Restauration, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Restauration · Nominativ Plural: Restaurationen
Aussprache
WorttrennungRe-stau-ra-ti-on · Res-tau-ra-ti-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Restauration‹ als Erstglied: ↗Restaurationsarbeit · ↗Restaurationspolitik · ↗Restaurationszeit · ↗restaurationsfähig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wiederherstellung, Ausbesserung, besonders von Kunstwerken
Beispiel:
die Restauration des Gemäldes, des Bauwerks
2.
Wiederherstellung alter, überholter gesellschaftlicher Verhältnisse
Beispiel:
Die revolutionären Umgestaltungen in der DDR ... schließen ein für allemal die Restauration des Kapitalismus und damit jegliche militaristische und friedensgefährdende Entwicklung aus [Neue Justiz1961]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

restaurieren · Restaurierung · Restauration · Restaurator · Restaurant
restaurieren Vb. ‘etw. wieder in den alten Zustand bringen, wiederherstellen, erneuern’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh.) aus gleichbed. frz. restaurer, afrz. restorer, restaurer (lat. restaurāre ‘wiederherstellen, erneuern’). Zunächst auf gesellschaftliche Verhältnisse (z. B. Luthers Kirchenreform), dann (Mitte 17. Jh.) auch auf die Wiederherstellung verfallener Gebäude u. dgl. bezogen. Reflexiv ‘sich erholen, erfrischen’ (Ende 18. Jh.). Restaurierung f. ‘Wiederherstellung, Erneuerung’ (um 1600), ‘Ausbesserung’ (Ende 19. Jh.). Restauration f. ‘geistige, religiöse, kulturelle Erneuerung’ (um 1600), besonders ‘Wiederherstellung historisch überholter(konservativer, reaktionärer) politischer Zustände’ (vgl. die Epoche der Restauration, seit dem Wiener Kongreß bis etwa 1830, in der Errungenschaften der französischen Revolution beseitigt werden), ‘Wiederaufrichtung, Ausbesserung, Erhaltung, Ergänzung’ von schadhaften Kunstwerken, Gebäuden (Mitte 16. Jh.), ‘Wiederherstellung der körperlichen Kräfte, Erfrischung’, daher auch ‘Speisegaststätte’ (um 1800), entlehnt aus spätlat. restaurātio (Genitiv restaurātiōnis) ‘Wiederherstellung, Erneuerung’ bzw. mfrz. frz. restauration. Restaurator m. ‘Erneuerer’ (Anfang 18. Jh.), ‘Fachmann zur Ausbesserung, Wiederherstellung von Kunstwerken, Gebäuden’ (2. Hälfte 18. Jh.), lat. restaurātor ‘Wiederhersteller’ (eines Bauwerks), Nomen agentis zu lat. restaurāre (s. oben). Restaurant n. ‘Gastwirtschaft, Speiselokal’ (Anfang 19. Jh.), frz. restaurant, eigentlich ‘stärkende, kräftige Kost, besonders Fleischbrühe’, substantiviertes Part. Präs. von frz. restaurer ‘(seine Kräfte) wiederherstellen’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Restauration · ↗Restaurierung · ↗Wiederherstellung
Synonymgruppe
Fortschrittsfeindlichkeit · Restauration · Rückschrittlichkeit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biedermeier Bourbone Habsburger Hotellerie Kaiserreich Kapitalismus Katholizismus Kirchenlied Kirchenstaat Militarismus Monarchie Neubeginn Palestrina-Renaissance Rekonstruktion Revolution Romantik Staatswissenschaft Vormärz adenauersch bourbonisch kapitalistisch konterrevolutionär metternichsch monarchisch monarchistisch nationalstaatlich neokonservativ samten schleichend schöpferisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Restauration‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch immer sind Fachleute mit der aufwendigen Restauration der Ornamente beschäftigt.
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2003
Aber seine melodischen Restaurationen, Ergebnis komplizierter Verfahren, hatten keinerlei Erfolg.
Combe, Pierre: Dechevrens. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 20009
Nach Reinigung und Restauration aller Teile machte er sich mit unendlichem Geschick und unbestechlichen Ohren daran, die Register einzustimmen.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 88
Im Interesse der Restauration des herrlichen Baues ist unsere Museumsverwaltung gern darauf eingegangen.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1691
Die Voraussetzung eines Friedens wäre naturgemäß gewesen die Restauration Polens mit einer entsprechenden Regelung der Korridorfrage, der deutschen Teile.
o. A.: Einhundertsiebenundfünfzigster Tag. Dienstag, 18. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5626
Zitationshilfe
„Restauration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Restauration#1>, abgerufen am 24.04.2019.

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Restauration, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Restauration · Nominativ Plural: Restaurationen
Aussprache
WorttrennungRe-stau-ra-ti-on · Res-tau-ra-ti-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Restauration‹ als Erstglied: ↗Restaurationsbetrieb · ↗Restaurationswagen
eWDG, 1974

Bedeutung

österreichisch Gaststätte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

restaurieren · Restaurierung · Restauration · Restaurator · Restaurant
restaurieren Vb. ‘etw. wieder in den alten Zustand bringen, wiederherstellen, erneuern’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh.) aus gleichbed. frz. restaurer, afrz. restorer, restaurer (lat. restaurāre ‘wiederherstellen, erneuern’). Zunächst auf gesellschaftliche Verhältnisse (z. B. Luthers Kirchenreform), dann (Mitte 17. Jh.) auch auf die Wiederherstellung verfallener Gebäude u. dgl. bezogen. Reflexiv ‘sich erholen, erfrischen’ (Ende 18. Jh.). Restaurierung f. ‘Wiederherstellung, Erneuerung’ (um 1600), ‘Ausbesserung’ (Ende 19. Jh.). Restauration f. ‘geistige, religiöse, kulturelle Erneuerung’ (um 1600), besonders ‘Wiederherstellung historisch überholter(konservativer, reaktionärer) politischer Zustände’ (vgl. die Epoche der Restauration, seit dem Wiener Kongreß bis etwa 1830, in der Errungenschaften der französischen Revolution beseitigt werden), ‘Wiederaufrichtung, Ausbesserung, Erhaltung, Ergänzung’ von schadhaften Kunstwerken, Gebäuden (Mitte 16. Jh.), ‘Wiederherstellung der körperlichen Kräfte, Erfrischung’, daher auch ‘Speisegaststätte’ (um 1800), entlehnt aus spätlat. restaurātio (Genitiv restaurātiōnis) ‘Wiederherstellung, Erneuerung’ bzw. mfrz. frz. restauration. Restaurator m. ‘Erneuerer’ (Anfang 18. Jh.), ‘Fachmann zur Ausbesserung, Wiederherstellung von Kunstwerken, Gebäuden’ (2. Hälfte 18. Jh.), lat. restaurātor ‘Wiederhersteller’ (eines Bauwerks), Nomen agentis zu lat. restaurāre (s. oben). Restaurant n. ‘Gastwirtschaft, Speiselokal’ (Anfang 19. Jh.), frz. restaurant, eigentlich ‘stärkende, kräftige Kost, besonders Fleischbrühe’, substantiviertes Part. Präs. von frz. restaurer ‘(seine Kräfte) wiederherstellen’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Restauration · ↗Restaurierung · ↗Wiederherstellung
Synonymgruppe
Fortschrittsfeindlichkeit · Restauration · Rückschrittlichkeit
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Diener kam mehrere Male in die Restauration, wo ich saß, um mich zu holen.
Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398
Wer an Deutschlands Rettung glaube, komme heute abend in die Restauration.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 100
Ein Beamter mit weißer Bluse, eine große Schelle in der Hand, kam in die Restauration und rief Stationen aus.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 02.03.1927
In der kleinen Restauration, linksseitig vom Wagnertheater, nahmen wir nach langen Abendproben unsere Mahlzeit ein.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Restauration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Restauration#2>, abgerufen am 24.04.2019.

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