Salbaderei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSalb-ade-rei (computergeneriert)
Grundformsalbadern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Salbader · Salbaderei · salbadern
Salbader m. ‘langweiliger, frömmelnder Schwätzer’ (2. Hälfte 17. Jh.), wohl anknüpfend an nlat. salbaderi (Plur.) ‘Schwätzer’ (Dunkelmännerbriefe, 1515/17). Auch ‘seichte Schwätzerei, alberne Rede’ (1. Hälfte 17. Jh.), wofür bald Salbaderei f. (Mitte 17. Jh.), da Salbader wie ein Nomen agentis auf -er aufgefaßt wird. Die Herkunft ist unbekannt. Alle Deutungsversuche bleiben unglaubhaft, so z. B. Anschluß an mhd. sēlbat ‘Bad, das jmd. zum Heil seiner Seele für die Armen gestiftet hat’ und das von sogenannten Seelbadern (‘Badern, die das zum Heil der Seele gestiftete Bad erteilen’) verabreicht wird; auch Herleitung von Solbad (‘Salzbad’); ferner Anknüpfung an einen um 1620 nachgewiesenen Jenenser Bader H. Kranich, der seine Badestube an einem Nebenarm der Saale betrieb. salbadern Vb. ‘langweilig, salbungsvoll schwatzen’ (um 1800).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwang bleibt Zwang, auch wenn er durch pädagogische Salbaderei verbrämt ist.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2004
Was von diesen Salbadereien zu halten ist, zeigt sich beim jetzigen Streichkonzert.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2004
Aber ebensowenig wie diese sich etwa als poetisches Gehabe oder ästhetische Salbaderei der Umgebung aufgedrängt hätte, ebensowenig hätte sie sich in lukrative Vielschreiberei umsetzen können.
Die Zeit, 08.05.1964, Nr. 19
Zitationshilfe
„Salbaderei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Salbaderei>, abgerufen am 21.10.2019.

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