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Rohling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rohlings · Nominativ Plural: Rohlinge
Aussprache
WorttrennungRoh-ling (computergeneriert)
Wortzerlegungroh-ling
Wortbildung mit ›Rohling‹ als Letztglied: ↗Gussrohling · ↗Ziegelrohling
eWDG, 1974

Bedeutungen

I.
abwertend roher, rücksichtsloser Mensch
Beispiel:
die Tat eines Rohlings
II.
fachsprachlich unbearbeitetes Werkstück
Beispiele:
aus einem Rohling einen Schlüssel feilen
Als Rohlinge haben Guß- und Schmiedeteile aus Grau-, Temper- und Stahlformguß ... im Maschinenbau große Bedeutung [Schule u. Produktion1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

roh · Roheit · Rohling · verrohen · Rohstoff
roh Adj. ‘nicht zubereitet, ungekocht, unbehauen, ungeschliffen, ungebildet, gewalttätig’, ahd. (h)rō, Genitiv (h)rōwes (9. Jh.), mhd. rou, , , rōch, rouch, asächs. hrāo, mnd. , mnl. raeu, rau, nl. rauw, aengl. hrēaw, engl. raw, anord. hrār, schwed. (germ. *hrawa-) und außergerm. aind. krūráḥ ‘wund, roh, blutig, grausam, hart’, air. crūaid ‘hart, fest’, lat. crūdus ‘ungekocht, blutend, unreif, unverdaut, rauh, unbearbeitet, gefühllos’ sowie aind. kravíḥ ‘rohes Fleisch’, mir. crū ‘Blut’, kymr. crau ‘Blut’, griech. kréas (κρέας) ‘Fleisch, Fleischstück’, lat. cruor ‘rohes, dickes Blut außerhalb des Körpers’, lit. kraũjas ‘Blut’, apoln. kry, poln. krew, aslaw. krъvь, russ. krov’ (кровь) ‘Blut’ führen auf eine Wurzel ie. *kreu(ə)-, *krū- ‘dickes, stockendes Blut, blutiges, rohes Fleisch’. Roheit f. ‘roher Zustand, rohe Gesinnung, rohes Benehmen, Grausamkeit’ (15. Jh.). Rohling m. ‘grausamer, niederträchtiger Mensch’ (15. Jh.), dann auch Bezeichnung für bestimmte noch zu bearbeitende Werkstücke. verrohen Vb. ‘gefühllos, grausam werden’ (Ende 19. Jh.). Rohstoff m. ‘Naturprodukt vor der Bearbeitung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Barbar · ↗Grobian · ↗Raubein · Rohling · Wilder · ungehobelter Kerl  ●  wildes Tier  fig. · ↗Bauer  ugs. · grober Klotz  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Leer-CD · Leer-DVD · Rohling

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschreiben Brenner CD-Brenner Länge Münze Toleranz Typ Verbrecher brennen formen herstellen kosen normal schleifen verarbeiten verbrannt verwenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rohling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach ist auch das Schreiben weiterer Sessions auf dem Rohling möglich.
C't, 2000, Nr. 17
Übrig bleibt dabei nur rund ein Drittel des Rohlings, der edle Kern.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.1998
Ob man die Arbeiter als "Rohlinge" bezeichnet, kann ihnen gleichgültig sein.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 151
Und man weiß doch, wie diese ungebildeten und brutalen Rohlinge das Weib mißhandeln, beschimpfen und knechten!
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18496
Aus diesem Grund mußte er den Rohling, der er von Natur schon war, auch noch spielen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 272
Zitationshilfe
„Rohling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rohling>, abgerufen am 24.04.2019.

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