Reformismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Reformismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRe-for-mis-mus (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Reformismus‹ als Grundform: ↗Reformist
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
politische Haltung, die eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse oder eines politischen Programms anstrebt und radikale, revolutionäre Lösungen ablehnt
2.
DDR, abwertend Strömung in der Arbeiterbewegung, die den revolutionären Kampf und die Errichtung der Diktatur des Proletariats ablehnt und die die Auffassung vertritt, dass der Sozialismus auf dem Wege über Reformen, ohne Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat zu erreichen wäre
Beispiele:
kleinbürgerliche Anhänger des Reformismus
der Kampf gegen den verderblichen Einfluss des Reformismus in der Sozialdemokratie
die Einheitsfronttaktik bedeutet nicht die Aufgabe unseres kommunistischen Standpunktes ... sondern ist im Gegenteil eine Methode zur Vernichtung des Reformismus [Thälm.Reden1,474]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Etatismus Populismus Radikalismus Republikanismus Revisionismus Revolution Sozialdemokratie gemäßigt lauern liberal link permanent radikal sozialdemokratisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reformismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da pfeift der ehemalige Reformismus im Wald und fürchtet sich davor, an die Regierung zu kommen.
konkret, 1996
Neben dem radikalen Bruch mit dem System erhält der radikale Reformismus seinen Platz.
konkret, 1984
Dieser Reformismus des Westens, der sich nicht selten mit einem Rest kritischer Distanz gegenüber dem preußischen Staat verband, ging dem Kardinal Kopp viel zu weit.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 4638
Auf der Synode war der Geist eines radikalen Reformismus herrschend, für den weder das gesamtkirchliche Recht noch die verbindliche Lehre der Kirche eine Schranke war.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 14812
Die Etablierten knüpften an den Reformismus, die Außenseiter an den Moralismus ihrer Väter und Mütter an.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 322
Zitationshilfe
„Reformismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Reformismus>, abgerufen am 22.07.2019.

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