Referenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Referenz · Nominativ Plural: Referenzen
Aussprache
WorttrennungRe-fe-renz
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Referenz‹ als Erstglied: ↗Referenzindex · ↗Referenzkorpus · ↗Referenzkurs · ↗Referenzobjekt · ↗Referenzpreis · ↗Referenzschreiben · ↗Referenzwerk · ↗referentiell · ↗referenziell · ↗referenzieren
 ·  mit ›Referenz‹ als Letztglied: ↗Fremdreferenz · ↗Systemreferenz  ·  formal verwandt mit: ↗Referentialität · ↗Referenzialität
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Singular selten
von einer vertrauenswürdigen Person, Stelle gegebene Empfehlung, Auskunft
Beispiele:
von den Bewerbern wurden Referenzen verlangt
er verfügte über erstklassige Referenzen
der Betrieb konnte als Exporteur gute Referenzen vorweisen, beibringen
auf Zeugnis und Referenz kann ich dann auch nicht rechnen [FalladaWolf2,171]
2.
veraltend vertrauenswürdige Person, Stelle, auf die man sich berufen kann
Beispiele:
jmdn. als Referenz angeben, nennen
er wollte ihm gern als Referenz zur Verfügung stehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

referieren · Referendum · Referendar · Referat · Referent · Referenz
referieren Vb. ‘etw. zusammenfassend wiedergeben, Bericht erstatten, vortragen’ (1. Hälfte 16. Jh.), älter auch ‘wieder-, zurückbringen, zurückgeben, einordnen’ (15. bis 18. Jh.) und (reflexiv) ‘sich auf etw. beziehen, berufen’ (16./17. Jh., vgl. terminologisches auf etw. referieren ‘auf etw. Bezug nehmen’, Mitte 20. Jh., wohl in Anlehnung an engl. to refer), entlehnt aus lat. referre ‘zurückbringen, -geben, auf etw. zurückführen oder beziehen, wiederbringen, zur Sprache bringen, berichten’, vielfach unter Einfluß von darauf beruhendem mfrz. frz. référer ‘berichten, in Beziehung setzen’, (reflexiv) ‘sich beziehen, sich berufen’. Referendum n. ‘Berichterstattung, Volksentscheid, -abstimmung’, Übernahme (16. Jh.) von lat. referendum, eigentlich ‘das Vorzutragende’, Gerundivum von lat. referre (s. oben). Referendar m. ‘Berichterstatter’ (bei Gericht), ‘Anwärter auf die Beamtenlaufbahn’, Entlehnung (Referendarius 17. Jh., Referendar 18. Jh.) von mlat. referendarius ‘wer (aus den Gerichtsakten) vorträgt’, abgeleitet von Referendum. Referat n. ‘Bericht, Vortrag’ (um 1700), ‘Amt, Stellung eines Berichterstatters’ (19. Jh.), ‘Arbeitsgebiet, Sachbereich’ (Mitte 20. Jh.), Substantivierung eines in der Kanzleisprache üblichen Aktenvermerks lat. referat ‘er möge berichten’ (3. Pers. Sing. Präs. Konj. von lat. referre, s. oben). Referent m. ‘Erzähler, Berichterstatter’ (Mitte 17. Jh.), ‘vortragender Beamter (an Gerichten, in der Verwaltung), Sachbearbeiter’ (um 1700), ‘Vortragender, Redner’ (20. Jh.), aus lat. referēns (Genitiv referentis), Part. Präs. zu lat. referre (s. oben). Referenz f. ‘Auskunftsperson, Bezugnahme’, besonders (Plur.) ‘Auskünfte, Empfehlungen’ (Mitte 19. Jh., zunächst in der Kaufmannssprache), nach gleichbed. engl. reference, frz. référence.

Thesaurus

Synonymgruppe
Index · Referenz · ↗Register · Schlagwortverzeichnis  ●  Stichwortliste  fälschlich · ↗Stichwortverzeichnis  fälschlich
Unterbegriffe
  • Kettenregister · Permutiertes Register · Permutiertes Verzeichnis
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Referenz · ↗Verweis
Synonymgruppe
Arbeitsprobe · Referenz
Computer
Synonymgruppe
Alias  fachspr. · ↗Pointer  fachspr. · Referenz  fachspr. · ↗Zeiger  fachspr.
Unterbegriffe
  • Leerzeiger · Nullzeiger
Synonymgruppe
Referenz · ↗Standardliteratur · ↗Standardwerk
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Beleg(stelle) · ↗Fundstelle · ↗Literaturangabe · ↗Quellenangabe · ↗Quellennachweis · Referenz
Synonymgruppe
Leitmedium · führende Zeitung · meistzitiertes Printmedium  ●  (eine) Referenz  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Array Berufserfahrung Führungszeugnis Gehaltsanspruch Kunstgeschichte Lebenslauf Referenz Reverenz Zeiger Zeugnis allerbest augenzwinkernd ausgezeichnet einholen erstklassig erweisen extern exzellent filmisch gefälscht heranziehen hervorragend ironisch kunsthistorisch nostalgisch reformerisch stilistisch untadelig vorweisen vorzüglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Referenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inwieweit kann es dort überhaupt eine stabile Referenz zur äußeren Welt geben?
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2004
Äußerste "Genauigkeit bei bekannten Referenzen" - so lautet das Ethos im digitalen Handwerk.
Der Tagesspiegel, 27.05.1999
Die Operation der Referenz bezeichnet nicht etwa sich selbst als Operation.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 972
Nur erstklassige, nachweisbar gut eingeführte Herren mit besten Referenzen kommen in Frage.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 12.03.1924
Wenn Sie können, sollten Sie Referenzen für Ihre unternehmerischen Qualifikationen nennen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 136
Zitationshilfe
„Referenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Referenz>, abgerufen am 21.10.2019.

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