Süßigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Süßigkeit · Nominativ Plural: Süßigkeiten
WorttrennungSü-ßig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungsüß-igkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nur im Plural
Sammelbezeichnung für Näschereien, besonders Schokolade und Bonbons
Beispiele:
das Kind naschte von den Süßigkeiten, bekam zum Geburtstag viele Süßigkeiten
sie hat sich [Dativ] mit den Süßigkeiten den Magen verdorben
2.
selten
nur im Singular
Näscherei
Beispiele:
eine begehrte, ausgesuchte Süßigkeit
Bracke versuchte die Süßigkeit [KlabundBracke78]
3.
nur im Singular
gehoben
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart 3 a–c)
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart a)
Beispiel:
eine Melodie von eindringlicher Wehmut und Süßigkeit [Ric. HuchConfalonieri114]
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart c)
Beispiele:
An wieviel Traurigkeit und Süßigkeit wir doch vorübergehen [SchnitzlerErzählungen44]
unermeßliche Süßigkeit des Gefühls kündigte ihm an, sie sei da [H. Mann9,108]
4.
nur im Singular
abwertend übertriebene, oft heuchlerische Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit
Beispiel:
die Süßigkeit seiner Worte widerte sie an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

süß · Süße · süßen · versüßen · Süßigkeit · süßlich · Süßholz · Süßholzraspler · Süßstoff
süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entzückend, wohltuend’, später auch abschätzig (2. Hälfte 18. Jh.) ‘geziert, weichlich, fade’, ahd. suoʒi (8. Jh.), mhd. süeʒe, suoʒe, (md.) sūʒe, sōʒe ‘süß, mild, angenehm, lieblich, freundlich’, asächs. swōti, mnd. sȫte, mnl. soete, nl. zoet, aengl. swēte, engl. sweet, anord. sœtr, schwed. söt (germ. *swōtja-, aus *swōtu-) führen mit aind. svādúḥ ‘wohlschmeckend, süß’, griech. hēdýs (ἡδύς, aus *Ϝαδύς) ‘erfreulich, süß, lieblich’, hḗdesthai (ἥδεσθαι) ‘sich freuen’, lat. suāvis ‘lieblich, angenehm, anziehend’ auf eine Wurzel ie. *su̯ād- ‘süß, an etw. Geschmack, Freude finden’. Der Anlaut germ. sw- verliert w vor dumpfen Vokal. Süße f. ‘das Süßsein, süßer Geschmack, Geruch, süße Art, (übertriebene) Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit’, ahd. suoʒī (8. Jh.), mhd. süeʒe, suoʒe ‘Süßigkeit, Lieblichkeit, Freundlichkeit, Wohlgeruch’. süßen Vb. ‘(Speisen, Getränke) süß machen, zuckern’, ahd. suoʒen ‘süß machen’ (9. Jh.), mhd. süeʒen, suoʒen, auch ‘angenehm machen, erquicken, erfreuen’. versüßen Vb. ‘angenehm machen, erleichtern’, mhd. versüeʒen ‘ganz süß machen’. Süßigkeit f. ‘das Süßsein, Süße’, mhd. süeʒecheit, süeʒekeit, zu dem weitergebildeten Adjektiv mhd. süeʒec ‘süß, lieblich’; heute vor allem Süßigkeiten (Plur.) ‘Naschereien, Süßes in Form von Schokolade, Pralinen, Bonbons o. ä.’ (18. Jh.). süßlich Adj. ‘ein wenig süß schmeckend, riechend, freundlich, angenehm’, auch (seit 2. Hälfte 18. Jh.) abschätzig im Sinne von ‘unangenehm, geziert, fade, kitschig, weichlich’, ahd. suoʒlīh (9. Jh.; vgl. suoʒlīhho Adv., 8. Jh.), mhd. süeʒlich, (md.) sūʒlich ‘süß, milde, angenehm, lieblich, freundlich’. Süßholz n. süßschmeckende, zur Lakritzengewinnung verwendete Wurzel des Süßholzstrauches, mhd. süeʒholz, für griech.-lat. glycyrrhiza ‘Süßwurzel, -holz’ (s. ↗Lakritze); dafür auch Süßwurz(el) (16. Jh.); in übertragenem Sinne seit dem 16. Jh. verwendet; vgl. dazu Süßholz raspeln ‘einer Frau in auffallender Weise schmeicheln, ihr den Hof machen, mit ihr schöntun’, Süßholzraspler m. ‘Schmeichler, Schöntuer’ (beide Mitte 19. Jh.). Süßstoff m. synthetisch hergestellte organische Verbindung, die ohne Nährwert süßt (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Süßigkeit · ↗Süßware  ●  Schnupp  ugs., regional · ↗Süßkram  ugs.
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Bonbon Fast Food Fastfood Fruchtsaft Gebäck Getränk Heißhunger Honig Kaugummi Keks Kosmetikum Kuchen Limonade Nuß Obst Schokolade Softdrink Spielsache Spielzeug Spirituose Tabakware Tee Tüte Zigarette futtern hineinstopfen klebrig naschen verteilt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Süßigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kinder geben es immer noch vor allem für Süßigkeiten aus.
Die Welt, 03.08.2005
Es hat wahrscheinlich wirklich viel mit den Süßigkeiten zu tun.
Illies, Florian: Generation Golf, Berlin: Argon 2000, S. 38
Der schlaue Affe war gar nicht krank, nur scharf auf die Süßigkeiten.
Bild, 19.04.2000
Vorher noch bei Aldi billige Süßigkeiten kaufen und ins Kino schmuggeln.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 82
Ich erinnere mich, wie uns einst Süßigkeiten geschenkt worden waren.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30324
Zitationshilfe
„Süßigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Süßigkeit>, abgerufen am 19.04.2019.

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