Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird von der Redaktion des DWDS in Kürze überarbeitet.

Rolle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rolle · Nominativ Plural: Rollen
Aussprache
WorttrennungRol-le (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rolle‹ als Erstglied: ↗Rollenbahn · ↗Rollendruck · ↗Röllchen · ↗rollenförmig
 ·  mit ›Rolle‹ als Letztglied: ↗Bindfadenrolle · ↗Biskuitrolle · ↗Buchrolle · ↗Cremerolle · ↗Crèmerolle · ↗Drahtrolle · ↗Eskimorolle · ↗Filmrolle1 · ↗Frühlingsrolle · ↗Garnrolle · ↗Geldrolle · ↗Gewerberolle · ↗Handtuchrolle · ↗Handwerksrolle · ↗Hechtrolle · ↗Innenrolle · ↗Kabelrolle · ↗Kleberolle · ↗Klebrolle · ↗Klopapierrolle · ↗Kontaktrolle · ↗Küchenrolle1 · ↗Laufrolle · ↗Luftrolle · ↗Löschrolle · ↗Mannschaftsrolle · ↗Musterrolle · ↗Papierrolle · ↗Papprolle · ↗Papyrusrolle · ↗Pergamentrolle · ↗Schaumrolle · ↗Schlauchrolle · ↗Schlummerrolle · ↗Schriftrolle · ↗Sommerrolle · ↗Stammrolle · ↗Tapetenrolle · ↗Teigrolle · ↗Thorarolle · ↗Torarolle · ↗Tragrolle · ↗Wappenrolle · ↗Wäscherolle · ↗Zeichenrolle · ↗Zitronenrolle · ↗Zunftrolle · ↗Zwirnrolle
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
(länglicher) Körper mit rundem Querschnitt, kleines Rad (mit Rille), Walze
Beispiele:
der Tisch, das Bett läuft auf Rollen
das Seil des Flaschenzuges, der Seilbahn läuft über Rollen
Maschinen, Möbel, Kisten auf Rollen (fort)bewegen
2.
etw. Zusammengerolltes, Gewickeltes
siehe auch Röllchen
Beispiele:
eine Rolle (Toiletten)papier, Tabak, Draht, Garn, Nähseide
eine Rolle Geldstücke, Ein-Euro-Stücke
sie gab dem Kind eine Rolle Keks, Drops, Bonbons
zusammengerollt aufbewahrte Urkunde, Schriftrolle
3.
Mangel, Wäscherolle
Beispiele:
die Wäsche zur Rolle tragen
die elektrische Rolle benutzen
4.
Turnen Übung auf dem Boden oder auf einem Gerät, bei der der Körper vorwärts oder rückwärts gedreht, gerollt wird
Beispiele:
eine Rolle am Barren, am Pferd, auf dem Boden machen
eine Rolle vorwärts
5.
Flugwesen Figur des Kunstflugs, bei der das Flugzeug sich um seine Längsachse dreht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rolle f. ‘Walze, kleines Rad, Auf-, Zusammengerolltes, Schriftrolle’, auch ‘von einem Schauspieler darzustellende Gestalt’, frühnhd. (15. Jh.), mnd. rolle, rulle ist eine (teilweise vielleicht durch gleichbed. mnl. rolle vermittelte) Entlehnung aus afrz. mfrz. rol(l)e m., mfrz. roul(l)e, roole ‘(Pergament-, Papier)rolle, Verzeichnis’ (frz. rôle m.), dem zu lat. rota f. ‘Rad, rollende Scheibe, Rolle’ (mit dem Deminutivum lat. rotula ‘kleines Rad’) gebildetes lat. rotulus m. ‘Walze, Rolle’ (s. ↗Roulade, ↗rollen) voraufgeht. Für das dt. Substantiv ist wohl auch, namentlich im kanzleisprachlichen Bereich (‘Schriftrolle, Urkunde, Verzeichnis’), gleichbed. mlat. rotulus (kontrahiert rollus) bzw. (worauf feminines Genus im Dt. schließen läßt) mlat. rotula, rolla f. von Einfluß. Bereits seit frühnhd. Zeit bezeichnet Rolle in unterschiedlichen technischen Verwendungen bestimmte walzen-, rad- oder scheibenförmige Vorrichtungen. Im Sinne von ‘Gerät zum Glätten der Wäsche’ (zuerst Mitte 16. Jh., verbreitet vom 18. Jh. an) tritt Rolle im Omd. und zum Teil im Nordd. und Öst. an die Stelle von ↗Mangel f. (s. d.). Auf speziellem Gebrauch von Rolle ‘Schriftrolle, Verzeichnis’ (nach dem damals benutzten gerollten Papierstreifen mit der Niederschrift des jeweiligen Parts) beruht die Bedeutung ‘Aufzeichnung von Text und Handlung für den einzelnen Schauspieler, darzustellende Gestalt in einem Bühnenwerk’ (2. Hälfte 17. Jh., zuvor schon nl. rol, Ende 16. Jh., nach gleichbed. mfrz. roole, frz. rôle), dann (18. Jh.) auch übertragen ‘Position, Funktion, Aufgabe’, vor allem in Wendungen wie eine Rolle spielen, sich in die Rolle eines anderen versetzen, die Rollen vertauschen. Seit der 1. Hälfte des 20. Jhs. ist Rolle in der Terminologie des Turnens (‘Überschlag, Purzelbaum’) und des Kunstflugs (‘Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht’) üblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Part · ↗Partie · ↗Person (Theater) · Rolle
Synonymgruppe
Fahrrolle · ↗Laufrolle · Möbelrolle · Rolle
Synonymgruppe
Aufgabe · ↗Funktion · Rolle · ↗Zweck
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Laufrad · Rolle · ↗Spule · ↗Trommel · ↗Walze · ↗Zylinder
Unterbegriffe
  • Stachelrolle · gespickter Hase
Synonymgruppe
Flickflack · ↗Purzelbaum · Rolle · ↗Salto · ↗Überschlag  ●  Kusselkopp  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

aktiv ausfüllen bedeutend besetzen besonder dominierend einnehmen entscheidend führend gefallen gering gewichtig groß herausragend kreieren künftig maßgeblich neu schlüpfen spielen stärken tragend untergeordnet wesentlich wichtig zentral zufallen zukommen zuweisen übernehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rolle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt spielt die Industrie heute eine viel zu kleine Rolle.
Die Zeit, 12.03.1998, Nr. 12
Wer ist dieser Mann, und welche Rolle spielte er in der nordkoreanischen Politik?
konkret, 1997
Rolle gespielt; sie dauert in industriell unentwickelten Ländern oft noch heute an.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 25848
Die meisten empirischen Arbeiten befassen sich mit der Rolle des Temperaments in sozial relevanten Prozessen.
Meyer, Hans-Jürgen: Temperament. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3473
Daß ihr Erscheinen meist schon Jahrzehnte zurücklag, spielte in dieser Phase der Entwicklung keine Rolle.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 45
Zitationshilfe
„Rolle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rolle#1>, abgerufen am 18.06.2019.

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Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird von der Redaktion des DWDS in Kürze überarbeitet.

Rolle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rolle · Nominativ Plural: Rollen
Aussprache
WorttrennungRol-le (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rolle‹ als Erstglied: ↗Rollenbesetzung · ↗Rollenfach · ↗Rollengestaltung · ↗Rollenportrait · ↗Rollenporträt · ↗Rollenstudium · ↗Rollenträger · ↗Rollentyp · ↗Rollentypus · ↗Rollenverständnis · ↗Rollenverteilung · ↗rollengemäß
 ·  mit ›Rolle‹ als Letztglied: ↗Außenseiterrolle · ↗Berufsrolle1 · ↗Bombenrolle · ↗Charakterrolle · ↗Doppelrolle · ↗Favoritenrolle · ↗Filmrolle2 · ↗Frauenrolle · ↗Führerrolle · ↗Führungsrolle · ↗Gastrolle · ↗Gefechtsrolle · ↗Geschlechterrolle · ↗Geschlechtsrolle · ↗Glanzrolle · ↗Hauptrolle · ↗Heldenrolle · ↗Hosenrolle · ↗Küchenrolle2 · ↗Lehrerrolle · ↗Mittlerrolle · ↗Mutterrolle · ↗Männerrolle · ↗Mütterrolle · ↗Nebenrolle · ↗Opferrolle · ↗Oppositionsrolle · ↗Paraderolle · ↗Pionierrolle · ↗Schlüsselrolle · ↗Sonderrolle · ↗Sprechrolle · ↗Statistenrolle · ↗Titelrolle · ↗Vaterrolle · ↗Vermittlerrolle · ↗Vorreiterrolle · ↗Väterrolle · ↗Zuschauerrolle
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
von einem Schauspieler darzustellende Gestalt in einem Theaterstück, Film, Fernsehstück (und der dazugehörige Text)
Beispiele:
eine Rolle übernehmen, spielen
eine Rolle, den Text einer Rolle lernen
an einer Rolle arbeiten, feilen
diese Rolle ist dem Schauspieler auf den Leib geschrieben
die Rollen verteilen, mit geeigneten Schauspielern besetzen
eine tragende, schwierige Rolle
die Rolle des Liebhabers, der Naiven
die Auffassung (= Art der Darstellung) einer Rolle
bildlich
Beispiele:
er gefiel sich [Dativ] in der Rolle des Wohltäters
er hat seine Rolle gut gespielt
sie hat dabei eine armselige, nicht die beste, keine rühmliche Rolle gespielt
die Rollen vertauschen
eine undankbare Rolle
sie will immer eine (große) Rolle spielen (= als wichtig gelten)
umgangssprachlich er hatte seine Rolle ausgespielt (= galt nichts mehr)
umgangssprachlich aus der Rolle fallen (= gegen Anstand und Takt verstoßen)
übertragen jmd., etw. spielt eine Rollejmd., etw. hat eine bestimmte Aufgabe, ist von Wichtigkeit
Beispiele:
eine bedeutende, beherrschende, entscheidende, wesentliche, wichtige, untergeordnete Rolle spielen
in Schweden spielt die Waldwirtschaft eine überragende Rolle
die Musik hat in seinem Leben immer eine große Rolle gespielt
das spielt keine Rolle (= darauf kommt es nicht an)
es spielt keine Rolle, ob ...
2.
Beispiele:
die führende Rolle (= Funktion) der Arbeiterklasse, der Partei der Arbeiterklasse
die Rolle der Volksmassen in der Geschichte
die historische Rolle des Proletariats
die bestimmende Rolle (= Wirksamkeit) des ökonomischen Grundgesetzes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rolle f. ‘Walze, kleines Rad, Auf-, Zusammengerolltes, Schriftrolle’, auch ‘von einem Schauspieler darzustellende Gestalt’, frühnhd. (15. Jh.), mnd. rolle, rulle ist eine (teilweise vielleicht durch gleichbed. mnl. rolle vermittelte) Entlehnung aus afrz. mfrz. rol(l)e m., mfrz. roul(l)e, roole ‘(Pergament-, Papier)rolle, Verzeichnis’ (frz. rôle m.), dem zu lat. rota f. ‘Rad, rollende Scheibe, Rolle’ (mit dem Deminutivum lat. rotula ‘kleines Rad’) gebildetes lat. rotulus m. ‘Walze, Rolle’ (s. ↗Roulade, ↗rollen) voraufgeht. Für das dt. Substantiv ist wohl auch, namentlich im kanzleisprachlichen Bereich (‘Schriftrolle, Urkunde, Verzeichnis’), gleichbed. mlat. rotulus (kontrahiert rollus) bzw. (worauf feminines Genus im Dt. schließen läßt) mlat. rotula, rolla f. von Einfluß. Bereits seit frühnhd. Zeit bezeichnet Rolle in unterschiedlichen technischen Verwendungen bestimmte walzen-, rad- oder scheibenförmige Vorrichtungen. Im Sinne von ‘Gerät zum Glätten der Wäsche’ (zuerst Mitte 16. Jh., verbreitet vom 18. Jh. an) tritt Rolle im Omd. und zum Teil im Nordd. und Öst. an die Stelle von ↗Mangel f. (s. d.). Auf speziellem Gebrauch von Rolle ‘Schriftrolle, Verzeichnis’ (nach dem damals benutzten gerollten Papierstreifen mit der Niederschrift des jeweiligen Parts) beruht die Bedeutung ‘Aufzeichnung von Text und Handlung für den einzelnen Schauspieler, darzustellende Gestalt in einem Bühnenwerk’ (2. Hälfte 17. Jh., zuvor schon nl. rol, Ende 16. Jh., nach gleichbed. mfrz. roole, frz. rôle), dann (18. Jh.) auch übertragen ‘Position, Funktion, Aufgabe’, vor allem in Wendungen wie eine Rolle spielen, sich in die Rolle eines anderen versetzen, die Rollen vertauschen. Seit der 1. Hälfte des 20. Jhs. ist Rolle in der Terminologie des Turnens (‘Überschlag, Purzelbaum’) und des Kunstflugs (‘Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht’) üblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Part · ↗Partie · ↗Person (Theater) · Rolle
Synonymgruppe
Fahrrolle · ↗Laufrolle · Möbelrolle · Rolle
Synonymgruppe
Aufgabe · ↗Funktion · Rolle · ↗Zweck
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Laufrad · Rolle · ↗Spule · ↗Trommel · ↗Walze · ↗Zylinder
Unterbegriffe
  • Stachelrolle · gespickter Hase
Synonymgruppe
Flickflack · ↗Purzelbaum · Rolle · ↗Salto · ↗Überschlag  ●  Kusselkopp  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

aktiv ausfüllen bedeutend besetzen besonder dominierend einnehmen entscheidend führend gefallen gering gewichtig groß herausragend kreieren künftig maßgeblich neu schlüpfen spielen stärken tragend untergeordnet wesentlich wichtig zentral zufallen zukommen zuweisen übernehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rolle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt spielt die Industrie heute eine viel zu kleine Rolle.
Die Zeit, 12.03.1998, Nr. 12
Wer ist dieser Mann, und welche Rolle spielte er in der nordkoreanischen Politik?
konkret, 1997
Rolle gespielt; sie dauert in industriell unentwickelten Ländern oft noch heute an.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 25848
Die meisten empirischen Arbeiten befassen sich mit der Rolle des Temperaments in sozial relevanten Prozessen.
Meyer, Hans-Jürgen: Temperament. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3473
Daß ihr Erscheinen meist schon Jahrzehnte zurücklag, spielte in dieser Phase der Entwicklung keine Rolle.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 45
Zitationshilfe
„Rolle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rolle#2>, abgerufen am 18.06.2019.

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