Rentier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rentier(e)s · Nominativ Plural: Rentiere
Aussprache
WorttrennungRen-tier
WortzerlegungRenTier
eWDG, 1974

Bedeutung

Ren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ren · Rentier1
Ren n. Der Name für die nordische Hirschart frühnhd. reen n., rein, reener m. (16. Jh.) ist aus dem Skandinav. entlehnt. Anord. hreinn, schwed. dän. ren, norw. rein gehört wie gleichbed. aengl. hrān und vielleicht auch griech. krīós (κριός) ‘Widder’ im Sinne von ‘gehörntes Tier’ zu einer i-Erweiterung der Wurzel ie. *k̑er(ə)- ‘das Oberste am Körper, Kopf, Horn’ (s. ↗Hirn, ↗Horn und andere Benennungen gehörnter Tiere wie ↗Hirsch, ↗Hornisse, ↗Rind). Dazu die verdeutlichende Zusammensetzung Rentier1 n. älter Reen- und (mit volksetymologischer Anlehnung an rennen) Rennthier (2. Hälfte 17. Jh.), entsprechend gleichbed. anord. hreindȳri, schwed. rendjur, dän. rensdyr, norw. reinsdyr; vgl. anord. dȳr ‘(wildes) Tier’, vielfach auch ‘Reh, Hirsch, Ren’ (s. ↗Tier).

Rente · Rentner · Rentier2 · rentieren · rentabel · berenten · Rendite
Rente f. ‘regelmäßiges Einkommen aus Versicherungsleistungen bzw. einer Kapitalanlage’, mhd. rent(e) ‘Einkünfte, Ertrag, Vorteil, Gewinn’, Übernahme von afrz. rente ‘Rückgabe, regelmäßige Lieferung, Tribut, regelmäßige Einkünfte’ (frz. rente ‘Einkommen, Rente’), aus vlat. *rendita ‘Pachtzins, Einkommen ohne Arbeitsleistung’, eigentlich ‘(von einem Pächter, Schuldner) Zurückerstattetes’ (vgl. gleichbed. ital. rendita und mlat. rendita, renda, renta), dem substantivierten, als Fem. aufgefaßten Neutr. Plur. des Part. Perf. von vlat. *rendere, das, von bedeutungsnahem und lautlich anklingendem lat. prehendere, prēndere (woraus afrz. frz. prendre) ‘fassen, ergreifen, nehmen’ beeinflußt, auf lat. reddere ‘zurückgeben, zurückerstatten, darbringen, von sich geben, ausspeien’ zurückgeht; vgl. lat. dare ‘geben’. Rentner m. ‘wer Rente bezieht, von einer Rente lebt’ (Ende 15. Jh.); daneben auch Rentier2 m. eine Übernahme (19. Jh.) von gleichbed. frz. rentier. rentieren Vb. (heute meist reflexiv) ‘Gewinn abwerfen, (sich) lohnen, bezahlt machen’ (vereinzelt 15. Jh., häufig seit Anfang 19. Jh.). Älter (ebenfalls zu den roman. Formen gebildet) frühnhd. (bis 18. Jh.), mnd. renten ‘Gewinn bringen’, ahd. rentōn ‘Rechenschaft geben, verantworten’ (9. Jh.), vgl. afrz. rendre in der Bedeutung ‘zurückgeben, von sich geben, (eine Erklärung) abgeben’. rentabel Adj. ‘einträglich, Gewinn abwerfend, lohnend’ (Mitte 19. Jh.), französierende Ableitung vom Substantiv (vgl. später bezeugtes frz. rentable, Ende 19. Jh.). berenten Vb. ‘jmdm. eine Rente gewähren, jmdn. auf (Alters-, Invaliden)rente setzen’ (20. Jh.), älter ‘mit regelmäßigen Einkünften ausstatten’ (Anfang 15. Jh.). Rendite f. ‘Gewinn aus einer Kapitalanlage’, entlehnt (20. Jh.) aus ital. rendita (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pensionsbezieher · ↗Pensionär · Rentenbezieher · ↗Rentenempfänger · Rentier · ↗Rentner · ↗Ruheständler  ●  ↗Pensionist  österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ren · Rentier
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antilope Bison Bär Elch Elfe Geweih Herde Hirsch Kamel Lachs Lappen Lappland Mammut Moschusochse Nase Polarfuchs Schlitten Weihnachtsbaum Weihnachtsmann Wildpferd Wisent Wolf erlegen fliegend grasen rotnasig störrisch weiden züchten äsen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rentier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die anstehenden Veränderungen machen offenbar selbst vor den Rentieren nicht halt.
Der Tagesspiegel, 12.01.2003
Nicht einmal die Rentiere, an denen wir im Wald vorbeibrettern, lassen sich erschrecken.
Die Zeit, 14.02.1997, Nr. 8
Dieser sehr fein auftretende alte Herr war zur Zeit bereits 60 Jahre - wurde als ein sehr reicher Rentier eingeführt.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28725
Er wurde, wie fossile Funde auswiesen, früher in China ähnlich wie im nördlichen Eurasien das Rentier gehalten.
Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 82
Die Rentiere äsen irgendwo herum und kommen gelegentlich näher ans Feuer zu den mürrischen Männern.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 247
Zitationshilfe
„Rentier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rentier#1>, abgerufen am 14.10.2019.

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Rentier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rentiers · Nominativ Plural: Rentiers
Aussprache
WorttrennungRen-ti-er
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltend jmd., der aus dem Zuwachs seines angelegten Kapitals ein regelmäßiges Einkommen bezieht und davon lebt
Beispiel:
Mein Großvater hat verkauft. Er ist nun Bürger zu Briesen, Rentier [BobrowskiLevin282]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ren · Rentier1
Ren n. Der Name für die nordische Hirschart frühnhd. reen n., rein, reener m. (16. Jh.) ist aus dem Skandinav. entlehnt. Anord. hreinn, schwed. dän. ren, norw. rein gehört wie gleichbed. aengl. hrān und vielleicht auch griech. krīós (κριός) ‘Widder’ im Sinne von ‘gehörntes Tier’ zu einer i-Erweiterung der Wurzel ie. *k̑er(ə)- ‘das Oberste am Körper, Kopf, Horn’ (s. ↗Hirn, ↗Horn und andere Benennungen gehörnter Tiere wie ↗Hirsch, ↗Hornisse, ↗Rind). Dazu die verdeutlichende Zusammensetzung Rentier1 n. älter Reen- und (mit volksetymologischer Anlehnung an rennen) Rennthier (2. Hälfte 17. Jh.), entsprechend gleichbed. anord. hreindȳri, schwed. rendjur, dän. rensdyr, norw. reinsdyr; vgl. anord. dȳr ‘(wildes) Tier’, vielfach auch ‘Reh, Hirsch, Ren’ (s. ↗Tier).

Rente · Rentner · Rentier2 · rentieren · rentabel · berenten · Rendite
Rente f. ‘regelmäßiges Einkommen aus Versicherungsleistungen bzw. einer Kapitalanlage’, mhd. rent(e) ‘Einkünfte, Ertrag, Vorteil, Gewinn’, Übernahme von afrz. rente ‘Rückgabe, regelmäßige Lieferung, Tribut, regelmäßige Einkünfte’ (frz. rente ‘Einkommen, Rente’), aus vlat. *rendita ‘Pachtzins, Einkommen ohne Arbeitsleistung’, eigentlich ‘(von einem Pächter, Schuldner) Zurückerstattetes’ (vgl. gleichbed. ital. rendita und mlat. rendita, renda, renta), dem substantivierten, als Fem. aufgefaßten Neutr. Plur. des Part. Perf. von vlat. *rendere, das, von bedeutungsnahem und lautlich anklingendem lat. prehendere, prēndere (woraus afrz. frz. prendre) ‘fassen, ergreifen, nehmen’ beeinflußt, auf lat. reddere ‘zurückgeben, zurückerstatten, darbringen, von sich geben, ausspeien’ zurückgeht; vgl. lat. dare ‘geben’. Rentner m. ‘wer Rente bezieht, von einer Rente lebt’ (Ende 15. Jh.); daneben auch Rentier2 m. eine Übernahme (19. Jh.) von gleichbed. frz. rentier. rentieren Vb. (heute meist reflexiv) ‘Gewinn abwerfen, (sich) lohnen, bezahlt machen’ (vereinzelt 15. Jh., häufig seit Anfang 19. Jh.). Älter (ebenfalls zu den roman. Formen gebildet) frühnhd. (bis 18. Jh.), mnd. renten ‘Gewinn bringen’, ahd. rentōn ‘Rechenschaft geben, verantworten’ (9. Jh.), vgl. afrz. rendre in der Bedeutung ‘zurückgeben, von sich geben, (eine Erklärung) abgeben’. rentabel Adj. ‘einträglich, Gewinn abwerfend, lohnend’ (Mitte 19. Jh.), französierende Ableitung vom Substantiv (vgl. später bezeugtes frz. rentable, Ende 19. Jh.). berenten Vb. ‘jmdm. eine Rente gewähren, jmdn. auf (Alters-, Invaliden)rente setzen’ (20. Jh.), älter ‘mit regelmäßigen Einkünften ausstatten’ (Anfang 15. Jh.). Rendite f. ‘Gewinn aus einer Kapitalanlage’, entlehnt (20. Jh.) aus ital. rendita (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pensionsbezieher · ↗Pensionär · Rentenbezieher · ↗Rentenempfänger · Rentier · ↗Rentner · ↗Ruheständler  ●  ↗Pensionist  österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ren · Rentier
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antilope Bison Bär Elch Elfe Geweih Herde Hirsch Kamel Lachs Lappen Lappland Mammut Moschusochse Nase Polarfuchs Schlitten Weihnachtsbaum Weihnachtsmann Wildpferd Wisent Wolf erlegen fliegend grasen rotnasig störrisch weiden züchten äsen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rentier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die anstehenden Veränderungen machen offenbar selbst vor den Rentieren nicht halt.
Der Tagesspiegel, 12.01.2003
Nicht einmal die Rentiere, an denen wir im Wald vorbeibrettern, lassen sich erschrecken.
Die Zeit, 14.02.1997, Nr. 8
Dieser sehr fein auftretende alte Herr war zur Zeit bereits 60 Jahre - wurde als ein sehr reicher Rentier eingeführt.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28725
Er wurde, wie fossile Funde auswiesen, früher in China ähnlich wie im nördlichen Eurasien das Rentier gehalten.
Dathe, Heinrich: Wegweiser durch den Tierpark, Berlin: OV 1976, S. 82
Die Rentiere äsen irgendwo herum und kommen gelegentlich näher ans Feuer zu den mürrischen Männern.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 247
Zitationshilfe
„Rentier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Rentier#2>, abgerufen am 14.10.2019.

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