Sarg, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sarg(e)s · Nominativ Plural: Särge
Aussprache
Wortbildung mit ›Sarg‹ als Erstglied: ↗Sargdecke · ↗Sargdeckel · ↗Sargnagel · ↗Sargtischler · ↗Sargträger · ↗sargartig
 ·  mit ›Sarg‹ als Letztglied: ↗Bleisarg · ↗Glassarg · ↗Kindersarg · ↗Metallsarg · ↗Schneewittchensarg · ↗Zinnsarg
eWDG, 1974

Bedeutung

großer, länglicher, meist hölzerner Kasten mit Deckel, in den der Leichnam gelegt wird
Beispiele:
ein einfacher, schlichter, prunkvoller Sarg
ein Sarg aus Fichtenholz, Eiche
einen Sarg anfertigen, machen lassen, kaufen
den Sarg schließen, mit Blumen und Kränzen schmücken, tragen, hinabgleiten lassen, in die Erde senken
einen Toten in den Sarg legen
gehoben einen Toten in den Sarg betten
im Sarg liegen
am Sarg verweilen
Erde auf den Sarg werfen
die Trauernden gingen hinter dem Sarg her
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich du bist der Nagel zu meinem Sarg (= machst mir großen Kummer)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sarg · Sarkophag
Sarg m. ‘Holzkiste zur Bestattung von Toten’, ahd. sarc (9. Jh.), mhd. sarc, sarch ist wie asächs. mnd. sark, mnl. sarc, saerc, serc, nl. zerk eine Entlehnung aus vlat. *sarcus, einer Kürzung von lat. sarcophagus, griech. sarkophágos (σαρκοφάγος) ‘Totenkiste, Sarg’. Dieses ist eine Substantivierung des Adjektivs lat. sarcophagus, griech. sarkophágos ‘fleischfressend’, zu griech. sárx, Genitiv sarkós (σάρξ, σαρκός) ‘Fleisch’ und griech. phagé͞in (φαγεῖν) ‘aufessen, verzehren’, das in der Verbindung líthos sarkophágos (λίθος ‘Stein’) einen bei Assos (Kleinasien) gebrochenen und zu Särgen verwendeten Kalkstein bezeichnet. Vermutlich handelt es sich ursprünglich um eine Bezeichnung für ‘Ätzkalk’, womit Tierkadaver bedeckt und dadurch aufgelöst wurden, die dann auf eine gemaserte, für vornehme Grabmäler geeignete (Kalk)steinart übertragen wurde; vgl. Knobloch in: Glotta 60 (1982) 2 ff. Direkt aus dem Griech.-Lat. entlehnt (vereinzelt um 1600) ist Sarkophag m. ‘prunkvoller Sarg, Steinsarg’ (geläufig seit dem 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sarg · ↗Totenlade · ↗Totenschrein  ●  ↗Totenbaum  schweiz. · Erdmöbel  ugs. · ↗Kiste  ugs. · Totenkiste  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deckel Grab Gruft Lafette Leich Leichenwagen Leichnam Mumie Nagel Rose Trauerzug Urne Verstorbene aufbahren aufgebahrt bedeckt beerdigen beisetzen bestatten gehüllt geschmückt gläsern hinablassen schwimmend verneigen vorbeidefilieren zimmern Überführung Überrest überführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sarg‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Letztes Jahr hatte er sich in einem gläsernen Sarg begraben lassen.
Die Welt, 22.11.2000
Es gibt einen schwarzen Sarg, den hat sich der Künstler selbst gebaut.
Der Tagesspiegel, 21.03.2000
Ein Ort ist wie ein Sarg: eine Stadt, ein Dorf scheint ausgestorben, ist menschenleer.
Röhrich, Lutz: Sarg. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 8817
Er wollte keine Erde dem Sarge seiner Schwester nachwerfen, verzweifelt brach er zusammen.
Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 155
Ich sah den Sarg dann unten stehen mit einem schwarzweißroten Tuch bedeckt.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 225
Zitationshilfe
„Sarg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Sarg>, abgerufen am 13.10.2019.

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