Schaden, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schadens · Nominativ Plural: Schäden
Nebenform Schade · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schadens · Nominativ Plural: Schäden
WorttrennungScha-den ● Scha-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schaden‹ als Erstglied: ↗Schadbild · ↗Schadenersatz · ↗Schadenfall · ↗Schadenfeststellung · ↗Schadenfeuer · ↗Schadenfreiheit · ↗Schadenfreude · ↗Schadenhöhe · ↗Schadenlage · ↗Schadensbild · ↗Schadensersatz · ↗Schadensfall · ↗Schadensfeststellung · ↗Schadensfeuer · ↗Schadensfreiheit · ↗Schadenshöhe · ↗Schadenslage · ↗Schadensnachweis · ↗Schadensstelle · ↗Schadenstelle · ↗Schadensversicherung · ↗Schadenszauber · ↗Schadenversicherung · ↗Schadenzauber · ↗schadenfrei · ↗schadenfreudig · ↗schadenfroh · ↗schadhaft · ↗schadlos
 ·  mit ›Schaden‹ als Letztglied: ↗Atomschaden · ↗Bagatellschaden · ↗Bandscheibenschaden · ↗Bauschaden · ↗Berufsschaden · ↗Blitzschaden · ↗Bombenschaden · ↗Brandschaden · ↗Bruchschaden · ↗Dachschaden · ↗Dauerschaden · ↗Drittschaden · ↗Dürreschaden · ↗Feuerschaden · ↗Flurschaden · ↗Folgeschaden · ↗Fraßschaden · ↗Frostschaden · ↗Frühschaden · ↗Gesamtschaden · ↗Gesundheitsschaden · ↗Großschaden · ↗Hagelschaden · ↗Haltungsschaden · ↗Herzmuskelschaden · ↗Hirnschaden · ↗Hochwasserschaden · ↗Hörschaden · ↗Imageschaden · ↗Jagdschaden · ↗Karosserieschaden · ↗Kaskoschaden · ↗Knorpelschaden · ↗Kollateralschaden · ↗Krebsschaden · ↗Körperschaden · ↗Leberschaden · ↗Leibesschaden · ↗Manöverschaden · ↗Maschinenschaden · ↗Maximalschaden · ↗Meniskusschaden · ↗Milieuschaden · ↗Motorschaden · ↗Myokardschaden · ↗Personenschaden · ↗Reifenschaden · ↗Riesenschaden · ↗Sachschaden · ↗Sportschaden · ↗Spätschaden · ↗Strahlenschaden · ↗Strahlungsschaden · ↗Sturmschaden · ↗Teilschaden · ↗Totalschaden · ↗Umweltschaden · ↗Unfallschaden · ↗Vermögensschaden · ↗Wasserschaden · ↗Wetterschaden · ↗Wildschaden · ↗Zivilisationsschaden
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
durch ein Ereignis, einen Umstand verursachte Beeinträchtigung eines Gutes oder Wertminderung des ursprünglichen Zustandes einer Sache
Beispiele:
ein großer, unübersehbarer, ungeheurer, gewaltiger, beträchtlicher, empfindlicher, kleiner, geringer, geringfügiger, unbedeutender, kein nennenswerter Schaden
verheerende Schäden
Schäden größeren Ausmaßes
Jura ein immaterieller Schaden
der durch den Unfall entstandene materielle Schaden
das Ausmaß der materiellen Schäden im Überschwemmungsgebiet ist noch nicht genau zu bestimmen
mein Hausrat ist gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und Beraubung versichert
es sind große Schäden durch unsachgemäße Behandlung, Lagerung entstanden
einen Schaden beseitigen, beheben, ausbessern, reparieren
einen Schaden verhüten, verhindern, abwenden
einen Schaden ersetzen
für den ganzen Schaden aufkommen
er musste den Schaden tragen
er ist bereit, den Schaden wiedergutzumachen
einen Schaden feststellen, (ab)schätzen
die Höhe des aufgetretenen Schadens beträgt … Euro
der Schaden beläuft sich auf rund … Euro
das Haus wies nur geringe Schäden auf
mittlere, teilweise, leichte Schäden an Gebäuden
die jährlich am Nutzholz durch pflanzliche und tierische Schädlinge entstehenden Schäden sind sehr groß
(einen) Schaden verursachen
das Hochwasser, Erdbeben hat (einen) unübersehbaren Schaden angerichtet
der Krieg hat diesem Land schweren Schaden zugefügt
der Betrieb hat durch den Ausfall (einen) großen Schaden erlitten
jmdn. vor Schaden bewahren
umgangssprachlich als ich mir den Schaden besah (= das kleine Missgeschick, Malheur sah)...
sprichwörtlich durch Schaden wird man klug
sprichwörtlich wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen
sprichwörtlich zum Schaden auch noch den Spott haben
Ein Blitz traf den Mast, tat aber seltsamerweise keinen Schaden [WeitendorfLogbuch62]
übertragen
Schaden anrichten, stiftenverursachen, dass sich etw. zum Negativen verändert
Beispiele:
Computerspiele können großen Schaden anrichten
die Mutter fügte durch ihre allzu große Nachsicht dem Kind großen Schaden zu
gehoben etw. leidet Schaden
Beispiel:
Seit jener Zeugenvernehmung hatte das Bild des unabhängigen und unbestechlichen Richters, als welcher der Vater sich ausgab, beträchtlich Schaden gelitten [BecherAbschied4,305]
2.
nicht heilbarer, aber oft kompensierbarer physischer Mangel, Körperschaden
Beispiele:
organische, innere Schäden
diese Belastung kann zu schweren Schäden führen
er hat sich durch einen Unfall einen Schaden an der Wirbelsäule zugezogen
man befürchtete, dass er von dem Unfall dauernden Schaden davontragen würde
Arbeitsbedingungen zu schaffen, die eine Gefahr vor Schaden an Leben und Gesundheit ausschließen [Einheit1956]
jmd. erleidet Schaden, kommt zu Schaden, nimmt Schaden (= jmds. Gesundheit wird beeinträchtigt, jmd. wird verletzt)
Beispiele:
Personen kamen nicht zu Schaden
der Fahrer hat bei dem Unfall keinen, ernstlich Schaden genommen
sich [Dativ] bei etw. Schaden tun
3.
nur im Singular
ungünstige, negative Folge, Nachteil
Beispiele:
du kannst es ruhig zugeben, ohne dass dir daraus ein Schaden erwächst
etw. mit Schaden (= Verlust) verkaufen
es war vielleicht kein Schaden, dass das so gekommen ist
gehoben das soll dir nicht zum Schaden gereichen (= nicht schaden)
gehoben etw. schlägt zum Schaden aus
Ich hab' ja doch den Schaden dabei und Sie den Nutzen [O. M. GrafBolwieser52]
es ist für jmdn. ein Schaden, es ist jmds. Schadenetw. hat für jmdn. ungünstige, negative Folgen, einen Nachteil
Beispiele:
es ist kein Schaden für ihn, wenn er ...
es ist dein eigener Schaden, wenn du ...
erledigst du das für mich? Es soll dein Schaden nicht sein (= erledigst du das für mich? Nicht nur, dass du keinen Nachteil dadurch hast, du wirst sogar davon profitieren)
4.
salopp fort, weg mit Schaden! (= nur fort, weg damit!)
Beispiel:
Einige Zähne fehlten, andere waren locker ... Pippig machte sich selbst eine geringwertige Handbewegung: weg mit Schaden [ApitzNackt332]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Benachteiligung · ↗Nachteil · Schaden · ↗Übertölpelung · ↗Übervorteilung
Synonymgruppe
Defekt · ↗Defizit · ↗Mangel · ↗Manko · ↗Minuspunkt · Schaden · ↗Schwäche · ↗Unzulänglichkeit  ●  ↗Insuffizienz  fachspr. · ↗Macke  ugs.
Unterbegriffe
  • Wettlaufsituation · kritischer Wettlauf
Assoziationen
Synonymgruppe
Schaden · ↗Schädigung · ↗Verlust  ●  ↗Aderlass  fig.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beeinträchtigung · ↗Beschädigung · ↗Defekt · ↗Knacks · Läsur · ↗Makel · ↗Riss · Schaden · ↗Sprung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausmaß Behebung Ersatz Höhe Millionenhöhe Nutzen Wiedergutmachung angerichtet anrichten beheben belaufen betragen beträchtlich beziffern enorm entstanden entstehen entstehend finanziell geschätzt gutmachen immens irreparabel materiell reparieren schätzen verursachen verursacht volkswirtschaftlich zufügen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schaden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sie künstlich geändert wird, können die Schäden gravierend sein.
Die Zeit, 08.07.2013, Nr. 28
Oft machen sich die genetischen Schäden erst nach Jahrzehnten bemerkbar.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Dabei gerät er in die gefährliche Nähe der Reparatur von Schäden.
Knierim, Julius: Musiktherapie. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 40347
Wirtschaftlich haben die Deutschen das Land ausgeraubt und ihm sehr großen materiellen Schaden zugefügt.
o. A.: Vierundsechzigster Tag. Donnerstag, 21. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1077
Es wurde kein ernster Schaden angerichtet und die Zahl der Opfer ist gering.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Zitationshilfe
„Schaden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schaden>, abgerufen am 19.10.2019.

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