. scēpel, nl. schepel. Wohl eine Bildung mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- zu ie. *skā̌b(h)- ‘schnitzend gestalten’, einer Variante der oben genannten Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p-. Kaum eine deminutive Ableitung von Schaff. Redensartlich sein Licht (nicht) unter den Scheffel stellen ‘Wissen und Können (nicht) aus Bescheidenheit verbergen’ (16. Jh., nach Matth. 5, 15 f.), das Geld mit Scheffeln messen ‘sehr reich sein’ (19. Jh.). scheffeln Vb. ‘Scheffel füllen’ (17. Jh.). Redensartlich Geld scheffeln ‘Geld in großer Menge einnehmen und anhäufen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kiste · ↗Lade · ↗Truhe  ●  Schapp  ugs., regional · ↗Schrein  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Spind  ●  ↗Kasten  süddt. · ↗Schrank  Hauptform · ↗Schaff  ugs., regional · ↗Schaft  ugs., schweiz., süddt. · Schapp  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und grabsch mal in das Schapp hinter deinem Sofa, junger Mann!
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 38
Doch was bei Schapp Verstrickung ist, wird uns nun als Befreiung präsentiert.
Die Zeit, 19.09.1986, Nr. 39
Zitationshilfe
„Schapp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schapp>, abgerufen am 23.08.2019.

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