Riemen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Riemens · Nominativ Plural: Riemen
Aussprache
WorttrennungRie-men
Wortbildung mit ›Riemen‹ als Erstglied: ↗Riemchen · ↗Riemchensandalette · ↗Riemenantrieb · ↗Riemenbandwurm · ↗Riemenniet · ↗Riemenpeitsche · ↗Riemensandale · ↗Riemenscheibe · ↗Riementrieb · ↗Riemenwerk · ↗Riemenzeug · ↗Riemenzunge · ↗riemenförmig
 ·  mit ›Riemen‹ als Letztglied: ↗Abziehriemen · ↗Antriebsriemen · ↗Barbierriemen · ↗Bauchriemen · ↗Brustriemen · ↗Bücherriemen · ↗Fangriemen · ↗Gebetsriemen · ↗Gewehrriemen · ↗Halfterriemen · ↗Halteriemen · ↗Handschutzriemen · ↗Kehlriemen · ↗Keilriemen · ↗Kinnriemen · ↗Knieriemen · ↗Koppelriemen · ↗Lederriemen · ↗Leibriemen · ↗Leitriemen · ↗Schmachtriemen · ↗Schnürriemen · ↗Schuhriemen · ↗Schulterriemen · ↗Schweißriemen · ↗Steigriemen · ↗Stirnriemen · ↗Streichriemen · ↗Sturmriemen · ↗Tragriemen · ↗Transmissionsriemen · ↗Treibriemen · ↗Zahnriemen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Streifen aus Leder, festem Gewebe oder synthetischem Material
Beispiele:
ein breiter, schmaler, langer, kurzer Riemen
ein Riemen aus Leder
einen Riemen verkürzen, um den Koffer schnallen
die Hose wird durch einen Riemen (= Gürtel) gehalten
Ich selber bin […] mit Riemen und Fäusten (= mit Schlägen) erzogen worden [MarchwitzaJugend19]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich den Riemen enger schnallen (= sparen, sich einschränken)
salopp sich am Riemen reißen (= sich anstrengen, sich zusammennehmen)
Beispiel:
reiß dich (mal ein bisschen) am Riemen, dann schaffst du es auch!
2.
Technik geschlossenes Band aus Leder, Gummi oder festem Gewebe, mit dessen Hilfe Drehmomente von einer Welle auf eine andere weitergeleitet werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Riemen1 · Treibriemen
Riemen1 m. ‘Lederstreifen, Band, Gürtel’, ahd. riomo (9. Jh.), mhd. rieme, asächs. riomo, mnd. rēme, mnl. rieme, nl. riem, aengl. rēoma (westgerm. *reumōn-) führen als Bildungen mit dem Suffix ie. -men- (wohl im Sinne von ‘abgerissener Hautstreifen’) mit verwandtem aind. ru-, rav- ‘zerschlagen, zerschmettern’, lat. ruere ‘aufreißen, wühlen, scharren’, rutrum ‘Spaten, Hacke, Kelle’, mir. rūam ‘Spaten, Grabscheit’, lit. ráuti ‘reißen, raufen, mit der Wurzel ausreißen’, aslaw. ryti, russ. ryt’ (рыть) ‘graben, wühlen’, anord. rȳja ‘Wolle abpflücken’ auf die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (s. auch ↗Raub, ↗raufen, ↗rauh, ↗roden). Treibriemen m. ‘endloser Riemen aus Leder, Gummi, Kunststoff zum Übertragen einer Drehbewegung’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Riemen2 m. ‘Ruder’, ahd. riemo, rēmo (Hs. 13. Jh.), mhd. rieme ‘Ruder(stange)’, mnd. rēm(e), afries. rēma, mnl. rieme, nl. riem sind entlehnt aus lat. rēmus ‘Ruder’ (mit ie aus ē).

Thesaurus

Synonymgruppe
Riemen · ↗Ruder · ↗Skull
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · ↗Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · ↗Penis  Hauptform · ↗Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · ↗Bolzen  derb · ↗Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · ↗Lümmel  ugs. · ↗Phallus  fachspr. · ↗Piephahn  ugs. · ↗Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · ↗Pillermann  ugs. · ↗Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · Riemen  vulg. · ↗Rohr  ugs. · ↗Rute  derb · ↗Schniedel  ugs. · ↗Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · ↗Schwanz  derb · ↗Schwengel  ugs. · ↗Schwert  ugs. · ↗Stößel  ugs. · ↗Zauberstab  ugs. · ↗Zipfel  derb · ↗Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Erektion  ●  ↗Latte  ugs. · ↗Morgenlatte  ugs. · ↗Ständer  ugs.
  • Phimose · Vorhautverengung
  • Penisamputation  ●  Penektomie  fachspr.
  • Penisdeviation · Penisverkrümmung
  • Urologe  ●  Zipfeldoktor  derb
Synonymgruppe
Riemen · ↗Schnürriemen · ↗Schuhband · ↗Senkel  ●  ↗Schnürband  ugs., norddeutsch · ↗Schnürsenkel (nord-/mitteldt.)  ugs. · ↗Schuhriemen  ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gurt · Riemen · Tragband · ↗Tragriemen
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gewehr Gurt Handtasche Helm Kette Kinn Leder Orgel Peitsche Rucksack Sandale Schnalle Schulter Skull Stange Strick Tasche Zahnrad antreiben baumeln befestigen durchschneiden festschnallen hangen ledern reißen schnallen schnüren umklammern wickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Riemen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir das Ziel erreichen wollen, im Jahr 2006 erstmals ohne neue Schulden auszukommen, müssen wir uns bis dahin wirklich am Riemen reißen.
Bild, 20.12.2000
Die tote Uhr an ihrer Hand hatte einen neuen Riemen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 235
Schließlich aber konnte ich die Riemen oberhalb der Sprunggelenke befestigen.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 133
Er ist nicht wert, die Riemen deiner staubigen Schuhe aufzulösen!
Hofmannsthal, Hugo von: Der Unbestechliche. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 509
Die band er an den Riemen zusammen und hängte sie über den Arm.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 237
Zitationshilfe
„Riemen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Riemen#1>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

Riemen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Riemens · Nominativ Plural: Riemen
Aussprache
WorttrennungRie-men
Wortbildung mit ›Riemen‹ als Erstglied: ↗Riemengabel
eWDG, 1974

Bedeutung

Rudern zur Fortbewegung eines Ruderbootes dienende hölzerne Stange, die an einem Ende zu einem Blatt verbreitert ist, Ruder
Beispiele:
den Riemen ergreifen, nicht richtig halten
sich in die Riemen legen (= kräftig rudern)
die Riemen einziehen
umgangssprachlich den Riemen aus dem Wasser fischen
bildlich
Beispiel:
wenn er die Prüfung bestehen will, muss er sich kräftig in die Riemen legen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Riemen1 · Treibriemen
Riemen1 m. ‘Lederstreifen, Band, Gürtel’, ahd. riomo (9. Jh.), mhd. rieme, asächs. riomo, mnd. rēme, mnl. rieme, nl. riem, aengl. rēoma (westgerm. *reumōn-) führen als Bildungen mit dem Suffix ie. -men- (wohl im Sinne von ‘abgerissener Hautstreifen’) mit verwandtem aind. ru-, rav- ‘zerschlagen, zerschmettern’, lat. ruere ‘aufreißen, wühlen, scharren’, rutrum ‘Spaten, Hacke, Kelle’, mir. rūam ‘Spaten, Grabscheit’, lit. ráuti ‘reißen, raufen, mit der Wurzel ausreißen’, aslaw. ryti, russ. ryt’ (рыть) ‘graben, wühlen’, anord. rȳja ‘Wolle abpflücken’ auf die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (s. auch ↗Raub, ↗raufen, ↗rauh, ↗roden). Treibriemen m. ‘endloser Riemen aus Leder, Gummi, Kunststoff zum Übertragen einer Drehbewegung’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Riemen2 m. ‘Ruder’, ahd. riemo, rēmo (Hs. 13. Jh.), mhd. rieme ‘Ruder(stange)’, mnd. rēm(e), afries. rēma, mnl. rieme, nl. riem sind entlehnt aus lat. rēmus ‘Ruder’ (mit ie aus ē).

Thesaurus

Synonymgruppe
Riemen · ↗Ruder · ↗Skull
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · ↗Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · ↗Penis  Hauptform · ↗Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · ↗Bolzen  derb · ↗Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · ↗Lümmel  ugs. · ↗Phallus  fachspr. · ↗Piephahn  ugs. · ↗Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · ↗Pillermann  ugs. · ↗Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · Riemen  vulg. · ↗Rohr  ugs. · ↗Rute  derb · ↗Schniedel  ugs. · ↗Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · ↗Schwanz  derb · ↗Schwengel  ugs. · ↗Schwert  ugs. · ↗Stößel  ugs. · ↗Zauberstab  ugs. · ↗Zipfel  derb · ↗Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Erektion  ●  ↗Latte  ugs. · ↗Morgenlatte  ugs. · ↗Ständer  ugs.
  • Phimose · Vorhautverengung
  • Penisamputation  ●  Penektomie  fachspr.
  • Penisdeviation · Penisverkrümmung
  • Urologe  ●  Zipfeldoktor  derb
Synonymgruppe
Riemen · ↗Schnürriemen · ↗Schuhband · ↗Senkel  ●  ↗Schnürband  ugs., norddeutsch · ↗Schnürsenkel (nord-/mitteldt.)  ugs. · ↗Schuhriemen  ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gurt · Riemen · Tragband · ↗Tragriemen
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gewehr Gurt Handtasche Helm Kette Kinn Leder Orgel Peitsche Rucksack Sandale Schnalle Schulter Skull Stange Strick Tasche Zahnrad antreiben baumeln befestigen durchschneiden festschnallen hangen ledern reißen schnallen schnüren umklammern wickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Riemen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir das Ziel erreichen wollen, im Jahr 2006 erstmals ohne neue Schulden auszukommen, müssen wir uns bis dahin wirklich am Riemen reißen.
Bild, 20.12.2000
Die tote Uhr an ihrer Hand hatte einen neuen Riemen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 235
Schließlich aber konnte ich die Riemen oberhalb der Sprunggelenke befestigen.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 133
Er ist nicht wert, die Riemen deiner staubigen Schuhe aufzulösen!
Hofmannsthal, Hugo von: Der Unbestechliche. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1923], S. 509
Die band er an den Riemen zusammen und hängte sie über den Arm.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 237
Zitationshilfe
„Riemen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Riemen#2>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Riemchensandalette
Riemchen
Riegenturnen
Riegenführer
Riegelwerk
Riemenantrieb
Riemenbandwurm
riemenförmig
Riemengabel
Riemenniet