Schabe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schabe · Nominativ Plural: Schaben
Aussprache
WorttrennungScha-be
Wortbildung mit ›Schabe‹ als Letztglied: ↗Hausschabe · ↗Küchenschabe
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
stark abgeplattetes Insekt mit kräftigen Laufbeinen und langen Fühlern, das in Ritzen und Spalten lebt und das in bestimmten Arten bei oft massenweisem Auftreten besonders an Lebensmitteln großen Schaden anrichtet, Kakerlake
2.
schweizerisch Motte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schaben · Schabe1 · Schabe2 · schäbig · Schabe3 · Schabsel
schaben Vb. ‘reiben, abkratzen, radieren’. Das gemeingerm., ursprünglich starke Verb ahd. scaban (9. Jh.; giscaban, 8. Jh.), mhd. schaben ‘kratzen, radieren, scharren’, reflexiv ‘schäbig werden, glatt werden, polieren’, intransitiv ‘schnell weggehen’, asächs. skaƀan, mnd. schāven, mnl. scāven, nl. schaven, aengl. sc(e)afan, engl. to shave, anord. skafa, schwed. skava, got. skaban ‘die Haare scheren’ (germ. *skaban) läßt sich mit lat. scabere ‘kratzen, reiben’, scaber ‘rauh, krätzig’, scabiēs ‘Rauhigkeit, Räude’, lit. skõbti ‘mit dem Beitel, Schaber aushöhlen, (in Holz) schneiden’, russ.-kslaw. skoblь, russ. skóbel’ (скобель) ‘Schabmesser’ auf ie. *skā̌b(h)- zurückführen, eine durch Labialwechsel unterschiedene Variante der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’, wozu auch ↗schaffen, ↗Schaff, ↗Schaft, ↗schöpfen (s. d.) gehören. Übertritt zur schwachen Flexion erfolgt etwa im 16. Jh., zunächst im Prät. (schabte), zögernd im Part. Prät. (geschabt; doch geschaben vereinzelt noch im 19. Jh.). Vom Verb abgeleitet Schabe1 f. ‘Schabeisen (zum Glätten), Hobel’, ahd. scabo m. (9./10. Jh.), scaba f. (11. Jh.) ‘Schabeisen’, mhd. schabe f. ‘Schabeisen, Hobel’, asächs. skaƀo m., mnd. mnl. schave, nl. schaaf, aengl. sceafa m., anord. skafi m. ‘Schabeisen’. Schabe2 f. Name für ein abgeflachtes, käferähnliches, lichtscheues Insekt, das vornehmlich in Küchen, Backstuben und Speichern lebt, ‘Kakerlak’. Als Tiername zuerst mhd. schabe zur Bezeichnung (13. Jh.) der ‘Kleidermotte’ (so noch heute gebietsweise in Süddeutschland), danach steht Schabe als Gemeinschaftsname für ‘Holzwurm, Assel’ (16. Jh.) und anderes Kleingetier, dessen schädliche Wirksamkeit sich als schabendes, raspelndes Fressen darstellt. In diesem Sinne, also gleichsam als ‘Mehl, Staub machendes (oder fressendes?) Tierchen’, ist auch (trotz Ebbinghaus in: General Linguistics 17 (1977) 92 f.) das lat. ērūca glossierende aengl. mǣlsceafa (10. Jh.) aufzufassen. Erst im 18. Jh. wird Schabe (auch in den Zusammensetzungen Bäcker-, Mehl-, Küchenschabe als literatursprachlicher Name im oben genannten Sinne üblich. Vgl. Pfeifer Tiernamen Beiheft 2 (1965). S. auch ↗Schwabe. schäbig Adj. ‘räudig, krätzig, abgeschabt, abgenutzt, kleinlich, geizig’, mhd. schebic ‘räudig, von schlechtem Aussehen’, mit affektiver Geminierung mnd. mnl. schabbich ‘krätzig, schorfig’, nl. schabbig ‘abgenutzt, abgeschabt’, engl. shabby (vgl. aengl. sceabbede ‘krätzig, schorfig’) sind Ableitungen von Substantiven, die zu dem unter schaben (s. oben ) behandelten Verb gebildet sind, wie ahd. scabado, skebido m. (9. Jh.), asächs. skaƀaðo m., aengl. sceabb, anord. skabb n. ‘Räude, Krätze’ (woraus engl. scab), schwed. skabb und (erst seit dem 18. Jh. bezeugtes) nhd. Schabe3 f. ‘Räude, Krätze’, vereinzelt auch Schäbe (18. Jh.), nd. Schabbe. Die als Tierkrankheit verbreitete Räude verursacht Juckreiz, so daß sich die erkrankten Tiere reiben und abgeschabte Stellen im Fell entstehen. Vom Aussehen (‘abgeschabt, abgenutzt’ von der Kleidung) wird schäbig auf das Verhalten (‘kleinlich, geizig, erbärmlich’) übertragen. Schabsel n. ‘abgeschabtes Teilchen’ (17. Jh.); zum Suffix s. ↗-sal, ↗-sel.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Kakerlak · ↗Kakerlake · ↗Küchenschabe · Schabe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Deutsche Schabe · Schwabenkäfer

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ameise Darm Fliege Kratzen Käfer Küche Maus Ratte Spinne Termite Wanze Wespe orientalisch tot übertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schabe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur die besoffene russische Schabe blieb im Bier auf dem Tisch liegen.
Die Zeit, 04.08.2003, Nr. 31
Spätestens nach sechs Generationen sind sie bisher gegen alle Gifte immun geworden - und sechs Generationen produzieren Schaben in einem Jahr.
o. A.: Mikro-Monster. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]
Noch heute leben die meisten Schaben in feuchten Wäldern der heißen Zone.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 143
Als Hieronimus Babe erblickt, weigert er sich, die »alte Schabe« zu nehmen.
Fath, Rolf: Werke - H. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6336
Sowohl die Termiten wie auch die Schabe ernähren sich ausschließlich von Holz.
Grell, Karl G.: Protozoologie, Berlin u. a.: Springer 1956, S. 178
Zitationshilfe
„Schabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schabe>, abgerufen am 17.10.2019.

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