Salon, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Salons · Nominativ Plural: Salons
Aussprache
WorttrennungSa-lon
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Salon‹ als Erstglied: ↗Salondame · ↗Salonlöwe · ↗Salonmusik · ↗Salonwagen · ↗salonfähig
 ·  mit ›Salon‹ als Letztglied: ↗Automobilsalon · ↗Autosalon · ↗Damensalon · ↗Empfangssalon · ↗Friseursalon · ↗Frisiersalon · ↗Frisörsalon · ↗Herrensalon · ↗Hundesalon · ↗Hutsalon · ↗Kleidersalon · ↗Kosmetiksalon · ↗Kunstsalon · ↗Massagesalon · ↗Modesalon · ↗Rauchsalon · ↗Spielsalon
Dieser Eintrag war DWDS-Artikel des Tages am 19.05.2019.
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
oft mit Personennamen verbunden
Geschäft, besonders für Haarpflege und Körperpflege, Damenbekleidung
Beispiele:
Salon Madeleine, Figaro
ein Salon mit den neuesten Hutmodellen, für Modeartikel
2.
elegant und bequem eingerichteter Raum für besondere Anlässe, besonders in einem Hotel, in Flugzeugen oder Schiffen
Beispiel:
Der vordere Passagierraum [der Flugzeugmaschine] kann auch als Salon für die erste Klasse ausgestattet werden, in dem 18 bequeme Sitze mit breiten Ablagetischen stehen [Urania1968]
3.
Ausstellungsraum
Beispiele:
ein Salon für Automobile
ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Salon mit seltenen Apparaturen und Geräten
der Pariser Salon (= die Pariser Kunstausstellung)
4.
veraltend Empfangszimmer, Besuchszimmer
Beispiel:
In dem Salon der ... Frau von Carayon und ihrer Tochter Victoire waren an ihrem gewöhnlichen Empfangsabend einige Freunde versammelt [FontaneWuthenowI 1,309]
5.
regelmäßig in 4 stattfindende Gesellschaft eines literarisch und künstlerisch interessierten geselligen Kreises, besonders im 18., 19. Jahrhundert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Salon · Saloon
Salon m. ‘Besuchszimmer, Empfangsraum’, Übernahme (Anfang 18. Jh.) von frz. salon ‘großes Besuchs-, Empfangszimmer, Saal’, seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. ‘Raum für intime Empfänge’. Dieses ist entlehnt aus ital. salone ‘großer Saal’, einer Bildung mit Augmentativsuffix zu ital. sala ‘Saal’, das aus dem Germ. stammt. Zugrunde liegt wohl langobard. sala ‘Hof, Haus, Gebäude’ (s. ↗Saal), doch kann auch ein anfrk. *sal in der romanisierten Form *salla, auf die afrz. sale ‘Halle, Saal, Wohngebäude, Burg’, frz. salle ‘Saal’ zurückgeführt wird, über Südfrankreich ins Ital. gewandert sein. In Anlehnung an frz. Gebrauch bezeichnet Salon den ‘Empfangssaal’ in der Stadtwohnung des Adels, dann die repräsentativen Ansprüchen dienende bürgerliche ‘gute Stube’ und wird um 1800 auf die sich in solchen Räumen (regelmäßig) treffenden Personen sowie auf deren Zusammenkunft übertragen. Salon steht ferner für ‘Ausstellungssaal für Kunstgegenstände’ (19. Jh.), nach den ersten Ausstellungen im Salon Carré (‘quadratischen Saal’) des Louvre, und schließlich für den ‘elegant eingerichteten Geschäftsraum’ (20. Jh.), vgl. Frisier-, Kosmetiksalon. Saloon m. ‘Gesellschafts-, Empfangszimmer’ ist (bezogen auf englische Verhältnisse) eine Übernahme (19. Jh.) von gleichbed. engl. saloon, das ebenfalls auf frz. salon (s. oben) beruht. Mit der sich im Amerik.-Engl. entwickelnden Bedeutung ‘Trinkstube, Bar, Kneipe’ wird das Wort (zumal über Westernfilme) ein zweites Mal (20. Jh.) ins Dt. entlehnt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Salon · ↗Stube · ↗Wohnstube · ↗Wohnzimmer  ●  ↗Herrenzimmer  geh. · gute Stube  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Türmerstube · Türmerwohnung · Türmerzimmer
Synonymgruppe
Salon... · Schönwetter... · Sonntags...
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bar Boudoir Eßzimmer Kaffeehaus Kamin Pantry Party Salon Schlafzimmer Speisesaal Speisezimmer Volksbühne aristokratisch betreten blau bürgerlich elegant ethnologisch geräumig großbürgerlich grün holzgetäfelt literarisch literarisch-musikalisch mathematisch-physikalisch mondän philharmonisch rot verkehren vornehm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Salon‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu den Füßen breitet sich der Salon der Stadt aus.
Der Tagesspiegel, 13.01.2001
Nach der Wende war plötzlich der Salon in aller Munde.
Die Welt, 26.04.1999
Sein Erfolg blieb jedoch immer noch auf die Salons beschränkt.
Silbermann, Alphons u. Frémiot, Marcel: Offenbach. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 35444
Um seine sehr viel jüngere Frau erst begann sich eine Art Salon zu entwickeln.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 88
Als er eintrat, sah er sich erstaunt in dem kleinen Salon um.
Heyking, Elisabeth von: Der Tag Anderer. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9679
Zitationshilfe
„Salon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Salon>, abgerufen am 23.05.2019.

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