Reinheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reinheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRein-heit
Grundformrein
Wortbildung mit ›Reinheit‹ als Erstglied: ↗Reinheitsgrad  ·  mit ›Reinheit‹ als Letztglied: ↗Blutreinheit · ↗Engelsreinheit · ↗Herzensreinheit · ↗Klangreinheit · ↗Rassereinheit · ↗Seelenreinheit · ↗Sittenreinheit · ↗Sprachreinheit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 1 a–e)
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 1 a)
Beispiele:
ein Stoff von hoher chemischer Reinheit
Hier also auf dem Gipfel trat die Masse, aus welcher der Berg gemacht war, in einer unbegreiflichen Reinheit aus [GaiserNascondo27]
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 1 c)
Beispiel:
die Reinheit eines Tones
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 1 d)
Beispiel:
die Reinheit der Sprache, Aussprache
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 1 e)
Beispiel:
der Hundezüchter garantiert für die Reinheit der Rasse
2.
Sauberkeit
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 5)
Beispiele:
die makellose Reinheit der Wäsche
die Reinheit des Wassers, der Luft
3.
gehoben
entsprechend der Bedeutung von rein (Lesart 7)
Beispiele:
die Reinheit seines Charakters, seiner Gefühle
er betonte die Reinheit seiner Absichten, Beweggründe
[sie schien] ihm eine Inkarnation kindlicher Reinheit zu sein [G. Hauptm.2,39]
die schlichte Reinheit ihres Herzens [B. FrankTrenck59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rein · Reinheit · reinigen · Reinigung · bereinigen · Bereinigung · verunreinigen · Verunreinigung · reinlich · Reinlichkeit
rein Adj. ‘ohne fremdartige Bestandteile, unvermischt, unverfälscht, frei von Schmutz, sauber, frisch gewaschen, unberührt, keusch, vollkommen, fehlerlos’, ahd. (h)reini (8. Jh.), mhd. rein(e), asächs. hrēni, mnd. rein, mnl. reine, rēne, nl. rein, afries. (h)rēne, anord. hreinn, schwed. ren, got. hrains. Mit dem Suffix ie. -ni- gebildetes germ. *hraini- ist verwandt mit ahd. (h)rītara (um 800), mhd. rīter, nhd. (obd.) Reiter ‘Sieb’, aengl. hridder, hriddel, engl. riddle ‘Sieb’ und außergerm. mit griech. krī́nein (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, unterscheiden, sichten, urteilen, entscheiden’, lat. cernere (aus *crin-) ‘sichten, scheiden, sondern, unterscheiden, entscheiden’, crībrum ‘Sieb, Durchschlag’, air. criathar (aus *krē̌itro-) ‘Sieb’. Auszugehen ist von ie. *(s)kerī̌-, *(s)krē̌i-, *(s)krī̌- ‘schneiden, scheiden’, einer Form der unter ↗scheren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet rein vor allem ‘nicht schmutzig, sauber’ und ‘unverfälscht’; in Teilen der Schweiz und Rheinfrankens noch erhalten im Sinne von ‘fein gemahlen, gesiebt’ (von Mehl, Zucker, Sand u. dgl.). Reinheit f. ‘Sauberkeit, Klarheit, Lauterkeit, Unschuld’ (17. Jh.), anfangs konkurrierend mit Reinlichkeit (s. unten) und (dem zu Anfang des 19. Jhs. untergegangenen) Reinigkeit, mhd. reinecheit, reinekeit, reinikeit, ahd. in un(h)reinigheit ‘Unreinheit’ (11. Jh.). reinigen Vb. ‘säubern’, mhd. reinegen, rein(i)gen, abgeleitet von mhd. reinec, reinic ‘rein’; vgl. ahd. (h)reinen (8. Jh.), (h)reinōn (9. Jh.), mhd. reinen, asächs. hrēnian, hrēnon, got. hrainjan. Dazu Reinigung f. mhd. reinegunge, reinigunge. bereinigen Vb. ‘ins reine, in Ordnung bringen, beilegen, klären’ und Bereinigung f. (beide 15. Jh.). verunreinigen Vb. ‘beschmutzen, schmutzig machen’ (15. Jh.); vgl. mhd. verunreinen; Verunreinigung f. (15. Jh.). reinlich Adj. ‘sauber, ordentlich’, mhd. reinlich; Reinlichkeit f. ‘Sauberkeit, Genauigkeit, Sorgfalt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lauterkeit · Reinheit · ↗Unschuld · Unverderbtheit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einfachheit Frische Heiligkeit Intonation Keuschheit Klarheit Lehre Marxismus-Leninismus Rasse Sauberkeit Schliff Sinnbild Strenge Tonkunst Unreinheit Unschuld Ursprünglichkeit beflecken engelhaft ethnisch ideologisch jungfräulich kultisch makellos porentief rassisch rituell sittlich stilistisch wachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reinheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Reinheit sehen sie an öffentlichen Schulen nicht mehr gewahrt.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2004
Fast überall kann man sie auf ihre Reinheit prüfen lassen.
Die Zeit, 15.12.1999, Nr. 50
Und sie greifen mit ihrem Geld auch nach dem Glauben, nach der Reinheit der Lehre.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 336
Nun gibt es die dargestellten Typen wohl nie in absoluter Reinheit.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 43
Die Reinheit seines Charakters haben selbst seine zahlreichen wütenden Gegner nicht anzuzweifeln gewagt.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7470
Zitationshilfe
„Reinheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Reinheit>, abgerufen am 16.10.2019.

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