Ruhr, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ruhr · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Ruhr‹ als Erstglied: ↗Ruhrbakterie · ↗Ruhrbakterium · ↗Ruhrepidemie
eWDG, 1974

Bedeutung

fieberhafte Infektionskrankheit, die mit Leibschmerzen und starkem Durchfall verbunden ist, Dysenterie
Beispiele:
die weiße (= mit grauen, schleimigen Abgängen verbundene) Ruhr
die rote (= mit Abgängen von Blut verbundene) Ruhr
die Ruhr haben, bekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhr f. infektiöse Darmerkrankung. Zu dem unter ↗rühren (s. d.) behandelten Verb steht im Dt. und Nl. im Sinne von ‘heftige, eilige Bewegung’ das Verbalabstraktum ahd. (h)ruora ‘Bewegung, Lauf, das Bewegen (Spielen) der Saiten’ (um 1000), mhd. ruor(e), (md.) rūr(e) ‘eilige Bewegung (zu Fuß oder Pferd), Erregung, Hatz der Hunde auf das Wild’, asächs. hrōra ‘Bewegung, Erregung’ (9. Jh.), mnd. rōr(e), mnl. roere f., roer n., nl. roer m. Im Mhd. und Mnd. bezieht sich der Ausdruck auch auf die heftige Bewegung im Darm und bezeichnet speziell den heftigen Durchfall sowie die sich seuchenartig verbreitende, oft mit Darmbluten verbundene Infektionskrankheit, vgl. frühnhd. rote rur (15. Jh.). Vom 17. Jh. an ist das Wort im Dt. nur noch in dieser Bedeutung gebräuchlich (doch s. ↗Aufruhr).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Dissenterie  veraltet · Ruhr  veraltet · ↗Dysenterie  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Bakterienruhr · Bazillenruhr · Shigellendysenterie · Shigellenruhr · Shigellose
Synonymgruppe
Ruhr [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergarbeiter Bergleute Cholera Fleckfieber Haldenbestand Hepatitis Hüttenwerk Industriegebiet Kerngebiet Kohlenförderung Kohlengrube Kohlenhalde Koks Kulturfest Kumpel Malaria Montankonzern Mühlheim Mülheimer Nebenfluß Schachtanlage Schwerindustrie Sonnenkönig Stahlerzeuger Steinkohlenbergbau Theater Triennale Tuberkulose Typhus Zeche

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruhr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Ruhr ist nicht mehr rot, und darum herum ist auch vieles schwärzer geworden.
Der Tagesspiegel, 13.09.1999
An der Ruhr begreift man jedoch ausgezeichnet, daß der direkte Weg, sich der österreichischen Wirtschaft zu bemächtigen, versperrt ist.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Durch die Überschichten hat sich die Kohlenförderung an der Ruhr um fast 40000 t täglich gesteigert.
o. A.: 1920. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 798
Solches sagt man sich bei der Ankunft in Essen an der Ruhr.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 113
An der Ruhr haben 140 Kohlengruben ihren Betrieb wieder aufgenommen.
o. A.: 1945. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 17541
Zitationshilfe
„Ruhr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ruhr>, abgerufen am 24.04.2019.

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