Routinier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Routiniers · Nominativ Plural: Routiniers
Aussprache
WorttrennungRou-ti-ni-er (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
WortzerlegungRoutine-ier
eWDG, 1974

Bedeutung

jmd., der auf einem Gebiet besondere Routine besitzt, Mensch mit Routine
Beispiele:
scherzhaft, vertraulich die unverwüstlichen Routiniers unserer Fußballmannschaft
Czentovic, der Routinier, blieb während der ganzen Zeit unbeweglich wie ein Block, die Augen streng und starr auf das Schachbrett gesenkt [St. ZweigSchachnovelle1,244]
abwertend besser mit einem von der Sache Begeisterten zu arbeiten, wenn er auch die Sache noch nicht meistert, als einen Routinier um sich zu haben, der einem durch seine bürokratische Auffassung die Arbeit, unsere gute Sache nur verleidet [Becher6,470]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Route · Routine · Routinier · routiniert
Route f. ‘geplanter (Reise)weg, vorgeschriebene Wegstrecke’, Übernahme (Mitte 17. Jh.) von frz. route ‘Weg, (ausgebaute) Straße’, auch ‘Richtung, in die man geht’, mfrz. ‘breiter Weg für Fußgänger und Wagen’, afrz. rote ‘Straße, Weg, Bahn, Spur’. Diesem geht vlat. (via) rupta ‘durch den Wald geschlagener Weg’ voraus, Part. Perf. Fem. von lat. rumpere ‘(zer)brechen, zerreißen, zersprengen’. Routine f. ‘durch Übung erworbene Gewandtheit, Fertigkeit, Erfahrung’ (Mitte 18. Jh.), pejorativ ‘zur Gewohnheit gewordene Tätigkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. routine, eigentlich ‘Erfahrung hinsichtlich des Weges’, abgeleitet von mfrz. frz. route (s. oben). Routinier m. ‘wer auf einem Gebiet Erfahrung, Übung besitzt’ (Anfang 19. Jh.), frz. routinier. routiniert Adj. ‘erfahren, geschickt, geübt’ (2. Hälfte 18. Jh.), gebildet wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. routiné, Part. Perf. von frz. routiner ‘nach der Gewohnheit, mit Erfahrung handeln, an etw. gewöhnen’; vgl. (vereinzeltes) sich routinieren Vb. ‘sich Erfahrung, Geschick erwerben’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer) vom Fach (sein) · ↗Experte · ↗Fachkraft · ↗Fachmann · ↗Kenner · Kenner der Materie · ↗Könner · ↗Meister · ↗Profi · Routinier · ↗Sachkenner · Sachkundiger · Sachverständiger  ●  (ein/e ...) von hohen Graden  geh. · Fässle  ugs., schwäbisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Schlüsselkraft · qualifizierte Fachkraft
Assoziationen
  • (den) Durchblick haben · (ganz) in seinem Element sein · ↗(sich) auskennen · ↗beschlagen (sein) · bestens vertraut sein (mit) · ↗sattelfest (sein) · versiert sein · wissen wo's langgeht · zu Hause sein (in)  ●  (ein) Fässle (sein)  ugs., schwäbisch · (sich) verstehen auf  ugs. · Ahnung haben  ugs. · Kenne haben  ugs. · in etwas was weghaben  ugs. · ist mein zweiter Vorname!  ugs. · wissen was man tut  ugs.
  • Experte · ↗Fachmann · ↗Fachperson · ↗Kapazität · ↗Könner · ↗Profi · ↗Spezialist  ●  ↗Ass  ugs. · ↗Fachidiot  ugs., abwertend
  • Profi · kennt sich aus · schon lange im Geschäft  ●  (dem) machst du nichts vor  ugs. · (jemand) weiß, wovon er spricht  ugs. · alter Hase  ugs., fig. · lange genug dabei  ugs. · mit allen Wassern gewaschen  ugs., fig. · weiß wie es läuft  ugs. · weiß wo's langgeht  ugs.
  • Ass · ↗Autorität · ↗Experte · ↗Großmeister · ↗Kapazität · ↗Koryphäe · Meister aller Klassen · Meister seines Fachs · ↗Wunderknabe  ●  ↗(ein) Supermann  ugs., fig. · ↗Crack  ugs. · ↗Granate  ugs. · ↗Guru  ugs. · ↗Kanone  ugs. · ↗Leuchte  ugs.
  • (für etwas) bekannt (sein)  ●  kein unbeschriebenes Blatt (sein)  ugs.
  • anerkannt · ↗ausgewiesen · ↗nachweislich
  • Kennerblick · geübtes Auge
  • Bescheidwisser · Eingeweihter  ●  ↗Cleverle  schwäbisch · ↗Auskenner  ugs. · ↗Durchblicker  ugs.
  • von einem, der das (auch) beurteilen kann · von einem, der weiß, wovon er spricht · von kompetenter Seite  ●  aus berufenem Mund(e)  geh. · von einem, der sich auskennt  ugs. · von jemandem, der es wissen muss  ugs.
  • es bringen  ugs. · es drauf haben  ugs. · was können  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
Routinier · ↗Veteran  ●  alter Fahrensmann  fig. · alter Haudegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

31-jährig 32-jährig 33-jährig 34-jährig 35-jährig 36-jährig 37-jährig 38-jährig Angerer Debütant Fehlen Innenverteidigung Jungstar Rückholaktion Schober Soldo Talent Youngster abgebrüht aussortieren aussortiert eingewechselt erfahren genesen patzen reaktivieren schwächeln verletzt verpflichtet zurückgekehrt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Routinier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In die Rennen dieses Jahres geht der Routinier erneut mit großen Chancen.
Der Tagesspiegel, 21.01.2002
Und den Routiniers geht im entscheidenden Moment dann doch immer öfter die Luft aus.
Süddeutsche Zeitung, 11.09.2001
Wo es etwas zu holen gibt, sind auch Routiniers mit am Ball.
C't, 1997, Nr. 12
Für einen weniger großen Routinier und Könner hätte diese Unterlassungssünde schlimme Folgen nach sich ziehen können.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Die nicht auf menschlicher Eigenart beruhende Arbeitsteilung läßt die Menschen einerseits in ihrer Tätigkeit schematisch erstarren, macht Automaten ihrer Beschäftigung, bloße Routiniers aus ihnen.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 627
Zitationshilfe
„Routinier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Routinier>, abgerufen am 23.04.2019.

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