Säufer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Säufers · Nominativ Plural: Säufer
Aussprache
WorttrennungSäu-fer
Wortzerlegungsaufen-er
Wortbildung mit ›Säufer‹ als Erstglied: ↗Säuferbalken · ↗Säuferleber · ↗Säufernase · ↗Säuferstimme · ↗Säuferwahn · ↗Säuferwahnsinn
 ·  mit ›Säufer‹ als Letztglied: ↗Blutsäufer · ↗Hartsäufer · ↗Quartalssäufer · ↗Quartalsäufer · ↗Schnapssäufer
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, derb, abwertend jmd., der gewohnheitsmäßig viel Alkohol trinkt, Trinker
Beispiele:
er ist ein (alter) Säufer
Du sollst nicht trinken. Ich will keinen Säufer zum Mann [E. ClaudiusGrüne Oliven324]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter ↗Suppe und ↗seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes ↗saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. ↗Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Thesaurus

Medizin, Psychologie
Synonymgruppe
Alkoholabhängiger · ↗Alkoholiker · Alkoholkranker · ↗Trinker · Trunksüchtiger · ↗Zecher  ●  Bsuff  bair., österr. · ↗Alki  ugs. · ↗Bacchant  geh., griechisch, lat. · ↗Bierdimpfl  ugs., bair. · Gamma-Trinker  fachspr. · ↗Saufbold  derb · ↗Saufbruder  ugs. · ↗Schlucker  ugs. · ↗Schluckspecht  ugs. · ↗Schnapsdrossel  ugs. · Spritnase  derb · ↗Spritti  derb · ↗Suffkopp  ugs., norddeutsch · Säufer  derb · ↗Trunkenbold  ugs. · ↗Wermutbruder  ugs., veraltend · ↗Zechbruder  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Automobil
Synonymgruppe
Spritverschwender  ●  ↗Spritfresser  ugs. · ↗Spritschleuder  ugs. · ↗Spritschlucker  ugs. · Säufer  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstinenzler Dichter Dieb Dirn Drogensüchtiger Fixer Fresser Hure Hurenbock Kiffer Krimineller Krüppel Mörder Narr Obdachlose Philosoph Raucher Schläger Schürzenjäger Sänger Trinker Vater Versager Weiberheld Zuhälter chronisch einsam ewig notorisch stadtbekannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Säufer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Leben in Freiheit bedeutet für viele von ihnen ein Ende als Säufer.
Die Zeit, 06.01.2014, Nr. 01
Was bleibt dem Säufer übrig, als in einer solchen Welt zum Poeten zu werden?
Süddeutsche Zeitung, 30.12.1995
Dennoch habe ich unter den Kunden wirkliche Säufer selten gefunden.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 27
Aber für die Tombola kamen Säufer, die ihre Gewinne niemals abgeholt hätten, ohnehin nicht in Frage.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 211
Aber der steife, noch nicht völlig ausgegorene Wahnsinn des Säufers tränte ihm schon aus den vorgequollenen Augen heraus.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18526
Zitationshilfe
„Säufer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Säufer>, abgerufen am 23.04.2019.

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