Salbader, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSalb-ader (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Salbader‹ als Erstglied: ↗salbadrig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Salbader · Salbaderei · salbadern
Salbader m. ‘langweiliger, frömmelnder Schwätzer’ (2. Hälfte 17. Jh.), wohl anknüpfend an nlat. salbaderi (Plur.) ‘Schwätzer’ (Dunkelmännerbriefe, 1515/17). Auch ‘seichte Schwätzerei, alberne Rede’ (1. Hälfte 17. Jh.), wofür bald Salbaderei f. (Mitte 17. Jh.), da Salbader wie ein Nomen agentis auf -er aufgefaßt wird. Die Herkunft ist unbekannt. Alle Deutungsversuche bleiben unglaubhaft, so z. B. Anschluß an mhd. sēlbat ‘Bad, das jmd. zum Heil seiner Seele für die Armen gestiftet hat’ und das von sogenannten Seelbadern (‘Badern, die das zum Heil der Seele gestiftete Bad erteilen’) verabreicht wird; auch Herleitung von Solbad (‘Salzbad’); ferner Anknüpfung an einen um 1620 nachgewiesenen Jenenser Bader H. Kranich, der seine Badestube an einem Nebenarm der Saale betrieb. salbadern Vb. ‘langweilig, salbungsvoll schwatzen’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemand) hört sich gerne reden · (jemand) redet viel, wenn der Tag lang ist · ↗Dampfplauderer · ↗Phrasendrescher · ↗Plapperer · ↗Plauderer · Powertalker · ↗Quasseltante · ↗Quatschkopf · Salbader · ↗Wortemacher  ●  ↗Schwadroneur  französierend · Schwafler  Hauptform · ↗Schwätzer  Hauptform · Dauerquassler  ugs. · ↗Fabulant  geh., lat. · ↗Kaffeetante  ugs. · Laberbacke  ugs. · Laberkopf  ugs. · Laberkopp  ugs. · Labertasche  ugs. · ↗Plappermaul  ugs. · ↗Plaudertasche  ugs. · ↗Quasselstrippe  ugs. · Quatschkopp  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Silber

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Salbader‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon wieder hat er nicht nachgefragt, ob sie überhaupt wollen, der alte Salbader.
o. A.: CHRONIK DES REAL EXISTIERENDEN REVANChiSMUS. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1985]
Sein klar artikuliertes Spiel kennt keinerlei Unschärfen, kein tonales Salbadern, kein Verschwimmen, kein diffuses Meditieren.
Der Tagesspiegel, 07.08.2004
Frommes Salbadern ist da genauso unangebracht wie das Ausklammern verbindlicher Glaubenswahrheiten.
Die Welt, 12.02.2001
Der hielt Aussagen über die Wahrheit oder die Wirklichkeit nämlich für Einladungen zu einem metaphysischen Salbadern, bei dem jeder alles behaupten könne.
Die Zeit, 26.08.2013, Nr. 34
Nach seinem zweiten Roman, "Silber und Salbader", der vom selben epischen Furor angetrieben wurde, ist "Bahnhofsprosa" ein Werk der Verknappung.
Süddeutsche Zeitung, 03.01.2003
Zitationshilfe
„Salbader“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Salbader>, abgerufen am 20.05.2019.

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