Ruin, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ruins · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRu-in (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

Zusammenbruch, Untergang
Beispiele:
ein drohender, sicherer, völliger Ruin seiner Gesundheit
ein sittlicher, moralischer Ruin
jmdn. an den Rand des Ruins (= Verderbens) bringen
jmdn., etw. vor dem Ruin bewahren, retten
umgangssprachlich, scherzhaft du bist noch mein Ruin (= du richtest mich noch zugrunde)
Wirtschaft wirtschaftlicher Zusammenbruch, Verlust der geschäftlichen Existenz, des Vermögens
Beispiele:
ein wirtschaftlicher, finanzieller Ruin
diese Fehlspekulation bedeutet für ihn, für sein Geschäft den Ruin
vor dem Ruin stehen
diese Misswirtschaft führte zum Ruin des Staatshaushalts
Er hat seinen Ruin abwenden wollen [StrittmatterBienkopp209]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruine · Ruin · ruinieren
Ruine f. ‘zerfallenes, eingestürztes Gebäude, Trümmerstätte’, zuerst Ruinen Plur. (Ende 16. Jh.), Entlehnung aus gleichbed. lat. ruīnae Plur. (neben seltenerem ruīna Sing. ‘Einsturz, eingestürztes Gebäude, Zusammenbruch’), gelegentlich wohl auch aus früher als im Dt. bezeugtem afrz. frz. ruines Plur. Lat. ruīna ist Verbalabstraktum zu lat. ruere ‘rennen, stürzen, niederreißen, niederstürzen’. Ruin m. (anfangs auch f. nach frz. Vorbild) ‘Zusammenbruch, Untergang, Verderb, Verlust der wirtschaftlichen Existenz’, entlehnt (1. Hälfte 17. Jh.) aus frz. ruine f. ‘Einsturz (eines Gebäudes), Verwüstung, Untergang’, afrz. ‘Einsturz, Verfall, Verheerung, Verderben, Jammer’, dem lat. ruīna (s. oben) voraufgeht. ruinieren Vb. ‘verderben, zerstören, vernichten, zugrunde richten’ (2. Hälfte 16. Jh.; zuerst im militärischen Bereich), aus gleichbed. frz. ruiner, afrz. ‘einstürzen, niederfahren (vom Blitz), zugrunde richten’, Ableitung vom Substantiv afrz. frz. ruine. Doch vgl. auch mlat. ruinare ‘(ein)stürzen, zerstören’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bankrott · Bankrottfall · ↗Insolvenz · ↗Konkurs · ↗Konkursfall · Ruin · ↗Zahlungseinstellung · ↗Zahlungsunfähigkeit  ●  ↗Illiquidität  fachspr. · ↗Pleite  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baubetrieb Finanzen Handwerksbetrieb Kleinbauer Pflegedienst Rand Staatsfinanzen Verderben abwenden bedeuten besiegeln bewahren drohend entgegengehen entgegentreiben finanziell geschäftlich gesundheitlich herbeiführen publizistisch retten schlittern selbstverschuldet stürzen total treiben wirtschaften wirtschaftlich zutreiben ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hat manche Institution angesichts der sowieso schon knappen Mittel an den Rand des Ruins getrieben.
Der Tagesspiegel, 10.07.2001
Manche kleinere italienische Ölmühle geriet denn auch schon in den Ruin.
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2001
Nicht weniger schlimm erscheint ihm der Ruin der Medizin und des Rechts.
Garin, Eugenio: Die Kultur der Renaissance. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4900
Aber er will es nicht abtragen, sondern er will es mit gänzlichem Ruin meines Hauses stützen und unterbauen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 25924
Sie würden nun, um die Stadt nicht dem Ruin auszusetzen, dennoch daran denken müssen, zu akkordieren.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 893
Zitationshilfe
„Ruin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ruin>, abgerufen am 18.07.2019.

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