Salz, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Salzes · Nominativ Plural: Salze
Wortbildung mit ›Salz‹ als Erstglied: ↗Salzbergbau · ↗Salzbergwerk · ↗Salzboden · ↗Salzbrezel · ↗Salzbrunnen · ↗Salzbrötchen · ↗Salzfass · ↗Salzfleisch · ↗Salzgarten · ↗Salzgehalt · ↗Salzgewinnung · ↗Salzgurke · ↗Salzhering · ↗Salzkartoffel · ↗Salzklumpen · ↗Salzkorn · ↗Salzkruste · ↗Salzlager · ↗Salzlagerstätte · ↗Salzlake · ↗Salzlecke · ↗Salzlette · ↗Salzlösung · ↗Salzmandel · ↗Salzmonopol · ↗Salznapf · ↗Salzpfanne · ↗Salzpflanze · ↗Salzquelle · ↗Salzsee · ↗Salzstange · ↗Salzsteppe · ↗Salzsteuer · ↗Salzstreuer · ↗Salzsäule · ↗Salzsäure · ↗Salzteig · ↗Salztonebene · ↗Salzvorkommen · ↗Salzwasser · ↗Salzwerker · ↗Salzwüste · ↗Salzzoll · ↗salzarm · ↗salzartig · ↗salzbildend · ↗salzfrei · ↗salzführend · ↗salzhaltig · ↗salzlos · ↗salzreich · ↗salzresistent
 ·  mit ›Salz‹ als Letztglied: ↗Abraumsalz · ↗Alkalisalz · ↗Ammoniumsalz · ↗Badesalz · ↗Bittersalz · ↗Bromsalz · ↗Diätsalz · ↗Doppelsalz · ↗Fixiersalz · ↗Glaubersalz · ↗Hirschhornsalz · ↗Jodsalz · ↗Kalisalz · ↗Kleesalz · ↗Kochsalz · ↗Meersalz · ↗Mineralsalz · ↗Nährsalz · ↗Pökelsalz · ↗Riechsalz · ↗Salinensalz · ↗Siedesalz · ↗Speisesalz · ↗Steinsalz · ↗Streusalz · ↗Viehsalz
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Speisesalz; Kochsalz; Natriumchlorid
Beispiele:
eine Prise, Messerspitze Salz
grobes, feines, feuchtes Salz
Salz an die Speise, Suppe tun, geben
Fleisch, Pilze, einen Schinken, Gurken in Salz legen, einmachen
das Kotelett mit Pfeffer und Salz bestreuen
Quark mit Zwiebel, Salz und Kümmel anrichten
Tomatensalat mit Salz abschmecken
sie überreichten Brot und Salz zur Hochzeit, zum Einzug in die neue Wohnung
Salz sieden (= durch Eindampfen aus Sole gewinnen)
bildlich
Beispiele:
Textilindustrie Pfeffer und Salz, Kümmel und Salz (= punktförmige schwarzgraue Musterung, besonders bei Kammgarn)
nicht das Salz zum Brot, in die Suppe haben, verdienen (= Mangel leiden)
übertragen
Beispiele:
eine Rede ohne Salz (= ohne Geist und Witz) halten
attisches Salz (= feiner, geistreicher Witz)
umgangssprachlich das hat weder Salz noch Schmalz (= ist ohne Gehalt, Kraft)
dichterisch das Salz der Weisheit, der Ironie
sprichwörtlich Salz und Brot macht Wangen rot
2.
Chemie durch Einwirkung einer Säure auf eine Base, auf Metalloxid oder Metall entstandene kristalline chemische Verbindung, die aus einem positiv geladenen Metall-Ion und einem negativ geladenen Nichtmetall-Ion besteht und meist in Wasser löslich ist
Beispiele:
neutrales, saures, basisches Salz
die Salze der Schwefelsäure
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Salz · salzen · versalzen · salzig
Salz n. Bezeichnung für das aus Natriumchlorid bestehende Kochsalz. Ahd. (8. Jh.), mhd. salz, asächs. salt, mnd. solt, mnl. sout, nl. zout, afries. salt, aengl. s(e)alt, engl. anord. schwed. got. salt (germ. *salta-) weisen (wie ↗Sülze, s. d.) ein dentales Element (ie. -d) auf gegenüber griech. hals (ἅλς), lett. sāls, aslaw. solь, russ. sol’ (соль), air. salann ‘Salz’ und ↗Sole (s. d.). Zugrunde liegt die unter ↗Salweide (s. d.) genannte Wurzel ie. *sal- ‘schmutziggrau’, die auch (da Salz ungebleicht verwendet wurde) substantiviert für ‘Salz, Seesalz’ gilt. Der Dental kann verschiedenen Ursprungs sein. Er dient zunächst der Bildung des Nominativs (auch für lat. sāl ‘Salz’ wird meist Herkunft aus *sāld oder *sald angenommen), erscheint aber auch in verbalen Bildungen wie salzen (s. unten), lat. sallere (aus *saldere) ‘salzen’ und dem zugehörigen Part.adj. lat. salsus (aus *saldtos) ‘gesalzen’. Bei Verben (und den von ihnen abgeleiteten Formen) kann d ein ursprünglich präsensbildendes Element sein. Vor allem im Baltoslaw. zeigt sich bei Bildungen mit Dental wie aruss. solodъ, russ. sólod (солод) ‘Malz’, aslaw. sladъkъ, russ. sládkij (сладкий), (landschaftlich) solódkij (солодкий), lit. saldùs ‘süß’ eine besondere semantische Entwicklung, die von ‘Salz’ bzw. ‘salzig’ über die Vorstellung ‘wohlschmeckend, würzig’ zu ‘süß’ bzw. ‘Süßes’ führt. Im 16. Jh. wird Salz in der Sprache der Chemie Bezeichnung für alle durch Einwirkung einer Säure auf Metalle entstehenden kristallinen Verbindungen. salzen Vb. ‘mit Salz würzen’, ahd. salzan (9. Jh.), mhd. salzen, mnd. solten, mnl. souten, nl. zouten, aengl. sealtan, got. saltan. Dieses ehemals stark flektierende (reduplizierende) Verb (vgl. noch nhd. gesalzen neben gesalzt) geht im Nhd. allgemein zur schwachen Flexion über. versalzen Vb. ‘zu stark salzen und dadurch verderben’, mhd. versalzen. salzig Adj. ‘stark nach Salz schmeckend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Chemie
Synonymgruppe
Ionenverbindung · Salz
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Chemie, Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Kochsalz · NaCl · ↗Natriumchlorid · Salz · ↗Speisesalz · Tafelsalz  ●  weißes Gold  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brot Butter Ei Eigelb Essig Fett Gewürz Hefe Kali Knoblauch Kümmel Mehl Muskat Olivenöl Paprika Petersilie Pfeffer Prise Suppe Säure Zitrone Zitronensaft Zucker Zwiebel abschmecken bestreuen gelöst streuen verrühren würzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Salz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verdunstet es zu schnell, bleiben nur die Salze übrig, die darin gelöst waren.
Der Tagesspiegel, 19.01.2003
Immer noch steckt das Salz tief in den Wänden, kein kleines konservatorisches Problem.
Süddeutsche Zeitung, 18.08.2001
Salz für sich allein ist allerdings sinnlos - es schmeckt auch nicht.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 85
Die Autoren weisen auf die äußerst geringe Stabilität dieses Salzes hin.
o. A.[Autorenkollektiv]: Chemie der Pseudohalogenide, Heidelberg: Hüthig 1979 [1978], S. 315
Mißtrauisch ist man bei Hofe vor allem dem Salz gegenüber.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 90
Zitationshilfe
„Salz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Salz>, abgerufen am 17.06.2019.

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