Schadenersatz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Nebenform Schadensersatz · Substantiv (Maskulinum)
WorttrennungScha-den-er-satz ● Scha-dens-er-satz
WortzerlegungSchadenErsatz
eWDG, 1974

Bedeutung

Entschädigung, Ausgleich für einen einer anderen Person meist schuldhaft zugefügten (materiellen) Schaden
Beispiele:
Schadenersatz leisten
er musste ihm für das beschädigte Fahrrad Schadenersatz leisten
das Kreisgericht verurteilte den Verklagten, an den Kläger 200 Euro Schadenersatz zu zahlen
Schadenersatz fordern
auf Schadenersatz klagen
Schadenersatz verweigern, ablehnen
Anspruch auf Schadenersatz haben
zum Schadenersatz verpflichtet sein
Die beiden Gruhl wurden […] zu vollem Schadenersatz und sechs Wochen Haft verurteilt [BöllDienstfahrt5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Schadensersatz  ●  Schadenersatz  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspruch Anwaltskosten Höhe Klage Milliardenhöhe Millionenhöhe Minderung Nichterfüllung Rufschädigung Schmerzensgeld Unterlassung Urlaubsfreude Urlaubszeit Verdienstausfall Vermieter Vertragsstrafe Widerruf Zahlung Zivilklage Zivilprozeß einklagen erstreiten haften klagen verklagen verlangen verpflichten verurteilen zahlen zusprechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schadensersatz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie fordert 10 Millionen Dollar Schadenersatz, umgerechnet rund 18 Millionen Mark.
Die Welt, 31.03.1999
Von ihren rund 50 Millionen Dollar, die sie jährlich verdient, sollte sie 11 bis 12 Millionen Schadenersatz zahlen.
Der Tagesspiegel, 26.02.1998
Wer eine vertraglich übernommene Verpflichtung verletzt, kann auf Erfüllung, möglicherweise auf Schadenersatz verklagt werden.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 339
Bei schuldhafter Verletzung einer dieser Pflichten muß er Schadenersatz leisten.
Eltzbacher, Paul: Deutsches Handelsrecht, Berlin: Simon 1925 [1924], S. 387
Die Mutter verlangte »Schadenersatz« und erhielt vom höchsten deutschen Gericht recht.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 75
Zitationshilfe
„Schadenersatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schadenersatz>, abgerufen am 19.08.2019.

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