Ruhm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ruhm(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Ruhm‹ als Erstglied: ↗Ruhmbegier · ↗Ruhmbegierde · ↗Ruhmesbahn · ↗Ruhmesblatt · ↗Ruhmesglanz · ↗Ruhmesgöttin · ↗Ruhmeskranz · ↗Ruhmestag · ↗Ruhmestat · ↗Ruhmestitel · ↗Ruhmsucht · ↗ruhmbegierig · ↗ruhmbekränzt · ↗ruhmlos · ↗ruhmreich · ↗ruhmsüchtig · ↗ruhmvoll · ↗ruhmwürdig
eWDG, 1974

Bedeutung

durch hervorragende Leistung erworbenes hohes und weitreichendes Ansehen
Beispiele:
ein großer, verdienter, weltweiter, unsterblicher Ruhm
ein eitler, verblassender, vergänglicher, kurzer, fragwürdiger, falscher, nichtiger Ruhm
ein künstlerischer, literarischer Ruhm
gehoben Ruhm den Freiheitskämpfern!
jmds. Ruhm wächst, verblasst, lebt weiter
wir sind über sie des Ruhmes (= Lobes) voll
dem Ruhm nachjagen
gehoben die Leistungen dieser Forscher gereichen der Menschheit zum Ruhm
Ruhm gewinnen, erringen, ernten, davontragen
dieses Buch hat den Ruhm des Dichters begründet
Ruhm erleben, genießen, auskosten
seinen Ruhm erneuern, überleben
dieses Werk wird ihm Ruhm bringen
jmds. Ruhm verkünden, verbreiten
mit diesem Verbrechen erwarb er sich [Dativ] einen traurigen Ruhm (= einen besonders schlechten Ruf)
nach Ruhm und Ehre streben
sich (nicht) vom Ruhm blenden lassen
zu Ruhm gelangen, kommen
der Glanz des Ruhmes
den Gipfel des Ruhmes erreichen
auf der Höhe des Ruhmes stehen
er sonnte sich in seinem Ruhm
salopp, spöttisch er hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhm · rühmen · berühmt · Berühmtheit · rühmlich · ruhmlos · ruhmredig · ruhmvoll
Ruhm m. ‘hohes Ansehen’. Das im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. (h)ruom (8. Jh.), mhd. ruom, ruon, (md.) rūm ‘Lob, Ehre, Prahlerei’, asächs. hrōm, mnd. rōm, mnl. nl. roem ‘Ruhm, Ehre’ (germ. *hrōma-) stellt sich mit (anders abgeleitetem) asächs. hrōð ‘Ruhm’, aengl. hrōþor ‘Trost, Freude, Nutzen’, got. hrōþeigs ‘ruhm-, siegreich’ (germ. *hrōþa-), ahd. (h)ruod- in Personennamen (vgl. Rüdiger, Rudolf) zu der unter ↗rufen (s. d.) angeführten Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’. Auszugehen ist wohl von einer Bedeutung ‘Freudengeschrei’, die sich einerseits über ‘kriegerisches Selbstlob’ zu ‘Prahlerei’, andererseits über ‘Preis, Lob anderer’ zu ‘Ansehen, Ehre’ entwickelt. rühmen Vb. ‘jmds. Ruhm verkünden, jmdn. lobend hervorheben’, ahd. (h)ruomen ‘(sich) rühmen, prahlen’ (8. Jh.), mhd. rüemen, ruomen, (md.) rūmen, auch ‘froh sein, jubeln’, asächs. hrōmian ‘sich rühmen’, mnd. rōmen ‘rühmen, prahlen’, mnl. nl. roemen ‘rühmen, loben, preisen’, aengl. hrīeman, hrȳman, hrēman ‘rufen, schreien, prahlen’. berühmt Adj. ‘weithin bekannt, überall hoch angesehen’, spätmhd. berüemet, eigentlich Part. Prät. von mhd. berüemen, ahd. bi(h)ruomen ‘sich rühmen’ (um 1000); Berühmtheit f. ‘berühmte Persönlichkeit, anerkannter guter Ruf, Ruhm’ (1. Hälfte 16. Jh.). rühmlich Adj. ‘rühmens-, lobenswert, löblich’, mhd. rüem(e)lich ‘lobenswert, ruhmredig, prahlerisch’; vgl. ahd. (h)ruomlīhho Adv. ‘ruhmredig, prahlerisch’ (8. Jh.). ruhmlos Adj. ‘ohne Ruhm, Verdienst’ (17. Jh.). ruhmredig Adj. ‘prahlerisch’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter rhumrettig (Luther), rumretig (Sachs), zu mhd. ruomreiticheit ‘Prahlerei’, ruomereiten, (md.) ruomerēden ‘sich rühmen’, eigentlich ‘sich Ruhm bereiten’ (zum Grundwort s. ↗bereit), dann volksetymologisch an reden angeschlossen. ruhmvoll Adj. mhd. (md.) rūmvol.

Thesaurus

Synonymgruppe
Herrlichkeit · ↗Pracht · Ruhm  ●  Glanz und Gloria  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ehre Gipfel Glanz Höhepunkt Mehrung Nachruhm Reichtum Vaterland Vergänglichkeit Zenit bedecken begründen bekleckern ernten ewig gebühren gelangen gereichen künden literarisch mehren sonnen traurig unsterblich verblassen verdanken verdient verhelfen zehren zweifelhaft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruhm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum hat trotz alledem der Ruhm diese Stadt nicht wenigstens gestreift?
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2003
Aber kommt es denn auf den Ruhm des Namens an?
Der Tagesspiegel, 06.07.2003
Von Glucks steigendem Ruhm angezogen, ging er bei diesem in die Schule.
o. A.: S. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 2929
Der Ruhm des israelitischen Großreichs ging in die Welt hinaus.
Kraus, Hans-Joachim: Israel. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 24525
Die unantastbare Überlegenheit seines Spiels gewann ihm sehr schnell einen glänzenden Ruhm.
Borrel, Eugène: Franchomme. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14004
Zitationshilfe
„Ruhm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ruhm>, abgerufen am 25.04.2019.

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