Ruder, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ruders · Nominativ Plural: Ruder
Aussprache
WorttrennungRu-der
Wortbildung mit ›Ruder‹ als Erstglied: ↗Ruderball · ↗Ruderblatt · ↗Rudergast · ↗Rudergänger · ↗Ruderhaus · ↗Ruderpinne · ↗Ruderschaft
 ·  mit ›Ruder‹ als Letztglied: ↗Gegenruder · ↗Steuerruder · ↗Tiefenruder
eWDG, 1974

Bedeutung

blattförmige, meist am Heck angebrachte Vorrichtung zum Steuern eines Schiffes
Beispiele:
das Ruder des Dampfers
das Ruder halten, herumlegen
das Schiff folgt dem Ruder (= gehorcht ihm)
am Ruder stehen
Seemannssprache das Schiff läuft aus dem Ruder (= gehorcht ihm nicht)
das Kommando zum Umlegen des Ruders [JahnnHolzschiff104]
beweglicher, zum Steuern dienender Teil des Leitwerks eines Flugzeugs
Beispiel:
der Pilot betätigte das Ruder des Höhenleitwerks
bildlich
Beispiele:
das Ruder des Staates führen, halten (= den Staat leiten)
umgangssprachlich am Ruder (= an der Macht) sein, bleiben
umgangssprachlich ans Ruder kommen, gelangen
daß eine volksfreundliche Regierung das Ruder ergriffen hat (= die Macht übernommen hat) [BrechtRundköpfe3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruder · rudern · Ruderer
Ruder n. ‘zum Fortbewegen eines Bootes dienende, in ein Blatt auslaufende Stange, Vorrichtung zum Steuern eines Schiffes’, ahd. ruodar (9. Jh.), mhd. ruoder, (md.) rūder, rōder, mnd. rōder, rōr, mnl. roeder, roeyer, nl. roer, aengl. rōþor, engl. rudder (westgerm. *rōþra- ‘Steuerruder’), mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tro-. Es führt mit anders abgeleitetem anord. rœði ‘Ruder’ sowie mit mhd. rüejen, rüegen ‘rudern’, mnd. rōien, rōjen, rōen, nd. rojen, mnl. roeyen, royen, nl. roeien, stark flektierendem aengl. rōwan, engl. to row, anord. rōa, schwed. ro ‘rudern’ (germ. *rōan) und den außergerm. Verwandten aind. arítraḥ ‘Ruder’, aritā́ ‘Ruderer’, griech. erétēs (ἐρέτης) ‘Ruderer’, triḗrēs (τριήρης) ‘Dreiruderer’, lat. rēmus ‘Ruder’, air. rāme ‘Ruder’, rā- ‘rudern’, lit. ìrti ‘rudern’, ìrklas ‘Ruder, Ruderboot’ auf die Wurzel ie. *erə-, *rē-, *er(e)- ‘rudern, Ruder’. rudern Vb. ‘die Ruder gebrauchen, mit den Rudern ein Boot fortbewegen’, ahd. ruodarōn (um 1000), mhd. ruodern ‘rudern’, vom Substantiv abgeleitet. Ruderer m. mhd. ruoderære.

Thesaurus

Synonymgruppe
Riemen · Ruder · ↗Skull
Synonymgruppe
Ruder · ↗Steuer · ↗Steuerruder
Synonymgruppe
Paddel · Ruder

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badminton Fechten Gewichtheben Handball Hockey Judo Kanu Leichtathletik Mast Paddel Propeller Radfahren Schießen Schwimmen Segel Sportart Staatsschiff Steuermann Tennis Tischtennis Trunkenheit Turnen Volleyball herumdrehen herumlegen herumreißen herumwerfen laufen rumreißen übernehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ganze deutsche Engagement drohe aus dem Ruder zu laufen.
Die Welt, 15.09.2004
Die Rechte hat alle politischen Ruder in der Hand und sie macht Gebrauch davon.
Der Tagesspiegel, 12.03.2002
Ein Mann saß drin, regungslos, die Hände an den Rudern.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 211
Als er im Boot saß und die Ruder schon eingetaucht hatte, wendete er sich noch einmal um.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 296
So ließ ich die Ruder sinken und mein Boot am Ufer treiben.
Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 72
Zitationshilfe
„Ruder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ruder#1>, abgerufen am 24.05.2019.

Weitere Informationen …

Ruder, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ruders · Nominativ Plural: Ruder
Aussprache
WorttrennungRu-der
Wortbildung mit ›Ruder‹ als Erstglied: ↗Ruderbank · ↗Ruderboot · ↗Ruderclub · ↗Ruderklub · ↗Ruderregatta · ↗Ruderschlag · ↗Rudersklave · ↗Rudersport
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
zur Fortbewegung eines Ruderbootes dienende Stange, die an einem Ende zu einem Blatt verbreitert ist, Riemen
Beispiele:
ein langes, schweres Ruder
die Ruder eintauchen, auslegen, durchziehen, einlegen, einziehen
sich in die Ruder legen, werfen (= kräftig rudern)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich er legte sich kräftig ins Ruder (= packte die Arbeit energisch an)
2.
Jägersprache, übertragen Fuß der Schwimmvögel
Beispiel:
die Ruder des Schwanes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruder · rudern · Ruderer
Ruder n. ‘zum Fortbewegen eines Bootes dienende, in ein Blatt auslaufende Stange, Vorrichtung zum Steuern eines Schiffes’, ahd. ruodar (9. Jh.), mhd. ruoder, (md.) rūder, rōder, mnd. rōder, rōr, mnl. roeder, roeyer, nl. roer, aengl. rōþor, engl. rudder (westgerm. *rōþra- ‘Steuerruder’), mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tro-. Es führt mit anders abgeleitetem anord. rœði ‘Ruder’ sowie mit mhd. rüejen, rüegen ‘rudern’, mnd. rōien, rōjen, rōen, nd. rojen, mnl. roeyen, royen, nl. roeien, stark flektierendem aengl. rōwan, engl. to row, anord. rōa, schwed. ro ‘rudern’ (germ. *rōan) und den außergerm. Verwandten aind. arítraḥ ‘Ruder’, aritā́ ‘Ruderer’, griech. erétēs (ἐρέτης) ‘Ruderer’, triḗrēs (τριήρης) ‘Dreiruderer’, lat. rēmus ‘Ruder’, air. rāme ‘Ruder’, rā- ‘rudern’, lit. ìrti ‘rudern’, ìrklas ‘Ruder, Ruderboot’ auf die Wurzel ie. *erə-, *rē-, *er(e)- ‘rudern, Ruder’. rudern Vb. ‘die Ruder gebrauchen, mit den Rudern ein Boot fortbewegen’, ahd. ruodarōn (um 1000), mhd. ruodern ‘rudern’, vom Substantiv abgeleitet. Ruderer m. mhd. ruoderære.

Thesaurus

Synonymgruppe
Riemen · Ruder · ↗Skull
Synonymgruppe
Ruder · ↗Steuer · ↗Steuerruder
Synonymgruppe
Paddel · Ruder

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badminton Fechten Gewichtheben Handball Hockey Judo Kanu Leichtathletik Mast Paddel Propeller Radfahren Schießen Schwimmen Segel Sportart Staatsschiff Steuermann Tennis Tischtennis Trunkenheit Turnen Volleyball herumdrehen herumlegen herumreißen herumwerfen laufen rumreißen übernehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ganze deutsche Engagement drohe aus dem Ruder zu laufen.
Die Welt, 15.09.2004
Die Rechte hat alle politischen Ruder in der Hand und sie macht Gebrauch davon.
Der Tagesspiegel, 12.03.2002
Ein Mann saß drin, regungslos, die Hände an den Rudern.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 211
Als er im Boot saß und die Ruder schon eingetaucht hatte, wendete er sich noch einmal um.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 296
So ließ ich die Ruder sinken und mein Boot am Ufer treiben.
Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 72
Zitationshilfe
„Ruder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ruder#2>, abgerufen am 24.05.2019.

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