Rinnstein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungRinn-stein (computergeneriert)
WortzerlegungrinnenStein
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich
1.
Rinne für Regenwasser und Abwässer zwischen Fahrbahn und Bürgersteig, Gosse
Beispiele:
etw. in den Rinnstein werfen
jmd. liegt (betrunken) im Rinnstein
das Regenwasser sammelt sich im Rinnstein und fließt in die Gullys ab
Der Wind fegte den Blütenschnee im Rinnstein zusammen [Ch. WolfGeteilter Himmel236]
steinerner Grenzstreifen des Bürgersteigs zur Fahrbahn, Bordstein
Beispiel:
er stolperte über den Rinnstein und fiel hin
2.
abwertend, übertragen
Beispiele:
jmd. endet im Rinnstein (= im Elend)
jmdn. aus dem Rinnstein auflesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rinnen · Rinne · Rinnstein · Rinnsal
rinnen Vb. ‘(stetig, langsam) fließen’, ahd. rinnan ‘fließen, laufen’ (8. Jh.), mhd. rinnen ‘fließen, von einer Flüssigkeit fortgetragen werden, schwimmen, triefen, laufen, rennen’, asächs. rinnan, mnd. mnl. rinnen, afries. rinna, renna, aengl. rinnan (engl. to run mit dem vom Perf. stammenden schwundstufigen -u-), anord. renna, rinna, schwed. rinna, got. rinnan ‘rennen, laufen’ (germ. *rennan) ist ein ursprüngliches Nasalpräsens, das sich außergerm. vergleichen läßt mit aind. riṇā́ti ‘läßt strömen, läßt laufen, entblößt’, rī́yatē ‘rinnt, gerät ins Fließen’, lat. rīvus ‘Bach’, aslaw. rěka, russ. reká (река) ‘Fluß’, aslaw. rinçti sę ‘sich stürzen’, russ. rínut’sja (ринуться) ‘sich stürzen, jagen’. Als Ausgangsform ist ansetzbar ie. *rei- ‘fließen’, das sich an die unter ↗Ernst und ↗Reise (s. d.) angeführte Wurzel ie. *er-, *or-, *r- ‘sich in Bewegung setzen, erregen, in die Höhe bringen (auch von Bewegung nach abwärts)’ anschließen läßt. S. auch ↗gerinnen. Rinne f. ‘lange, schmale Vertiefung im Boden, offenes Abflußrohr, Rille’, ahd. rinna (8. Jh.), mhd. rinne ‘Wasserfluß, Quell, Dachtraufe, Wasserleitung, -röhre’, got. rinnō ‘Gießbach’; vgl. ablautend mhd. mnd. renne, schwed. ränna sowie mnd. runne, aengl. rynel(e), rinnele ‘Wasserlauf, Strom’, engl. runnel ‘Rinnsal, Rinnstein’. Rinnstein m. ‘in Stein gehauene, gemauerte Rinne im Straßenpflaster’ (Ende 16. Jh.). Rinnsal n. (früher auch m.), älter Rinnsel, ‘kleiner Wasserlauf’ (19. Jh.), zuvor ‘Flußbett, Rinne’ (16. Jh.), rinsel, rintzel ‘Lab, Milchgerinnungsmittel’ (15. Jh.); zum Suffix s. ↗-sal, ↗-sel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bordstein · ↗Randstein · Rinnstein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bürgersteig Gedichtband Grübelei Kuß fließen reinigen spülen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rinnstein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Männer vor mir warfen sich platt in den Rinnstein.
Der Tagesspiegel, 25.04.2005
Aber ewig mit dem langen Bein im Rinnstein ist auch blöd.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.1997
Er hat, wie er freiweg erzählt, sein Geld in Bars versoffen und den Rausch im Rinnstein ausgeschlafen.
Fath, Rolf: Werke - A. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 53
Hier liege ich im Rinnstein und betrachte meine alten Schuh.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10013
Wenn Sie dabei nicht mehr als einmal mit dem einen Fuß in den Rinnstein stolpern, ist wirklich Nebel.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 144
Zitationshilfe
„Rinnstein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rinnstein>, abgerufen am 21.10.2019.

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