Rumpelkammer, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungRum-pel-kam-mer (computergeneriert)
WortzerlegungrumpelnKammer
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich Abstellraum für Gerümpel
Beispiele:
eine enge, dunkle, elende Rumpelkammer
eine Rumpelkammer voll Kisten und Kästen
dieser Trödel gehört in die Rumpelkammer
bildlich
Beispiel:
eine alte liberale Forderung, die ... in die Rumpelkammer geworfen wurde (= aufgegeben wurde) [BebelAus meinem Leben543]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rumpeln · überrumpeln · Rumpelkammer · Rumpelstilzchen
rumpeln Vb. ‘ein dumpfes, polterndes Geräusch verursachen, (mit dem Wagen) polternd fahren’, mhd. rumpeln ‘mit Ungestüm, geräuschvoll sich bewegen oder fallen, lärmen, poltern’, mnd. rumpelen, engl. to rumble ‘poltern, rattern, rollen, grollen, knurren’ sind iterative lautmalende Bildungen (wie ↗rummeln, s. ↗Rummel). überrumpeln Vb. ‘unerwartet angreifen, überraschen, in Verwirrung bringen’ (Anfang 16. Jh.), eigentlich ‘lärmend, mit Getöse überfallen’. Rumpelkammer f. ‘Abstellraum für altes Gerät’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. nl. rommelkamer; d. i. die Kammer mit ↗Gerümpel (s. d.), das polternd zusammenfällt, daher ‘Kammer, in der es poltert, geistert, spukt’, vgl. Rumpelgeist m. ‘polternder Kobold’ (Luther). Rumpelstilzchen n. zwerghafte Gestalt des deutschen Märchens (1812 in Grimms Kinder- und Hausmärchen), Deminutivum von Rumpelstilz ‘lärmender, rumpelnder, spukender Kobold’, älter Rumpele stilt (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. (heute veraltet) Stülz, Stülzer (15. Jh.), Stilzer (16. Jh.) ‘Hinkender’, das wohl zu der unter ↗Stelze (s. d.) angeführten Wortgruppe gehört. Daneben Rumpenstünzchen (1808 in einer handschriftlichen Märchenaufzeichnung J. Grimms); dazu vgl. mnd. stunselvōt ‘Hinkefuß’ (als Beiname), nd. Stunzel ‘kleiner dicker Mensch’ (18. Jh.), mhd. stunz ‘stumpf, abgestumpft, kurz’, wohl n-Erweiterungen zu dem unter ↗stutzen (s. d.) behandelten Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstellkammer · ↗Abstellraum · ↗Besenkammer · ↗Putzkammer · ↗Putzraum  ●  ↗Kabuff  ugs. · ↗Kabäuschen  ugs. · Rumpelkammer  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Rumpelkammer · unaufgeräumtes Zimmer
Assoziationen
Synonymgruppe
Kammer · ↗Stube  ●  ↗Raum  Hauptform · ↗Zimmer  Hauptform · ↗Bude  ugs. · ↗Gelass  geh. · ↗Gemach  geh., veraltend · ↗Kabinett  geh., österr. · ↗Kabuff  ugs., abwertend · ↗Loch  ugs., abwertend · Rumpelkammer  ugs., abwertend · ↗Räumlichkeit  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gedächtnis Geschichte Keller Monarchie gleichen landen verbannen verschwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rumpelkammer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die linken Rumpelkammern befinden sich nur im hinteren Teil des Heftes.
Der Tagesspiegel, 18.08.2002
Gibt es demnach überhaupt einen nicht funktional geprägten Speicher, eine Art ungestörter Rumpelkammer?
Die Welt, 04.09.1999
Immer älter, statt moderner wurden die Büros, manche glichen einer Rumpelkammer.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 464
So liegen die Blätter noch heute in meiner Mutter Rumpelkammer.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 421
Der Gartensalon ist eine Rumpelkammer geworden - vollgepfropft mit Möbeln aus allen Räumen.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 135
Zitationshilfe
„Rumpelkammer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rumpelkammer>, abgerufen am 24.04.2019.

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