Redner, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Redners · Nominativ Plural: Redner
Aussprache
WorttrennungRed-ner (computergeneriert)
Wortzerlegungreden-er
Wortbildung mit ›Redner‹ als Erstglied: ↗Rednerbühne · ↗Rednergabe · ↗Rednerin · ↗Rednerkanzel · ↗Rednerkunst · ↗Rednerliste · ↗Rednerpodium · ↗Rednerpult · ↗Rednertalent · ↗Rednertribüne · ↗rednerisch
 ·  mit ›Redner‹ als Letztglied: ↗Agitationsredner · ↗Büttenredner · ↗Dauerredner · ↗Diskussionsredner · ↗Festredner · ↗Grabredner · ↗Hauptredner · ↗Kanzelredner · ↗Leichenredner · ↗Lobredner · ↗Parlamentsredner · ↗Propagandaredner · ↗Schönredner · ↗Sonntagsredner · ↗Straßenredner · ↗Tafelredner · ↗Tischredner · ↗Trauerredner · ↗Versammlungsredner · ↗Vielredner · ↗Volksredner · ↗Vorredner · ↗Wahlredner · ↗Wanderredner
eWDG, 1974

Bedeutung

jmd., der (vor einem Publikum) redet
a)
jmd., der aus einem besonderen Anlass vor einem Publikum Gedanken im Zusammenhang vorträgt
Beispiele:
der Redner tritt ans Pult, ergreift das Wort, wendet sich an die Zuhörer
der Redner wurde unterbrochen, zur Ordnung gerufen
man ließ den Redner nicht ausreden
er trat auf der Versammlung als Redner auf, war für diesen Abend als Redner gewonnen worden
auf der Kundgebung sprachen mehrere Redner
ein öffentlicher, politischer Redner
die eindrucksvollen Worte des Redners
Allein der Vortrag macht des Redners Glück [GoetheFaustI 546]
b)
jmd., dessen Sprechen von rhetorischer Begabung zeugt
Beispiele:
ein glänzender, gewandter, brillanter, großer, gewaltiger Redner
du bist der geborene Redner
er war kein Redner (= besaß kein Redetalent)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rede · reden · Redner · rednerisch · beredt · beredsam · Beredsamkeit · redselig · Redensart
Rede f. ‘Äußerung, sinnvolle Wortfolge, Ansprache, Vortrag’, ahd. reda (8. Jh.), redī (9. Jh.), mhd. rede ‘Rechenschaft, Vernunft, Verstand, Sprache, Gespräch, Erzählung’, asächs. reðia ‘Rechenschaft’, mnd. mnl. rēde, nl. rede ‘Verstand, Bewußtsein, Rechenschaft, Argument, Rede’, afries. retha, got. raþjō ‘Abrechnung, Zahl, Rechenschaft’ (mit dazu gebildetem garaþjan ‘zählen’) führen auf germ. *raþjōn und sind wie lat. ratio (Genitiv ratiōnis) ‘Rechnung, Rechenschaft’ Ableitungen mit dem Suffix ie. -i̯ō(n) von mit Dental erweitertem ie. *rē-; dazu auch ↗gerade, das zweite Kompositionsglied von ↗hundert, ↗raten (s. d.) sowie lat. rērī (ratus sum) ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’ und möglicherweise lit. ríeti ‘(Holz) schichten’. Es handelt sich dabei um eine Form der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ (s. ↗Arm). In fester Wendung gebundene Rede ‘Poesie’, eine Prägung der Sprachgesellschaften (17. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet reden Vb. ‘sprechen, sich sinnvoll äußern, sagen’, ahd. redōn (9. Jh.), mhd. reden, asächs. reðion, mnd. rēden, redden; mnl. reden, afries. rethia (germ. *raþjan) und (ohne Nachfolge im Nhd.) ahd. redinōn (9. Jh.), mhd. redenen, asächs. reðinon. Redner m. ‘wer eine Rede hält, Vortragender’, ahd. redināri (um 1000), mhd. redenære, Nomen agentis zum Verb ahd. redinōn. rednerisch Adj. ‘in der Art eines guten Redners’ (17. Jh.). beredt Part.adj. ‘redegewandt, gesprächig’ (15. Jh.), verkürzt aus mhd. beredet sīn ‘mit Rede begabt sein, zu sagen wissen’, zu mhd. bereden ‘wovon reden, etw. mündlich festsetzen, durch mündliche Rede gütlich beilegen’, rechtssprachlich ‘beweisen, dartun, überführen, vor Gericht verteidigen’; vgl. ahd. biredinōn ‘überführen, überreden’ (9. Jh.). beredsam Adj. ‘redegewandt’ (17. Jh.); Beredsamkeit f. ‘Redegewandtheit, Redegabe’ (16. Jh.). redselig Adj. ‘geschwätzig’ (15. Jh.). Redensart f. ‘geläufige, feststehende sprachliche Wendung’, Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. frz. manière de parler (jünger façon de parler).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Berichterstatter · ↗Referent · Referierender · ↗Rhetoriker · ↗Sprecher · Vortragender  ●  Redner  Hauptform · Orator  fachspr., veraltend, lat. · ↗Rhetor  fachspr., griechisch, veraltet, lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausführung Fraktion Kundgebung Opposition Podium Pult Rednerin Zuhörer auftreten begabt begnadet brillant charismatisch eloquent feurig freikonservativ freisinnig gefragt gewandt geübt glänzend hinreißend mitreißend nachfolgend nationalliberal prominent scharfzüngig schlagfertig sozialdemokratisch unterbrechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Redner‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deren Redner hatten bemängelt, dass sich andere Nationen nicht ausreichend engagieren würden.
Die Welt, 24.09.2004
Ob er nicht an ihrem Grab sprechen könne, es fände sich kein anderer Redner.
Der Tagesspiegel, 07.10.1999
Er war zwar, wenn er öffentlich auftrat, ein guter Agitator, aber kein bedeutender Redner.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 138
Sind Sie auch in einer sozialdemokratischen Versammlung als Redner aufgetreten?
Friedländer, Hugo: Eine Bluttat in Essen vor dem Marinekriegsgericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 905
Aber witzige Reden zu halten, wird für den Redner auf die Länge verderblich.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 28820
Zitationshilfe
„Redner“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Redner>, abgerufen am 22.10.2019.

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