Reiz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reizes · Nominativ Plural: Reize
Aussprache
Grundformreizen
Wortbildung mit ›Reiz‹ als Erstglied: ↗Reizblase · ↗Reizdarm · ↗Reizempfindung · ↗Reizfaktor · ↗Reizfigur · ↗Reizgas · ↗Reizhusten · ↗Reizklima · ↗Reizkörper · ↗Reizmagen · ↗Reizmittel · ↗Reizschwelle · ↗Reizstoff · ↗Reizstrom · ↗Reizstärke · ↗Reizthema · ↗Reiztherapie · ↗Reizvokabel · ↗Reizwort · ↗Reizwäsche · ↗Reizüberflutung · ↗reizfrei · ↗reizlindernd · ↗reizlos · ↗reizmildernd · ↗reizvoll
 ·  mit ›Reiz‹ als Letztglied: ↗Anreiz · ↗Berührungsreiz · ↗Brechreiz · ↗Gaumenreiz · ↗Geschmacksreiz · ↗Hautreiz · ↗Hinweisreiz · ↗Hustenreiz · ↗Juckreiz · ↗Jugendreiz · ↗Klimareiz · ↗Lachreiz · ↗Lichtreiz · ↗Liebreiz · ↗Mädchenreiz · ↗Nervenreiz · ↗Niesreiz · ↗Schallreiz · ↗Schlüsselreiz · ↗Schmerzreiz · ↗Schwellenreiz · ↗Sinnenreiz · ↗Temperaturreiz · ↗Umweltreiz
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
bestimmte, von der Umgebung oder dem Organismus selbst ausgehende, physikalisch bedingte Einwirkung, die von den Sinnesorganen in spezifischer Form aufgenommen und verarbeitet wird
Beispiele:
ein mechanischer, optischer, akustischer Reiz
die Sinnesorgane nehmen adäquate Reize auf, reagieren auf physikalische und chemische Reize
ein schwacher, leichter Reiz
das grelle Licht übt einen starken Reiz auf die Augen aus
2.
angenehm anziehende Wirkung, die für jmdn. von einer Sache ausgeht, Verlockung, Anreiz, Anziehungskraft
Beispiele:
der Reiz des Neuen, der Neuheit, Ferne, Heimlichkeit, des Unbekannten, Geheimnisvollen, Verbotenen
etw. übt auf jmdn. einen starken, unwiderstehlichen Reiz aus
ich kann dieser Sache keinen Reiz abgewinnen
die Sache verliert für mich immer mehr an Reiz
das hat allen, jeden Reiz für mich verloren, hat keinen Reiz für mich
die neue Aufgabe hat gewiss ihre Reize
Außerdem, was für einen Reiz sollte es einem Weltmeister bieten, mit uns drittklassigen Spielern sich abzugeben [St. ZweigSchachnovelle1,202]
3.
Schönheit, Zauber
Beispiele:
eine Landschaft von eigenartigem Reiz
dem Bild haftet ein besonderer Reiz an
der ästhetische, poetische Reiz einer Novelle
die dunklen Augen verliehen ihrem Gesicht einen eigentümlichen Reiz
häufig von weiblicher Schönheit
Beispiele:
eine Frau von verführerischem Reiz
weibliche Reize
sie besitzt wenig frauliche Reize
sie ist sich [Dativ] ihrer Reize bewusst
sie lässt ihre Reize spielen, geizt nicht mit ihren Reizen
sie zeigt ihre Reize allzu offen
zwei ungewöhnlich schöne Mädchen von fremdartigem Reiz [HartungWunderkinder30]
Ruhmreicher, von Ihren Reizen besiegt zu werden, als ganz Amerika zu unterwerfen [BrechtPauken12]
Die machten freche Bemerkungen an allen Ecken über Dinge und Lehrer und freche Witze über die Reize der Modelle [C. Hauptm.Einhart1,105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reizen · gereizt · Gereiztheit · reizend · Reiz · reizbar · Reizbarkeit
reizen Vb. ‘in Erregung versetzen, herausfordern, schädlich auf einen Organismus einwirken’, ahd. reiʒen ‘anregen, verletzen’ (um 1000), reiʒōn ‘kratzen, ritzen’ (Hs. 11./12. Jh.), mhd. reiʒen, reizen ‘(an)reizen, antreiben, (ver)locken, anregen, (sich) erregen, verlangen’, mnd. rei(t)zen ‘anreizen, antreiben’, anord. reita ‘reizen, aufhetzen’ sind im Sinne von ‘reißen machen’ (übertragen ‘machen, daß jmd. aus sich herausgeht’) Kausativa zu dem unter ↗reißen (s. d.) behandelten Verb. Zum Wechsel von Spirans und Affrikata s. ↗beizen. gereizt Part.adj. ‘empfindlich, erregt, nervlich angespannt’ (18. Jh.); Gereiztheit f. (Mitte 19. Jh.). reizend Part.adj. ‘verführerisch, erregend’ (1. Hälfte 15. Jh.), ‘anmutig, Wohlgefallen erweckend’ (18. Jh.), vgl. liebreizend (17. Jh.). Reiz m. ‘Einwirkung auf Psyche und Sinnesorgane, verlockende Wirkung, Anmut, Schönheit’ (18. Jh.); vgl. älteres Anreiz (Ende 15. Jh.), Liebreiz (Mitte 17. Jh.), ferner Lach-, Nies-, Husten-, Brechreiz. reizbar Adj. ‘leicht erregbar, nervös’, Reizbarkeit f. (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anmut · ↗Ebenmaß · ↗Grazie · ↗Liebreiz · Reiz · ↗Schönheit · ↗Ästhetik
Assoziationen
Synonymgruppe
Anregung · ↗Anreiz · ↗Ansporn · ↗Antrieb · ↗Aufhänger · ↗Motivation · ↗Motivierung · Reiz · ↗Sinnesreiz  ●  ↗Inzentiv  fachspr., bildungssprachlich, selten
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anziehungskraft · ↗Charme · ↗Flair · ↗Liebreiz · Reiz · ↗Zauber
Assoziationen
Synonymgruppe
Reiz · ↗Sinnesreiz  ●  ↗Stimulus  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Exotische Neue abgewinnen akustisch ausmachen ausüben besonder eigenartig eigentlich eigentümlich elektrisch entfalten erliegen erotisch exotisch geizen gewiss körperlich landschaftlich mechanisch morbid optisch sinnlich taktil unwiderstehlich verleihen visuell weiblich ästhetisch äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reiz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch so klein sie sind, so groß ist ihr Reiz.
Die Zeit, 20.07.2012, Nr. 30
Sie versuche dabei stets, ihre so genannten weiblichen Reize zu betonen.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2004
Das Versuchstier reagiert auf den monotonen Reiz in analoger Weise wie auf den - zeitlich gegliederten - Reizkomplex.
Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 31
Wieder sehen wir einen einzelnen Reiz eine alternierende Bewegung erzeugen.
Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 177
Das erste Bild anerkennt den Reiz, der zum Erwachen führen sollte.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 261
Zitationshilfe
„Reiz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Reiz>, abgerufen am 23.04.2019.

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