Reservat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Reservat(e)s · Nominativ Plural: Reservate
WorttrennungRe-ser-vat
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Reservat‹ als Letztglied: ↗Biosphärenreservat · ↗Naturreservat · ↗Tierreservat · ↗Wildreservat
eWDG, 1974

Bedeutung

fest umgrenzter Landesteil
a)
fest umgrenzter Landesteil, der in einigen Staaten, besonders in den USA, der Urbevölkerung als Lebensraum zugewiesen wurde
Beispiel:
die in Reservaten lebenden Indianerstämme Nordamerikas
b)
fest umgrenzter Landesteil, in dem die Natur und ihr Wildbestand besonders geschützt sind
Beispiel:
der Wildreichtum in den Reservaten von Uganda, Kenia und Tansania
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reservieren · reserviert · Reserviertheit · Reserve · Reservist · Reservat · Reservation · Reservoir
reservieren Vb. ‘aufbewahren, zurücklegen, aufheben, (sich) zurückhalten, (sich etw.) ausbedingen, (ein Recht) vorbehalten’ (1. Hälfte 16. Jh.), entlehnt, wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. réserver (afrz. reserver ‘vorbehalten, aufsparen’), aus lat. reservāre ‘aufsparen, aufbewahren, vorbehalten’ (vgl. lat. servāre ‘erretten, erhalten, unversehrt bewahren, in acht nehmen, achtgeben’, s. ↗konservieren). Seit Mitte des 19. Jhs. auch ‘(einen Platz) freihalten, vormerken (lassen)’. Dazu reserviert Part.adj. ‘zurückhaltend, kühl, abweisend, verschlossen’ (2. Hälfte 19. Jh., nach mfrz. frz. réservé ‘zurückhaltend, bedächtig’), ‘vorbestellt, freigehalten’ (um 1900) und Reserviertheit f. ‘kühles, zurückhaltendes Benehmen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Reserve f. ‘Ersatztruppe, Nachschub, zum Kampf einsatzbereite, noch zurückgehaltene Streitkräfte’ (Anfang 17. Jh.), danach ‘Gesamtheit der ausgebildeten, aber nicht aktiv dienenden Soldaten’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘Ersatz, Vorrat, Aushilfe’ (Anfang 19. Jh.; vgl. eiserne Reserve), ‘Vorbehalt, Zurückhaltung, Verschlossenheit, Kühle’ (Mitte 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. réserve. Reservist m. ‘der Reserve angehörender Wehrpflichtiger’ (2. Hälfte 19. Jh.), frz. réserviste. Reservat n. ‘Sonderrecht bzw. Vorbehalt eines Rechts bei der Aufteilung von Befugnissen’ (Anfang 16. Jh.), ‘Schutz- und Wohngebiet für (vertriebene) Minderheiten’ und ‘Naturschutzgebiet’ (Anfang 20. Jh.), aus lat. reservātum ‘das Zurückbehaltene’, dem substantivierten Neutr. des Part. Perf. von lat. reservāre; bis ins 18. Jh. auch in der lat. Pluralform Reservata. Reservation f. ‘zwangsweise auf Reservate beschränkter Lebensraum der Ureinwohner’ (Anfang 20. Jh., entsprechend amerik.-engl. reservation), ‘Aufbewahrung, Freihaltung’ (19. Jh.), zuvor als juristischer Terminus ‘(innerer) Vorbehalt’ (18. Jh., vereinzelt schon Anfang 16. Jh.), entlehnt aus spätlat. reservātio (Genitiv reservātiōnis) ‘Erhaltung, Bewahrung, Verwahrung, Vorbehalt’. Reservoir n. ‘Sammelbecken, Wasserspeicher, Vorrat(sbehälter)’ (Anfang 18. Jh.), mfrz. frz. réservoir; dann auch (Anfang 20. Jh.) ‘(unerschöpflicher) Vorrat, Reservebestand, Nachwuchs(kräfte)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Reservat · ↗Schutzgebiet · Schutzregion
Unterbegriffe
  • Weinviertler Hügelland · Weinviertler Klippenzone
  • Flächennaturdenkmal · flächenhaftes Naturdenkmal
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apache Eingeborene Ghetto Indianer Indio Kasino Männlichkeit Nationalpark Naturpark Naturschutzgebiet Quadratkilometer Reiche Sioux Spielkasino Stamm Ureinwohner Zoo abdrängen abgelegen angestammt eingerichtet einsperren entlegen fristen geschützt indianisch umsiedeln umzäunt verbannen winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reservat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Reservat ist ein in der Entwicklung zum Hochmoor begriffener Waldsee.
Erwin Hemke, Neustrelitzer Seengebiet Wesenberg-Mirow-Fürstenberg: Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1979, S. 42
In seinem womöglich allerletzten Reservat fühlt sich der Mann bedroht.
Die Welt, 15.11.2005
Vielleicht hat man vergessen, ein kleines Reservat für sie anzulegen.
Der Tagesspiegel, 04.06.2002
So kann sie sich in einer Art Reservat geschützt entwickeln.
Die Zeit, 18.11.1999, Nr. 47
Schien denen nun die Welt sicherer, transparenter und gewiß auch verlockender, so erlebten sie ihr eigenes Land um so mehr als ein langweiliges Reservat.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - D. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3132
Zitationshilfe
„Reservat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Reservat>, abgerufen am 25.04.2019.

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