Schöffe, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schöffen · Nominativ Plural: Schöffen
Aussprache
WorttrennungSchöf-fe (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schöffe‹ als Erstglied: ↗Schöffenbank · ↗Schöffengericht · ↗Schöffenkollektiv · ↗Schöffenstuhl · ↗Schöffenwahl
 ·  mit ›Schöffe‹ als Letztglied: ↗Gerichtsschöffe · ↗Militärschöffe · ↗Stadtschöffe · ↗Verkehrsschöffe
eWDG, 1976

Bedeutung

Laienrichter
Beispiele:
die Schöffen werden von der Bevölkerung gewählt
die Schöffen der DDR helfen, die Rechtsprechung mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu verbinden
die Mitwirkung von Schöffen am Strafverfahren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schöffe · Schöffengericht
Schöffe m. ‘ehrenamtlicher, gewählter Beisitzer in Gerichtsverfahren, Laienrichter’, ahd. skeffin (8. Jh.), skeffino (9. Jh.), mhd. scheffe(ne), schepfe(ne), mnd. schēpen(e), scheppen(e), schēpe, scheppe, mnl. scēpen(e), nl. schepen sind mit dem Suffix germ. -ina- als Nomina agentis im Sinne von ‘Ordner, Urteilsfinder’ zu den unter ↗schaffen (s. d.) genannten starken Verbformen ahd. skephen ‘ordnen, festsetzen, gestalten’ (nhd. bewahrt in schöpfen ‘erschaffen, gestalten’, vgl. die haubturtl zu schöpfen, 15. Jh.), asächs. skeppian, mnl. sceppen gebildet. Das Schöffenamt wird von Karl dem Großen eingerichtet. Schöffengericht n. ‘mit einem juristisch ausgebildeten Richter und mit Laienrichtern besetztes Gericht’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Laienrichter · Schöffe  ●  Geschworener  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkoholkrankheit Befangenheit Befangenheitsantrag Beisitzer Berufsrichter Bezirksgericht Dolmetscher Ehrenamt Ersatzrichter Ersatzschöffe Geschworene Geschworener Hauptverhandlung Jugendschöffe Protokollantin Ratsherr Richter Richterin Sachverständiger Schöffe Schöffin Staatsanwalt Staatsanwältin Strafkammer Vorschlagsliste alkoholkrank ehrenamtlich schlafend vereidigen überstimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schöffe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man den überzeugt hat, überzeugt der auch die Schöffen.
Die Zeit, 27.07.2009, Nr. 30
Wann denn das Kind das zwölfte Jahr erreicht haben würde? erkundigte sich der Schöffe.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 6184
Das Verfahren soll im Juni mit anderen Schöffen neu aufgerollt werden.
Die Welt, 09.04.2003
Die Schöffen erhalten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit eine gesetzlich geregelte Entschädigung.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 604
Die Schöffen erhalten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit eine gesetzlich geregelte Entschädigung.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 601
Zitationshilfe
„Schöffe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schöffe>, abgerufen am 19.04.2019.

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