Saite, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Saite · Nominativ Plural: Saiten
Aussprache
WorttrennungSai-te
Wortbildung mit ›Saite‹ als Erstglied: ↗-saitig · ↗Saitenhalter · ↗Saiteninstrument · ↗Saitenklang · ↗Saitenspiel · ↗Saitenwurm · ↗Saitling
 ·  mit ›Saite‹ als Letztglied: ↗A-Saite · ↗Aliquotsaite · ↗Bass-Saite · ↗Basssaite · ↗D-Saite · ↗Darmsaite · ↗Doppelsaite · ↗E-Saite · ↗G-Saite · ↗Geigensaite · ↗Stahlsaite
 ·  mit ›Saite‹ als Grundform: ↗besaiten
eWDG, 1974

Bedeutung

längerer, aus Schafsdarm, Stahl, Messing, Haar, Seide oder synthetischer Faser hergestellter dicker Faden
a)
dicker Faden, der ein Teil einiger Musikinstrumente ist und durch Schlagen, Zupfen oder Streichen in Schwingungen versetzt und zum Tönen gebracht wird
Beispiele:
die Saiten einer Geige, Harfe, Gitarre, eines Klaviers
die Saiten vibrieren, zittern, tönen, summen, rauschten, zersprangen, platzten
eine Saite war gesprungen, verzogen, verstimmt, zerrissen
eine Saite aufziehen, stimmen, spannen
die Saiten zupfen, (an)schlagen, streichen
gehoben die Harfenistin griff in die Saiten, ließ die Saiten ertönen, brachte die Saiten zum Klingen
er strich leise mit dem Bogen über die Saiten
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich er zieht jetzt andere, strengere, mildere Saiten auf (= er geht anders, strenger, milder vor)
eine Saite in jmdm., in jmds. Herz zum Klingen bringen, bei jmdm. anschlagen (= ein Gefühl, eine Regung in jmdm. wecken)
er hat in seinen Darlegungen eine neue Saite angeschlagen (= neue Ideen, Probleme vorgetragen)
b)
dicker Faden, der zur Bespannung von Tennisschlägern, Federballschlägern dient
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saite · besaitet
Saite f. ‘aus Pflanzenfasern, Tierdärmen, Metalldraht oder Kunststoff gedrehter Faden für Zupf- und Streichinstrumente’, ahd. seito m. (9. Jh.), daneben seita f. (um 900), mhd. seite m. f. ‘Strick, Schlinge, Fallstrick, Fessel, Darmsaite’, mnd. seyde f. ‘Saite, Sehne’, aengl. sāda m. ‘Strick, Halfter, Saite’, anord. seiðr m. ‘Band, Gürtel’ sind wie die Verwandten aind. sḗtuḥ ‘bindend, fesselnd, Fessel, Band, Damm, Brücke’, lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste, Angelschnur’, lit. saĩtas, siẽtas, lett. saite ‘Band, Strick, Fessel, Schnur’, aslaw. sětь, russ. set’ (сеть) ‘Netz, Schlinge’ mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *sē(i)-, *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’ gebildet (wozu auch ↗Sehne und ↗Seil, s. d., gehören). Gegen Ende des 17. Jhs. setzt sich als Unterscheidungsmerkmal zu nicht verwandtem Seite Schreibung mit ai durch. Redensartlich: gelindere Saiten aufziehen ‘sanfter vorgehen’ (17. Jh.), andere Saiten aufziehen ‘andere, härtere Mittel anwenden’ (18. Jh.), eine alte Leier mit einer neuen Saite beziehen ‘bereits Bekanntes wiederholen’ (18. Jh.). besaitet Part.adj. ‘mit Saiten versehen’ (15. Jh.), zart besaitet ‘von sensiblem Wesen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bogen Cello Geige Gitarre Griffbrett Harfe Klingen Leier Lyra Oberton Saite Schwingen Schwingung Steg Streichinstrument Taste Zupfen angerissen anreißen anschlagen aufziehen bespannen gerissen gespannt gesprungen gestimmt gestrichen gezupft schwingend zupfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saite‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so drückt Bush die Saiten eines wahrhaftigen analogen Instruments.
Der Tagesspiegel, 26.11.1998
Die sechste Saite klingt gut einen halben Ton zu tief.
Süddeutsche Zeitung, 26.10.1998
Charakteristisch ist der Klang der gegen die Bünde schlagenden Saiten.
o. A.: P. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 3084
Die Saiten laufen über einen losen Steg wie bei den V.
Brandlmeier, Josef u. a.: Zupfinstrumentenbau. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 9390
Ich liebte seine Bücher, und mancher Ton, den er anschlug, rührte in mir an schlummernde Saiten.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26218
Zitationshilfe
„Saite“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Saite>, abgerufen am 16.10.2019.

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