Roman, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Romans · Nominativ Plural: Romane
Aussprache
WorttrennungRo-man
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Roman‹ als Erstglied: ↗Romanbeilage · ↗Romandebüt · ↗Romandichter · ↗Romandichtung · ↗Romanfabel · ↗Romanfigur · ↗Romanform · ↗Romanfortsetzung · ↗Romanfragment · ↗Romangeschehen · ↗Romangestalt · ↗Romanhandlung · ↗Romanheftchen · ↗Romanheld · ↗Romanliteratur · ↗Romanreihe · ↗Romanschaffen · ↗Romanschreiber · ↗Romanschriftsteller · ↗Romanserie · ↗Romanstoff · ↗Romantitel · ↗Romantrilogie · ↗Romanwerk · ↗Romanzyklus · ↗romanartig · ↗romanesk · ↗romanhaft
 ·  mit ›Roman‹ als Letztglied: ↗Abenteuerroman · ↗Abenteurerroman · ↗Altersroman · ↗Antikriegsroman · ↗Backfischroman · ↗Bauernroman · ↗Bilderroman · ↗Bildroman · ↗Briefroman · ↗Debütroman · ↗Eheroman · ↗Entwicklungsroman · ↗Erfolgsroman · ↗Erstlingsroman · ↗Erziehungsroman · ↗Familienroman · ↗Fortsetzungsroman · ↗Fotoroman · ↗Frauenroman · ↗Gegenwartsroman · ↗Gesellschaftsroman · ↗Gespensterroman · ↗Groschenroman · ↗Gruselroman · ↗Heftroman · ↗Heimatroman · ↗Hintertreppenroman · ↗Horrorroman · ↗Ich-Roman · ↗Ichroman · ↗Jugendroman · ↗Kitschroman · ↗Kolportageroman · ↗Kriegsroman · ↗Kriminalroman · ↗Kurzroman · ↗Künstlerroman · ↗Liebesroman · ↗Rotationsroman · ↗Schauerroman · ↗Schelmenroman · ↗Schlüsselroman · ↗Schundroman · ↗Schäferroman · ↗Seemannsroman · ↗Sensationsroman · ↗Sittenroman · ↗Spionageroman · ↗Taschenbuchroman · ↗Tatsachenroman · ↗Tendenzroman · ↗Trivialroman · ↗Unterhaltungsroman · ↗Versroman · ↗Widerstandsroman · ↗Wildwestroman · ↗Zeitroman · ↗Zukunftsroman
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Form der erzählenden Dichtung in Prosa, die meist an einer Fülle von Ereignissen einen Helden oder eine Menschengruppe in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen darstellt
Beispiele:
einen Roman abfassen, konzipieren, schreiben, verfassen
einen Roman drucken lassen, herausgeben, illustrieren, verlegen
einen Roman lesen, kennen, besprechen, kritisieren
über einen Roman diskutieren
der Dichter schreibt an einem neuen Roman
ein aktueller, bekannter, berühmter, spannender, unterhaltsamer, vortrefflicher Roman
ein (auto)biographischer, didaktischer, dokumentarischer, gesellschaftskritischer, heiterer, historischer, humoristischer, kulturhistorischer, psychologischer, satirischer, utopischer, zeitkritischer Roman
ein klassischer, realistischer, romantischer Roman
dieser Roman ist sehr breit angelegt, fesselt, langweilt mich, liest sich leicht
ein Roman in Bildern, für die Jugend, in zehn Bänden
ein Roman in Versen (= Versroman)
der Roman, die Fabel des Romans ist frei erfunden
Stoff und Thematik des Romans sind der Gegenwart entnommen
der Roman behandelt Probleme der Gegenwart
der Dichter wählte ein abenteuerliches, biographisches Thema für seinen Roman
der epische Fluss des Romans
im Mittelpunkt dieses Romans steht ein junges Studentenehepaar
das Leben ist oft spannender als ein Roman
ein Erlebnis, wie es in Romanen steht
sein Lebenslauf hört sich an wie ein Roman, ist (so spannend) wie ein Roman
dieser Bericht klingt wie ein Roman (= klingt erfunden, unrealistisch)
bildlich
Beispiel:
salopp erzähle, mach keine (langen) Romane (= fasse dich kurz)
2.
übertragen etw. Außergewöhnliches, Aufregendes, Ereignisreiches
Beispiele:
die Laufbahn der berühmten Schauspielerin war ein einziger, wahrer Roman
umgangssprachlich die Laufbahn der berühmten Schauspielerin war der reinste Roman
Statt eines Romanmanuskriptes sucht er den Roman seines Lebens zu einem glücklichen Ende zu bringen [St. ZweigBalzac473]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Roman · Romancier
Roman m. epische Prosagroßform, die durch die Gestaltung ausgeprägter Individuen in ihren vielfältigen Beziehungen zu ihrer gesellschaftlichen Umwelt eine umfassende realistische Aussage ermöglicht. Die Gattungsbezeichnung (mit den frühen Varianten Romain, Romayn, Plur. Romans, bis Ende 18. Jh. Romanen) wird in der 1. Hälfte des 17. Jhs. entlehnt aus frz. roman ‘umfangreiche erzählende Prosadichtung’, dem afrz. mfrz. romanz, romant ‘Erzählung in französischer Sprache’ (anfangs in Versen, dann in Prosa) vorausgeht. Afrz. romanz, romant gilt zuerst für die meist in erzählender Form abgefaßte, auf Übersetzung oder Bearbeitung beruhende volkssprachliche Version eines ursprünglich lat. Textes und schließt sich in dieser Verwendung an afrz. mfrz. romanz, roman(t) ‘galloromanische Volkssprache Nordfrankreichs, Altfranzösisch’ (im Unterschied zum Latein der Gelehrten) an. Der afrz. Substantivbildung liegt (wie mehrfach daneben bezeugtem afrz. romanz Adv. ‘in romanischer Volkssprache’) das im Lat. nicht nachweisbare Adverb vlat. *Rōmānicē ‘auf romanisch, in der Volkssprache’ (vgl. mlat. Romanice, 11. Jh.; auszugehen ist wohl von der Fügung vlat. *Rōmānicē loquī ‘romanisch sprechen’) zugrunde. Dieses gehört formal zum Adjektiv lat. Rōmānicus ‘aus Rom stammend’, könnte aber in nachklassischer Zeit (nach dem Muster anderer bedeutungsgleicher Doppelformen wie lat. barbarē, spätlat. barbaricē ‘ausländisch, fremd’) auch unmittelbar von dem üblicherweise mit Bezug auf die Sprache gebrauchten lat. Rōmānus ‘römisch, lateinisch’ (mlat. Romanus ‘volkssprachlich, romanisch’, zu lat. Rōma, s. ↗romanisch) abgeleitet sein. Romancier m. ‘Romanschriftsteller’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus gleichbed. frz. romancier.

Thesaurus

Synonymgruppe
Epos · ↗Langerzählung · Roman · ↗Saga
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(sehr) weit ausholen(d) · ausgedehnt · ermüdend · erschöpfend (im Wortsinn) · ↗geschwätzig · in aller Ausführlichkeit · in epischer Breite · in ermüdender Ausführlichkeit · lang und breit · ↗langatmig · ↗raumgreifend · ↗seitenlang · ↗umständlich · viele Worte machen · ↗weitläufig · weitschweifend · ↗weitschweifig · ↗wortreich · überausführlich  ●  ↗abendfüllend  fig. · ↗in extenso  bildungssprachlich · Oper(n) quatschen  ugs., fig. · Roman  ugs., fig. · ausgreifend  geh. · des Langen und (des) Breiten  geh. · schwafelig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autor Drama Erzählung Essay Figur Gedicht Hauptfigur Held Lektüre Novelle Theaterstücke Titel Verfilmung autobiographisch berühmt beschreiben erscheinen erschienen erst erzählen gleichnamig historisch lesen neu schildern schreiben verfassen verfilmen veröffentlichen zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Roman‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie sich in meinem neuen Roman wiederfinden.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 207
Zwischendurch sah er fern, und manchmal las er historische Romane.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 107
Bereits 1942 war sein Roman Nacht ohne Morgen erschienen, aber ohne großen Erfolg.
konkret, 1992
Aber ich komme von der erneuten Lektüre des Romans nicht los.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 103
Denn dergleichen, sagt sich der kluge Leser, gibt es nur in Romanen.
Tucholsky, Kurt: Jonathans Wörterbuch. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Zitationshilfe
„Roman“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Roman>, abgerufen am 16.10.2019.

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