Schaf, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schaf(e)s · Nominativ Plural: Schafe
Aussprache
Wortbildung mit ›Schaf‹ als Erstglied: ↗Merzschaf · ↗Schafblattern · ↗Schafbock · ↗Schafbremse · ↗Schafchampignon · ↗Schafdarm · ↗Schafdung · ↗Schafdünger · ↗Schafeuter · ↗Schaffell · ↗Schaffleisch · ↗Schafgarbe · ↗Schafhaltung · ↗Schafherde · ↗Schafhirt · ↗Schafhirte · ↗Schafhürde · ↗Schafkoben · ↗Schafkopf · ↗Schafkälte · ↗Schafkäse · ↗Schaflamm · ↗Schafleder · ↗Schafmilch · ↗Schafmist · ↗Schafnase · ↗Schafpelz · ↗Schafpocken · ↗Schafpudel · ↗Schafsblick · ↗Schafsbock · ↗Schafsbremse · ↗Schafschampignon · ↗Schafschere · ↗Schafscheren · ↗Schafscherer · ↗Schafschur · ↗Schafsdarm · ↗Schafsdung · ↗Schafsdünger · ↗Schafseuter · ↗Schafsfell · ↗Schafsfleisch · ↗Schafsherde · ↗Schafshirt · ↗Schafshirte · ↗Schafskleid · ↗Schafskoben · ↗Schafskopf · ↗Schafskälte · ↗Schafskäse · ↗Schafsleder · ↗Schafsmilch · ↗Schafsmist · ↗Schafsnase · ↗Schafspelz · ↗Schafspudel · ↗Schafsschere · ↗Schafsscheren · ↗Schafsstall · ↗Schafsstelze · ↗Schafstall · ↗Schafstelze · ↗Schafstrift · ↗Schafsweide · ↗Schafswolle · ↗Schafszucht · ↗Schafszüchter · ↗Schaftrift · ↗Schafweide · ↗Schafwolle · ↗Schafzucht · ↗Schafzüchter · ↗Schäfchen · ↗Schäflein
 ·  mit ›Schaf‹ als Letztglied: ↗Bergschaf · ↗Bähschaf · ↗Fettschwanzschaf · ↗Fettsteißschaf · ↗Fleischschaf · ↗Hausschaf · ↗Heideschaf · ↗Karakulschaf · ↗Klonschaf · ↗Landschaf · ↗Mastschaf · ↗Melkschaf · ↗Merinoschaf · ↗Milchschaf · ↗Mutterschaf · ↗Mähschaf · ↗Schlachtschaf · ↗Steppenschaf · ↗Wildschaf · ↗Wollschaf · ↗Zuchtschaf
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mittelgroßes, genügsames Horntier, das wegen seiner Wolle, seines Fleisches und auch wegen seiner Milch und seines Felles als Haustier gehalten wird und in steppenhaften Hügellandschaften und Gebirgslandschaften auch wild lebt
Synonym zu Schäfchen
Beispiele:
ein Schaf halten
die Schafe weiden (lassen), austreiben, hüten, füttern, tränken, scheren
Schafe züchten
ein Schaf schlachten
das Schaf hat gelammt
das Schaf blökt
umgangssprachlich das Schaf mäht
eine Herde Schafe
ein geschorenes Schaf
umgangssprachlich, abwertend wie eine Herde Schafe laufen
sanft, geduldig, furchtsam wie ein Schaf sein
2.
umgangssprachlich, vertraulich Sinnbild der Dummheit   Dummchen, Dummerchen
Synonym zu Schäfchen
Beispiele:
so ein kleines Schaf!
du Schäfchen!
abwertend Dummkopf
Beispiel:
er ist ein dummes, großes Schaf
Sinnbild allzu großer Geduld, Sanftmut (und Einfalt)
Beispiele:
sie ist ein geduldiges, gutmütiges Schaf
Weiß der Teufel, was sie von dem harmlosen Schaf, dem Bertin, für eine Vorstellung haben [A. ZweigErziehung24]
3.
umgangssprachlich das schwarze Schaf in einer Gemeinschaftjmd., dem wegen seiner von der herrschenden Norm abweichenden Lebensweise oder Anschauungen die übrigen Mitglieder einer Gemeinschaft negativ gegenüberstehen
Beispiele:
er ist das schwarze Schaf der, in der Familie
Er war das einzige schwarze Schaf unter den Kollegen [WintersteinLeben1,233]
Ich war [in der Schule] das schwarze Schaf. Das Kommunistenkind [KleineidamVon Riesen4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaf · Schäfer · Schäferstunde · Schäferstündchen · Schaf(s)kopf
Schaf n. Der nur westgerm. bezeugte Name des Wolle und Milch spendenden Haustieres ahd. scāf (8. Jh.), mhd. schāf, asächs. skāp, mnd. schāp, mnl. scaep, nl. schaap, afries. skēp, aengl. scēap (angl. scēp), engl. sheep (westgerm. *skēpa-) hat keine ie. Entsprechungen, so daß de Vries Nl. 603 darin ein nicht-ie. Substratwort sieht, während Knobloch in: Sprachwissenschaft 12 (1987) 475 f. Schaf im Sinne von ‘das Geschorene’ an die unter ↗schaben (s. d.) angegebene Wurzel anschließen möchte. Im Ostgerm. gilt dafür das unter ↗Lamm (s. d.) behandelte, im Nordgerm. ein im Ablaut zu ↗Vieh (s. d.) stehendes Substantiv. Den alten Tiernamen ie. *ou̯is ‘Schaf’ setzen fort griech. óïs (ὄϊς), lat. ovis, lit. avìs, air. ōi, aslaw. ovьca, russ. ovcá (овца), ahd. ou (8. Jh.), mhd. ouwe, aengl. ēowu. Er ist heute noch erhalten in nl. ooi ‘Schaf’ sowie in nhd. (obd.) Aue, engl. ewe ‘Mutterschaf’. Die Redensart sein Schäfchen ins Trockene bringen ‘das Seine in Sicherheit bringen, sich (auf Kosten anderer) Vorteil verschaffen’ (16. Jh.) bedeutet wohl eigentlich ‘Schafe von nasser, sumpfiger Weide holen, um sie vor Schaden zu bewahren’. Schäfer m. ‘wer Schafe hütet und versorgt’, ahd. scāfāri, scāferi (9./10. Jh.), mhd. schæfære, schæfer. Schäfer und Schäferin sind in der Idyllendichtung des 17. und 18. Jhs. das Sinnbild für Unschuld und zärtliche Liebe, daher Schäferstunde f. ‘intime erotische Begegnung von Verliebten’, Ausdruck der Schäferdichtung mit Hirt und Hirtin als anspruchslose, friedliche Symbolgestalten, Übersetzung (Anfang 18. Jh.) von frz. heure du berger (1650); heute vornehmlich Schäferstündchen n. Schaf(s)kopf m. ‘Kopf eines Schafs’ (16. Jh.), ‘einfältiger, dummer Mensch’ (18. Jh.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Schaf [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Einfaltspinsel · ↗(ein) Gimpel · ↗(ein) Mondkalb · (ein) Simpel (sein) · (ein) schlichtes Gemüt · ↗(im Denken) schwerfällig · ↗dümmlich · ↗einfältig · nicht scharfsinnig · ↗stumpfsinnig · ↗töricht · ↗unbedarft · ↗verständnislos · von schlichter Denkungsart  ●  (ein) Schaf  fig. · (sehr) einfach gestrickt  verhüllend · einfach gestrickt  fig. · ↗(ein) Schäfchen  ugs., fig. · ↗dusselig  ugs. · ↗dusslig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bock Esel Gans Herde Huhn Kamel Kaninchen Kuh Lamm Pferd Rind Rinder Schlachtbank Schwein Weide Wolf Wolfspelz Wolle Ziege blöken geklont grasen hüten klonen scheren schlachten schwarz weiden weidend züchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und warum sollten dabei einige ausgewählte schwarze Schafe ungeschoren davonkommen?
Der Tagesspiegel, 20.01.2004
Um seine Schafe kümmert sich schon seit langem seine Frau.
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2002
Das ökonomische Problem ist beim Schaf noch gravierender als beim Rind.
Der Spiegel, 28.10.1996
Die kleinen Opfer am Rande des Geschehens waren die Schafe.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 135
Er war ein schlechtes Schaf der Kirche gewesen, alle seine Tage.
Tucholsky, Kurt: An Marierose Fuchs, 21.11.1930. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930], S. 9818
Zitationshilfe
„Schaf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schaf>, abgerufen am 19.06.2019.

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