Saboteur, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungSa-bo-teur (computergeneriert)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sabotieren · Sabotage · Saboteur
sabotieren Vb. ‘wirtschaftliche, politische oder militärische Maßnahmen vorsätzlich behindern, sie durch heimlich betriebene Störtätigkeit zu vereiteln suchen’. Das in dieser Bedeutung zuerst um 1920 begegnende, doch bereits in der 1. Hälfte des 19. Jhs. im Sinne von ‘mit dem Kreisel spielen’ und ‘necken, foppen’ bekannte Verb ist entlehnt aus frz. saboter ‘in Holzschuhen umhertappen, derb auftreten, mit dem Kreisel spielen’ (älter auch ‘stoßen, quälen’), das im 19. Jh. neben verschiedenen technischen Verwendungen die Bedeutung ‘pfuschen, eine Arbeit schnell und schlecht ausführen’ entwickelt, woraus der oben angegebene, im Frz. zu Beginn des 20. Jhs. aufkommende moderne Gebrauch hervorgeht. Frz. saboter gehört als Ableitung zu afrz. çabot ‘Kreisel’, frz. sabot ‘Holzschuh, Kreisel, Huf, Beschlag an Möbelfüßen’, seit dem 19. Jh. auch (die Semantik des Verbs mit beeinflussend?) ‘Hemmschuh, Bremsklotz’. Dieses Substantiv gilt als Kreuzung aus afrz. çavate, frz. savate f. ‘abgetragener Schuh, Pantoffel’ (vgl. aprov. sabata, span. zapato ‘Schuh’, ital. ciabatta ‘Hausschuh’ mit lautähnlichen Entsprechungen im Arab., in Turksprachen und in mehreren slaw. Sprachen, wobei die genetischen Zusammenhänge ungeklärt bleiben; hierzu FEW 21, 535 ff. und Corominas 4, 832 ff.) und (allerdings erst im 16. Jh. und nur in Westfrankreich bezeugtem) mfrz. bot m. ‘Holzschuh’ (vgl. afrz. bote, frz. botte f. ‘Stiefel’, afrz. bot m. ‘Klumpfüßiger’, frz. pied bot ‘Klumpfuß’, nach FEW 15, 2, 39 ff. germ. Ursprungs und verwandt mit nd. butt ‘stumpf, plump’, nl. bot ‘stumpf’, anord. butr ‘abgehauener Klotz’, s. auch ↗Butt). Sabotage f. ‘im Verborgenen betriebene planmäßige Störtätigkeit’ (Anfang 20. Jh.), nach frz. sabotage ‘vorsätzlich fehlerhafte Arbeit, Sachbeschädigung’ (um 1900, vorher ‘Holzschuhfabrikation’). Saboteur m. ‘wer Sabotage treibt’ (30er Jahre des 20. Jhs.), nach gleichbed. frz. saboteur (dieses zuvor ‘schlechter Arbeiter, Pfuscher’, auch ‘derb auftretende, in Holzschuhen trampelnde Person’ und ‘kreiselndes Kind’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Attentäter · Saboteur · ↗Terrorist · ↗Untergrundkämpfer
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agent Attentäter Deserteur Dieb Eindringen Feigling Freischärler Hacker Judas Konterrevolutionär Krimineller Landesverräter Munition Mörder Plünderer Provokateur Putschist Spion Terrorist Verbrecher Verräter Volksfeind beschimpfen durchgreifen einschleusen sprengen vermeintlich versteckt verüben zünden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saboteur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein guter Saboteur beherrscht das System, das er lahm legen will.
Die Zeit, 27.01.2003, Nr. 04
Eine Opposition existiere nicht auf Kuba, nur "einzelne bezahlte Saboteure".
Die Welt, 20.11.1999
Oder sie ruft einen NKWD-Offizier herein und erklärt mich zum Saboteur.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 612
Sicher hat es unter ihnen - genau so wie unter den Ukrainern - einige Terroristen oder Saboteure gegeben.
o. A.: Zwanzigster Tag. Freitag, 14. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 17720
Zitationshilfe
„Saboteur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Saboteur>, abgerufen am 23.04.2019.

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