Schaltjahr, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSchalt-jahr (computergeneriert)
Wortzerlegungschalten1Jahr
eWDG, 1974

Bedeutung

alle vier Jahre wiederkehrendes Jahr mit einem Schalttag
Beispiel:
das Schaltjahr zählt 366 Tage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schalten · Schalter · Schaltjahr
schalten Vb. ‘mit etw. umgehen, herrschen, wirtschaften, einen Hebel, Schalter betätigen’. Das ursprünglich stark flektierende (reduplizierende) Verb ahd. scaltan ‘(ein Schiff) stoßen, schieben, fortbewegen’ (9. Jh.), mhd. schalten, schalden ‘mit der Stange fortstoßen, mit dem Ruder in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen’, asächs. skaldan läßt sich vielleicht über das zugehörige ahd. scalta (10. Jh.), mhd. schalte ‘Stange zum Fortstoßen des Schiffes’, wenn ursprünglich ‘abgeschnittene Stange’, auf eine Bildung mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ zurückführen (wozu auch ↗Schild und ↗Schale, ↗Schale). Schwache Flexion begegnet zuerst im Md. des 14. Jhs.; sie wird vom 16. Jh. an vorherrschend. Wohl unter Einfluß von ↗walten (s. d.) setzt sich im 16. Jh. auch die übertragene Bedeutung ‘lenken, leiten, herrschen, wirtschaften’ durch, vgl. formelhaftes schalten und walten (16. Jh.). Ausgehend von der Bedeutung ‘eine Stange, einen Pflock oder Hebel betätigen’ und unter dem Einfluß von Schalter (s. unten) gewinnt in neuerer Sprache im technischen, zumal elektrotechnischen Bereich schalten mit seinen Präfixbildungen wie ab-, aus-, ein-, umschalten weite Verbreitung. Schalter m. (den verschiedenen Bedeutungen des Verbs folgend) ‘Lenker, Leiter’ (17. bis 19. Jh., danach kaum noch üblich); ‘Gerät zum Schalten’, z. B. ‘Pflock, Riegel’ (15. Jh.), dazu ‘Hebel, Schieber, Vorrichtung zum Schließen oder Unterbrechen eines Stromkreises’ (19. Jh.); ‘Verschlußstück einer Öffnung, Fensterladen’ (18. Jh.), auch ‘Schiebefenster’, das bei Öffnung den Verkehr zwischen Diensttuendem und Publikum ermöglicht (19. Jh.), dann überhaupt ‘Ort, Stelle an einem langen Tisch, einer Theke, wo Publikum bedient bzw. abgefertigt wird’ (20. Jh.). Schaltjahr n. ‘durch den eingeschobenen 29. Februar um einen Tag verlängertes Jahr’, ahd. scaltjār (8. Jh.), mhd. schaltjār; eigentlich ‘Jahr, in dem (ein Tag) eingestoßen, eingeschoben wird’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Februar Kalender berücksichtigen gebären

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaltjahr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem ist nämlich nicht alle vier Jahre ein Schaltjahr.
Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14
Und um es schließlich ganz genau zu machen, fällt in allen durch 400 teilbaren Jahren das eigentlich ausfallende Schaltjahr doch nicht aus.
Der Tagesspiegel, 20.02.1998
Es hat wohl, ja richtig, seit 1991 zwei Schaltjahre gegeben.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.1996
Wie alle Jahre, deren Jahreszahlen durch vier teilbar sind, ist 1980 ein Schaltjahr.
o. A. [cu]: Schaltjahr. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1980]
Auch die Schaltjahre, die sich aus ihnen ergeben, stimmen mit den aus der Urkunde bekannten Schaltjahren seiner Regierung überein.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 9992
Zitationshilfe
„Schaltjahr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schaltjahr>, abgerufen am 22.05.2019.

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