Saumpfad, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSaum-pfad
eWDG, 1974

Bedeutung

sehr schmaler, besonders über Pässe führender Gebirgsweg, auf dem früher Lasten mit Saumtieren befördert wurden
Beispiele:
in dieses Tal führt nur ein unwegsamer Saumpfad
die Maulesel schafften ihre Lasten täglich über steinige Saumpfade bergauf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saum2 · säumen3 · Säumer · Saumsattel · Saumpferd · Saumtier · Saumpfad
Saum2 m. ‘Traglast (eines Tieres)’, ahd. (8. Jh.), mhd. soum, entlehnt (wie auch aengl. sēam) aus mlat. sauma f. n. ‘Packsattel’, dann die ‘aufgelegte Last’. Dies beruht auf spätlat. sagma f. n., das seinerseits griech. ságma (σάγμα) entspricht, einer Bildung zu griech. sáttein (σάττειν) ‘bepacken, beladen, ausrüsten’. Heute begegnet Saum nur noch in obd. Mundarten. Ebenso säumen3 Vb. ‘auf Lasttieren befördern’, mhd. soumen (nach mlat. sagmare ‘ein Lasttier beladen’). Säumer m. ‘Lasttier, Lasttierbesitzer, -treiber’, mhd. soumære. Saumsattel m. ‘(hölzerner) Lastensattel’, ahd. soumsatul, mhd. soumsatel. Saumpferd n. ‘lasttragendes Pferd’, frühnhd. soumerpfert. Saumtier n. (18. Jh.). Saumpfad m. ‘für Saumtiere begehbarer Gebirgspfad’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

schmal steil

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saumpfad‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur selten einmal kommen sie aus ihren, nur über schmale Saumpfade erreichbaren, Dörfern herunter.
Die Zeit, 05.05.1978, Nr. 19
Immer noch mit Steinen belegt, zieht sich der alte Saumpfad langsam das Tal hinauf.
Süddeutsche Zeitung, 04.07.1995
Ein Saumpfad ist damit ein Pfad zum Transportieren von Lasten, und das Tier, das diese Lasten trägt, ist das Saumtier.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 166
Man sah sie gemeinsam ins Gebirge und über die Saumpfade wandern.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 144
Sie waren schon den Saumpfad des Deiches zurückgegangen und bogen nun in den Rheinweg ein, nach links zu, dem Städtchen entgegen.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 247
Zitationshilfe
„Saumpfad“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Saumpfad>, abgerufen am 14.10.2019.

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